Brian Roberts und Kyle Hines werden wohl nicht mehr für die Brose Baskets auf Korbjagd gehen. "Nach persönlichen Gesprächen mit den Spielern und auch ihren Agenten ist es meiner Ansicht nach kaum möglich, Brian und Kyle zu halten", konstatierte Manager Wolfgang Heyder gestern. Die beiden Ausnahmespieler, die großen Anteil daran hatten, dass die Bamberger sowohl den Pokal als auch die Meisterschaft verteidigen konnten, hätten bessere Angebote von ausländischen Klubs vorliegen, "bei denen wir definitiv nicht mithalten können", betonte Heyder. Auf Zahlen wollte sich der Manager zwar nicht festlegen, meinte aber, dass die Differenz von dem, was die beiden in Bamberg erhalten würden und den Angeboten der Konkurrenz ein paar Hunderttausend Euro betrage.
"Bei Kyle Hines war ich eigentlich recht zuversichtlich, dass wir ihn halten können. Er ist nicht nur ein außergewöhnlicher Spieler, sondern auch ein außergewöhnlicher Mensch. Andererseits hat er sich in Bamberg, nachdem er aus der 2. italienischen Liga zu uns gekommen ist, prächtig entwickelt. Die Konkurrenz hat natürlich auch mitbekommen, dass er zum wertvollsten Spieler der Finalserie gewählt worden ist", beschreibt Heyder den Werdegang des nur 1,96 Meter großen Kraftpakets, das unter den Körben die Konkurrenz schwindelig spielte.
Im Fall Roberts hatte Heyder ohnehin nur wenig Hoffnung, dass der Scharfschütze bleiben würde: "So sehr wir das auch wollten, reichen unsere finanziellen Mittel einfach nicht aus. Er ist ein Spieler, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass wir in zwei Jahren vier Titel geholt haben." Und das weckte natürlich die Begehrlichkeiten der Konkurrenz.
Jetzt heißt es für die Verantwortlichen, möglichst schnell Ersatz zu finden. Gesucht werden drei Spieler: Ein athletischer Center, der in der Lage ist, sowohl auf der großen als auch auf der kleinen Flügelposition zu agieren, sowie ein Combo-Guard, der die Rolle des Spielmachers übernehmen kann, aber auch auf der Position 2 einsetzbar ist. "Wir verfügen diesbezüglich schon über einige Optionen und hoffen, dass das Thema bis Ende Juli erledigt ist", betonte der Manager, dass man sich für den Fall der Fälle schon auf dem Spielermarkt umgesehen habe.
Reyshawn Terry würde sein Engagement in Bamberg gerne verlängern. Die Weiterverpflichtung des sprunggewaltigen Flügelspielers hängt nach Auskunft von Heyder aber vor allem davon ab, welchen Typ Center die Bamberger sich angeln werden. Grundsätzlich sei Trainer Chris Fleming aber sehr daran interessiert, Terry zu halten. "Es muss alles zusammenpassen. Die Variabilität war im letzten Jahr unsere große Stärke - und das soll so bleiben", stellt Heyder heraus, dass Spieler gesucht werden, die möglichst auf mehreren Positionen einsetzbar sind. An die Verpflichtung eines hochkarätigen Centers, wie zum Beispiel die Rückkehr von Boniface N'Dong, sei nach Auskunft von Heyder aber nicht zu denken. "Das können wir uns schlichtweg nicht leisten", betont der Manager. Der 2,13-Meter-Mann verdient in Barcelona geschätzte 800 000 Euro und will zudem offensichtlich beim spanischen Meister bleiben.

Mit Daniel Schmidt verlängert


Der Manager freute sich gestern, dass es gelungen sei, mit Daniel Schmidt ein weiteres Talent an den Verein zu binden. Das 20 Jahre alte Eigengewächs aus Litzendorf wird mit einer Doppellizenz ausgestattet, die es ihm weiterhin erlaubt, sowohl für Breitengüßbach in der ProB als auch in der BBL für die Brose Baskets aufzulaufen.