Das Versprechen ging im Fürther Aufstiegsjubel fast unter. "Diese Mannschaft hat so viel Charakter, dass sie alles dafür tun wird, dass es nicht nur ein einjähriges Intermezzo in der Bundesliga wird", kündigte Trainer Mike Büskens nach dem Sprung der SpVgg Greuther Fürth ins Fußball-Oberhaus an. Von Freitag an gilt es nun für die Franken: Mit einer Leistungsdiagnostik startet der 52. Verein der Bundesliga-Historie in sein Fußball-Abenteuer, am Montag steht dann das erste Training an.

Natürlich gelten die Franken, die dank ihrer Titelgewinne 1914, 1926 und 1929 mehr Meisterschaften vorweisen können als manch gestandener Bundesligist, in ihrer Debüt-Saison als eine der ersten Anwärter auf einen Abstiegsplatz. Doch Bangemachen gilt nicht in Fürth. "Warum sollten wir Angst haben? Wir haben das kleinste Budget. Aber was haben wir zu verlieren? Nichts! Wir werden die Bundesliga genießen", betonte Büskens in einem Interview des "Kicker".

Das Motto von Präsident Helmut Hack könnte dabei helfen. "Wir werden nie aufgeben. Wir geben alles, aber nie auf", hatte der rührige Vereinschef vor einem Jahr trotzig angemerkt, als die Franken wieder einmal nur knapp am großen Ziel Bundesliga gescheitert waren. Und tatsächlich klappte es diesmal für die angeblich "Unaufsteigbaren" - noch vor dem vermeintlichen Favoriten Eintracht Frankfurt sicherte sich Fürth die Meisterschaft und den Aufstieg.

Die Euphorie der Aufstiegssaison, in der Fürth auch im DFB-Pokal für Furore sorgte und erst vom späteren Sieger Borussia Dortmund im Halbfinale gestoppt wurde, soll die Franken nun auch in der Bundesliga begleiten. Auf mehr als 18.000 Plätze wird die heimische Arena erweitert, auf einen teilweisen Umzug ins große Stadion beim benachbarten Rivalen Nürnberg verzichtete der Verein bewusst. "Es war und ist uns wichtig, mit dieser Entscheidung ein klares Bekenntnis zu unserer Heimatstadt abzugeben", sagte Geschäftsleitungsmitglied Holger Schwiewagner.

Klein, aber fein - Fürth geht seine Mission Bundesliga in gewohnter Bescheidenheit an. Als Manager Rachid Azzouzi vor einem Monat überraschend dem Aufsteiger den Rücken kehrte und sich dem FC St. Pauli anschloss, vertraute der Verein einmal mehr auf Bewährtes. Ex-Profi Martin Meichelbeck stieg zum Leiter des Lizenzbereichs auf, einen neuen Namen präsentierte der Club nicht.

Große Namen sind in Fürth weiterhin Fehlanzeige - auch in der Mannschaft, die noch auf den ein oder anderen Neuzugang hoffen darf. Trainer Büskens, der sich erst nach langer Bedenkzeit für einen Verbleib in Fürth entschied, kann das Bundesliga-Abenteuer mit dem vertrauten Kern seiner Aufstiegstruppe angehen. Doch Büskens glaubt: "Ich habe das Gefühl, dass wir noch nicht am Ende sind. Die Mannschaft verfügt über Talent und Potenzial." Beides wird sie brauchen in der neuen Saison.