Für P. J. Tucker, den überragenden Akteur auf dem Feld, sind die Bamberger Fans einfach nur "unglaublich". Anton Gavel, der zusammen mit Karsten Tadda in der zweiten Hälfte Quakenbrücks "Zauberzwerg" David Holston an die Kette legte, sprach von einer "gefühlten Stimmung wie in der Stechert-Arena". Für Tadda war es eine "Hammer-Atmosphäre" und Manager Wolfgang Heyder freute sich, dass die Fans zu 100 Prozent mitgezogen haben bei diesem unfreiwilligen Umzug nach Bayreuth: "Das war absolut Freak City. Die grandiose Unterstützung hat der Mannschaft Flügel verliehen." Der Manager war voll des Lobes über die Fans und seine Mitarbeiter, die für einen reibungslosen Ablauf der Partie in Bayreuth gesorgt hatten. Zum Erfolg des Ausfluges hätten aber auch die Hauptsponsoren Brose und Rewe, die den Bustransfer der Fans und ein Karten-Kontingent bezahlt hatten, beigetragen. Und Trainer Chris Fleming bedankte sich bei den Anhängern, die genau wüssten, wann es darauf ankommt "und sie vor allem dann zur Stelle sind, wenn wir sie brauchen".

Nur erstes Viertel geht an Dragons


Mit der roten Wand im Rücken gelang es den Brose Baskets dann auch in der Bayreuther Oberfrankenhalle - die Stechert-Arena stand wegen des Davis Cups nicht zur Verfügung - die heißen Drachen nach anfänglichen Problemen am Ende noch deutlich mit 79:65 in die Schranken zu weisen und den dritten Einzug ins Top 4 des BBL-Pokals am 24./25. März in Bonn perfekt zu machen. Im ersten Viertel, als Nathan Peavy (21 Punkte) die Bamberger im Alleingang zu erschießen drohte und David Holston noch wirbeln durfte, sah es so aus, als würde das Konzept der zuletzt so erfolgreichen Dragons aufgehen. Doch in den folgenden 30 Minuten bestimmten die Bamberger das Geschehen.

"Eine super Defensivleistung"


"In der zweiten Hälfte haben wir nur 24 Punkte zugelassen. Das war eine super Defensivleistung der gesamten Mannschaft. Artland auf 65 Punkten zu halten, das ist nicht so einfach - und das gelang nicht mal in eigener Halle, sondern auf neutralem Boden. Deshalb freut es mich umso mehr", zog Anton Gavel, der von der Fachzeitschrift Big völlig zu Recht zum besten Aufbauspieler der Liga gekürt worden war, Bilanz.
Ein Anwärter auf den Titel wertvollster Spieler der Saison ist sicherlich P. J. Tucker. Durch die Geburt seines Sohnes King am Montag noch zusätzlich motiviert, mischte der 26-Jährige die Dragons hinten wie vorne auf. "Wir wollen als erstes Team in der Geschichte den Pokal dreimal in Folge gewinnen. Das hat uns motiviert", freute sich Tucker, der mit 21 Punkten, 11 Rebounds, 2 Ballgewinnen und 2 Assists auftrumpfte und in der Schlussphase alles klarmachte.
Insgesamt präsentierten sich die Baskets als homogenes Team, das nun mit viel Selbstvertrauen zum Spitzenspiel nach Ulm reist und am Samstag (20 Uhr/Sport1 live) mit einem Sieg beim Tabellenzweiten die Tabellenführung verteidigen will.