Die Brose Baskets holten den Besen raus: Mit 94:63 fegten sie die Artland Dragons vom Parkett und feierten im dritten Spiel der Halbfinalserie den dritten eindrucksvollen Erfolg. "Sweep" nennen die Amerikaner das, wenn der Gegner in einer Play-off-Serie kein Spiel gewinnt. Ein einziges Mal verbuchten die Quakenbrücker, die im Viertelfinale die Münchner Bayern früher als gedacht in den Urlaub geschickt hatten, in den drei Partien überhaupt eine Führung - in Spiel zwei gingen sie vor eigenem Publikum mit 3:2 in Front - das war es dann aber schon mit der Herrlichkeit. Es war aber nicht die Schwäche des Hauptrunden-Vierten, die diese Serie entschied, sondern die beeindruckende Dominanz des zweimaligen Double-Gewinners, der in allen drei Partien von der ersten Sekunde an klar machte, wer am Ende als Sieger vom Feld gehen wird.

Als Team voll überzeugt


"Meine Jungs gingen extrem fokussiert zu Werke. Sie haben große Energie gezeigt und sehr gut zusammengespielt. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, vor allem mit der Verteidigung. Deshalb möchte ich heute auch keinen Spieler herausheben", zog Bambergs Coach Chris Fleming Bilanz. Auf Grund der geschlossenen Mannschaftsleistung einen Akteur besonders zu loben, wäre den anderen gegenüber auch nicht gerecht gewesen.
"Wir wollten die Serie heute beenden - und so haben wir von Anfang an gespielt. Im ersten Viertel haben wir uns schon 15 Punkte Vorsprung herausgearbeitet. Das war, glaube ich, wichtig für den Verlauf des Spiels", traf der einmal mehr bärenstarke Anton Gavel den Nagel auf den Kopf. Denn mit der Glanzleistung in der ersten Halbzeit (50:29) zogen die Bamberger den Drachen endgültig den Zahn. Hatten sich die Quakenbrücker in Spiel 1 und 2 noch zurückgekämpft, ließen sie am Sonntag mit Ausnahme von Nathan Peavy die Köpfe hängen und ergaben sich in ihr Schicksal. "Wir haben gegen das beste Team der Liga verloren, gratulieren ihnen und wünschen ihnen viel Erfolg in den Finals. In allen drei Spielen sind wir sehr schlecht gestartet. Dann ist es sehr schwer ins Spiel zu kommen, gegen eine Mannschaft, die mit so viel Power und Qualität auftritt. Das wird auch für den Final-Gegner schwer, dieses Team zu schlagen", zollte Dragons-"Zauberzwerg" David Holston, dem nach 33 Minuten sein einziger Korb gelang, dem Liga-Dominator höchstes Lob.
Gut zwei Minuten vor dem Ende sorgte der überragende Tibor Pleiß für das 91:61, Dragons-Coach Stefan Koch hisste in der darauf folgenden letzten Auszeit der Saison die weiße Fahne - Bambergs Fans stimmten die Siegesgesänge an.
"Letztendlich sind wir wohl in allen drei Wettbewerben am späteren Champion gescheitert", stellte Koch fest. In der Pokal-Qualifikation war ebenso wie jetzt im Halbfinale um die Meisterschaft gegen die Brose Baskets Endstation, in der Eurochallenge mussten sich die Drachen Besiktas Istanbul knapp geschlagen geben.
"Ich finde es gigantisch, wie die Jungs als Team auftreten. Das gibt uns die Möglichkeit, jedes Spiel zu gewinnen", freute sich Manager Wolfgang Heyder über den eindrucksvollen "Sweep", der die Brose Baskets auch im Traumfinale gegen Ulm, das am Sonntag (15.30 Uhr) beginnt, zum Favoriten stempelt.

Die Statistik


Brose Baskets Bamberg — Artland Dragons 94:63
(27:12, 23:17, 21:21, 23:13)
Bamberg Tucker (19 Punkte/3 Dreier), Gavel (15/3), Pleiß (14/2), Suput (14/2), Jenkins (12/2), Roberts (6/2), Tadda (5/1), Slaughter (4), Jacobsen (3), Neumann (2), Schmidt, Richter
Quakenbrück Peavy (18/1), King (9), Strasser (8/2), Hilliard (7/1), Fenn (6), Hess (6/1), Thomas (4), Holston (3/1), Bailey, Grünheid (2)
SR Schmidt, Hesse, Krause
Zuschauer 6800 (ausverk.)
Gesamtwurfquote Bamberg 55 Prozent (32 Treffer/58 Versuche), Quakenbrück 38 (21/55)
Dreierquote Bamberg 56 Prozent (15/27), Quakenbrück 30 (6/20)
Freiwurfquote Bbg. 79 Prozent (15/19), Quakenbrück 63 (15/24)
Rebounds Bamberg 26 (24 defensiv/2 offensiv), Quakenbrück 39 (25/14)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 3/10, Quakenbrück 2/19
Assists Bamberg 19/ Quakenbrück 12
Fouls Bamberg 19/ Quakenbrück 22