Die Generalprobe für das Top-Four-Turnier nächstes Wochenende in Bonn ist zwar geglückt, doch wenn die Brose Baskets zum dritten Mal in Folge den Pokal gewinnen wollen, müssen sie sich gegenüber der Vorstellung am Sonntag in Bremerhaven steigern. Die Eisbären kassierten gegen Bamberg mit dem 67:80 (36:48) die fünfte Niederlage in Folge und werden es schwer haben, die Play-offs noch zu erreichen.
"In der zweiten Halbzeit hatten wir einige Schwierigkeiten. Bremerhaven besaß die Chance, noch einmal ins Spiel zu kommen, doch mit der Zone entschieden wir das Spiel zügig für uns", zog Bambergs Assistenztrainer Arne Woltmann Bilanz.
Mister Zuverlässig, Anton Gavel, fehlte gestern in der Bamberger Startformation, weil ihn ein Magen-Darm-Virus ausgebremst hatte. Dafür rückte Karsten Tadda, dem Trainer Chris Fleming ein gutes Spiel bescheinigte, in die erste Fünf. Und die tat sich zunächst schwer gegen die Eisbären, die nach vier Minuten mit 11:6 vorn lagen. Dann bliesen aber Casey Jacobsen, einen Tag vor seinem 31. Geburtstag, und P.J. Tucker zur Aufholjagd. Julius Jenkins war es zu Beginn des zweiten Viertels, der erstmals für eine zweistellige Führung (31:20) des Spitzenreiters sorgte.
Vier Minuten blieben die Norddeutschen im zweiten Abschnitt ohne Korberfolg. Bremerhaven fand kein Mittel gegen die aggressive Verteidigung der Bamberger, der Meister zog bis auf 37:20 davon. Dann schlichen sich aber Unkonzentriertheiten ins Spiel der Brose Baskets ein. Vor allem Jason Cain sorgte mit elf Punkten im zweiten Viertel dafür, dass die Gastgeber verkürzen konnten. Tadda beendete die Bamberger Durststrecke mit einem Dreier zum 44:31. 58 Prozent der Würfe der Gäste fanden in Halbzeit eins den Weg in den Korb, wobei Brian Roberts und Jacobsen (jeweils 11) bereits zur Pause (48:36) zweistellig gepunktet hatten.
Nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Eisbären bissiger und kamen vor allem durch Cain (20 Punkte) bis auf 52:56 (25. Minute) heran. Zudem handelte sich Marcus Slaughter an alter Wirkungsstätte schnell sein viertes Foul ein. Der Center hatte an seinem 27. Geburtstag einen schweren Stand bei den Unparteiischen. Doch Tibor Pleiß, ebenfalls mit drei Fouls belastet, sprang für seinen Kollegen in die Bresche und sorgte zusammen mit Brian Roberts (19 Punkte/6 Assists) dafür, dass der Vorsprung der Bamberger schnell wieder in den zweistelligen Bereich (71:60) anwuchs.
Im Schlussviertel erstickten die Bamberger mit einer Zonenverteidigung die Hoffnungen der Gastgeber endgültig und steuerten dank der Abgeklärtheit von Peja Suput einem ungefährdeten Erfolg entgegen.
Die knapp 100 Fans, die nach dem Sieg in Oldenburg am Mittwoch im hohen Norden geblieben waren, stimmten sich schon einmal auf das Pokal-Halbfinale am nächsten Samstag in Bonn gegen die Ulmer ein.

Die Statistik


Eisbären Bremerhaven - Brose Baskets 67:80
(20:29, 16:19, 21:17, 10:15)

Bremerhaven Cain (20 Punkte/1 Dreier), Everett (15/2), McNaughton (12), A. Smith (9/3), M. Smith (6), Gordon (3/1), Raffington (2), Peacock Johnson
Bamberg Roberts (19/2), Pleiß (13), Tucker (12/1), Jacobsen (11/3), Suput (11/1), Tadda (6/2), Slaughter (4), Jenkins (2), Schmidt (2), Neumann
SR Rucht, Fritz, Hegemann
Zuschauer 3890
Gesamtwurfquote Bremerhaven 38 Prozent (24 Treffer/64 Versuche), Bamberg 47 (27/58)
Dreierquote Bremerhaven 30 Prozent (7/23), Bamberg 39 (9/23)
Freiwurfquote Bremerhaven 80 Prozent (12/15), Bamberg 85 (17/20)
Rebounds Bremerhaven 34 (22 defensiv/12 offensiv), Bamberg (30/8)
Ballgewinne/-verluste Bremerhaven 2/13, Bamberg 7/11
Assists Bremerhaven 12/ Bamberg 13
Fouls Bremerhaven 19/ Bamberg 17