Bamberg — Ein zweites Mal haben sich die Bamberger Bundesliga-Basketballer in eigener Halle nicht düpieren lassen. Eine Woche nach der überraschenden Heimniederlage gegen die Telekom Baskets Bonn gewannen die Brose Baskets am Samstagabend die dritte Partie des Viertelfinals mit 102:92 (51:45) und liegen in der best-of-five-Serie nun mit 2:1 vorne. Sollte der deutsche Meister am Dienstag wie schon in Partie zwei erneut in Bonn gewinnen, wäre der Einzug ins Halbfinale vorzeitig geschafft.
Die Bamberger wurden in der heimischen "Frankenhölle" am Samstag ihrer Favoritenrolle diesmal gerecht und gewannen verdient. Der zweifache Double-Gewinner zeigte eine starke Teamleistung. Mit P.J. Tucker, Tibor Pleiß (beide 18 Punkte), Julius Jenkins (17), Anton Gavel (14), Predrag Suput (12) und Karsten Tadda (10) punkteten gleich sechs Spieler zweistellig. Bei den Bonnern waren Tony Gaffney (22), Benas Veikalas (21/ 5 Dreier) , Serunas Serapinas (19) und Chris Ensminger (12) beste Werfer.
Die Gastgeber lagen bereits im zweiten Viertel mit 17 Punkten in Führung (16. Minute), doch die Bonner gaben nie auf und kämpften sich immer wieder heran. Erst in den Schlussminuten mussten die Gäste dem Kräfteverschleiß Tribut zollen, als sie letztlich entscheidend ins Hintertreffen gerieten
. "Wenn man so hoch führt, muss man erwarten, dass man die Tür zunagelt", bemängelte Bambergs Trainer Chris Fleming die Abwehrarbeit seiner Mannschaft. Der Bonner Coach Mike Koch war trotz der Niederlage zufrieden mit dem Auftritt seines Teams:"Respekt vor meiner Mannschaft. Sie hat sich den Arsch aufgerissen und nie aufgegeben."
Für Unmut in der ausverkauften Stechert-Arena sorgte die rund 100 Bonner Fans zwei Minuten vor Spielende , als sie auf der Stehtribüne unmittelbar hinter dem Spielfeld im Rhythmus hüpften und so die Korbanlage mehrfach gerade zu dem Zeitpunkt zum Schwingen brachten, als ein Bamberger Spieler Freiwürfe ausführen wollte.

Würzburger gewinnen in Berlin


Während Titelverteidiger Bamberg auf Halbfinalkurs liegt, steht Vizemeister Alba Berlin vor dem frühzeitigen Aus. Die Hauptstädter verloren in eigener Halle gegen die Baskets Würzburg mit 84:91 (45:43) und liegen nun 1:2 zurück. Aufsteiger Würzburg kann mit einem Heimsieg am Dienstag (19 Uhr) den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. Auch die gut aufgelegten DaShaun Wood mit 20 und Derrick Allen mit 19 Punkten vermochten die Alba-Pleite nicht zu verhindern. John Little war mit 20 Zählern vor 10 044 Zuschauern bester Würzburger Werfer.
Zuvor hatten die Artland Dragons gegen den FC Bayern München mit 83:67 (44:24) gewonnen; sie liegen nun in der Serie mit 2:1 in Front. Trotz des Fehlens von Spielmacher David Holston, der wegen einer Tätlichkeit für eine Partie gesperrt worden war, waren die Niedersachsen die dominante Mannschaft. Bester Werfer bei den Gastgebern war Anthony Hilliard mit 20 Zählern, bei den Bayern überzeugte Je'Kel Foster mit 15 Punkten.