Das DFB-Bundesgericht folgte in seinem Urteil allerdings der Argumentation des DFB-Kontrollausschusses. «Vereine und Anhänger stellen eine Einheit dar. Für ein Verschulden der Anhänger sind die Vereine haftbar zu machen. Dieser Grundsatz ist für die Verbände unverzichtbar. Die Veranstaltungshoheit der Verbände muss geschützt bleiben», sagte Eilers. Der Vorsitzende Richter verwies darauf, dass auch FIFA und UEFA nach dem Prinzip der «verschuldensunabhängigen Haftung» handeln - etwa bei der Anordnung eines Geisterspiels für Lazio Rom in der Europa League gegen den VfB Stuttgart.

Dem Kontrollausschuss-Vorsitzenden Anton Nachreiner war völlig klar: «Dieses Prinzip aus den Angeln zu heben, muss jemand anders vollziehen. Das kann dieses Gericht nicht.» Sportrecht bleibt Sportrecht - und so konnte der Ankläger in seinem Plädoyer auch weniger juristisch als vielmehr emotional argumentieren: «Die Zustände bei Spielen von Dynamo Dresden sind regelmäßig untragbar. Ich glaube nicht, dass es der Öffentlichkeit vermittelbar ist, zu sagen: Wir heben den Pokalausschluss ein zweites Mal auf.