Die Dresdener bauen ihre Verteidigung vor allem auf einem Punkt auf, der für die Autonomie von Sportverbänden gravierende Folgen haben könnte. Sie argumentieren: Sportrecht und Verfassungsrecht liegen in diesem Fall über Kreuz. Ein ganzer Verein kann nicht für das Verhalten einzelner Anhänger bestraft werden.

«Dynamo Dresden soll für etwas haften, was dem Verein nicht vorzuwerfen ist. Das würde sich im normalen Leben niemand gefallen lassen», sagte Anwalt Jörg Heyer. «Die verschuldensunabhängige Haftung steht zwar in der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB und der DFB hat auch das Recht, sich seine eigenen Regeln zu geben. Aber in diesem Fall verletzen diese Regeln Grundsätze des Verfassungsrechts. Es geht um das Verschuldensprinzip. Man darf nur für etwas bestraft werden, das man auch verschuldet hat.»