Neid gab die Komplimente zurück und befahl dann unter großem Jubel: «Jetzt wollen wir aber nicht mehr reden, sondern endlich mal was trinken!» Für die zuletzt von einigen kritisierte Bundestrainerin war der sechste EM-Coup in Serie, den die eingewechselte Anja Mittag vor 8,91 Millionen ARD-Zuschauern mit ihrem Siegtor in der 49. Minute sicher gestellt hatte, auch eine persönliche Genugtuung. Obwohl die 49-Jährige das nie öffentlich sagen würde. Stattdessen lobte sie die Einstellung, Lernwilligkeit und den Erfolgshunger des im Schnitt 23,6 Jahre jungen Teams: «Ich bin richtig froh und glücklich, dass wir das geschafft haben mit so einer jungen Truppe, die einfach Spaß macht.»

Der Triumph sei «ein tolles Gefühl, vor allem, weil viele nicht daran geglaubt haben, so wie wir ins Turnier gestartet sind», meinte Neid. Denn der EM-Start war äußerst holprig, das Fehlen von sechs wichtigen Spielerinnen deutlich spürbar.