70 Millionen Euro gibt es künftig jährlich, das ist eine Steigerung von mehr als 50 Prozent im Vergleich zu der im Sommer zu Ende gehenden Periode. «Wir werden in den nächsten Gang schalten und dort noch etwas mehr Gas geben», sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung, am Mittwoch in Frankfurt zur Auslandsvermarktung.

Die Bundesliga ist mittlerweile in 200 Ländern im Fernsehen zu sehen, zu 65 Prozent im Pay-TV. Die Eigenvermarktung durch die DFL-Tochter Sports Enterprises habe sich bewährt, so Seifert. «Die Bundesliga-Erlöse aus der internationalen Vermarktung wachsen stärker als die der anderen Top-Ligen.» Allerdings räumte die DFL auch ein, dass sie das Thema jahrelang vernachlässigt hatte. 2005 gab es mit nur 12 Millionen Euro Einnahmen eine «unbefriedigende Umsatzsituation», vor allem im Vergleich zur nationalen Vermarktung mit 276 Millionen Euro.

Von einem damals «dramatischen Rückstand» auf die anderen Top-Ligen in Europa spricht die DFL heute - und versucht nun, aufzuholen. Der englische Fußball, der als erster die enormen wirtschaftlichen Chancen vor allem in Asien erkannt hatte, liegt weiter unerreichbar vorne - und kassiert derzeit jährlich über 500 Millionen Euro pro Saison aus der Auslandsvermarktung.

«Am Ende des Tages möchte international erstmal jeder die Premier League sehen. Wenn die weg ist, interessiert sich jeder für Real Madrid gegen FC Barcelona», räumte Seifert ein. Aber die Bundesliga sei dabei, die Lücke immer mehr zu schließen und die Erlöse wüchsen stärker als in anderen Top-Ligen. «Wir wollen ein größeres Stück vom Kuchen», sagte der DFL-Boss.

Um das Wachstum weiter voran zu treiben, wird die Dachorganisation des deutschen Profifußballs deshalb in Singapur eine Asien-Pazifik-Repräsentanz eröffnen. Aktuelle und potenzielle Kunden in 40 Ländern, so Enterprises-Geschäftsführer Jörg Daubitzer, werden von dort aus betreut. Zudem gibt es von der kommenden Saison an ein neues internationales Online-Portal Bundesliga.com, das auf die Interessen der einzelnen Regionen zugeschnitten ist. Zum Beispiel auf Polen, das nicht nur wegen der Dortmunder Stars Robert Lewandowski und Jakub «Kuba» Blaszczykowski riesiges Interesse an der Bundesliga zeigt, oder auch auf Japan, dessen Profis hierzulande immer begehrter werden.