Damit setzt die MLS vor dem Saisonstart am Samstag ihre Vermarktungsstrategie fort, mit bekannten Namen und Fußball-Größen, die den Höhepunkt ihrer Karrieren längst überschritten haben, das eigene Standing im Weltfußball zu verbessern.

Fire-Coach Frank Klopas war sogar außer sich vor Freude, als die Verpflichtung von «Weltklasse-Spieler» Friedrich endlich perfekt war. «Er hat eine unglaubliche Erfahrung, ist Führungsspieler, verfügt über eine Gewinner-Mentalität und kann das Team pushen», so Klopas. Auf der Vereinshomepage wurde umgehend nicht nur stolz die Vita des Neuzugangs mit unter anderem 82 Länderspielen und zwei WM-Teilnahmen aufgelistet, sondern den Fans auch genau aufgeschrieben, wie man dessen Namen richtig ausspricht: «ARR-knee FREE-drick».

Derartige Hilfestellungen brauchen sie in Toronto nicht. Hier hat «Über-Torsten» (Vereinshomepage) Frings bereits in seinen 13 MLS-Spielen der Vorsaison gezeigt, wie wertvoll er ist. Die Tageszeitung «Globe and Mail» bezeichnet den ehemaligen Bremer als «Herz und Hirn» des Teams und geht sogar noch weiter: «Um ehrlich zu sein, es gibt in Toronto keinen anderen Profi mit solch einem Resümee wie Frings.»

Der 79-malige Nationalspieler ist Kapitän und gehört neben David Beckham, Landon Donovan, Thierry Henry und Arne Friedrich zu den internationalen Stars der Liga, gibt sich aber dennoch bescheiden: «Ich bin offen für Kritik. Wenn einer der jüngeren Spieler einen Fehler bei mir sieht, kann er gerne zu mir kommen und mir das sagen.»

Doch selbst Frings konnte nicht verhindern, dass der TFC im Vorjahr seine schlechteste MLS-Saison spielte, nur 16. wurde und mit 59 Gegentoren die Schießbude der Liga stellte. Ob Toronto im sechsten Jahr endlich die Playoffs erreicht, wird maßgeblich von Frings' Fähigkeiten abhängen. Seine Saison-Premiere verlief auf jeden Fall vielversprechend. Beim 2:2 im Viertelfinal-Hinspiel der CONCACAF-Champions-League gegen die Los Angeles Galaxy bereitete er beide Treffer seines Teams vor.

Die Galaktischen um Beckham, Donovan und den Iren Robbie Keane sind diesmal die Gejagten - und klaren Titelfavoriten. «Alles andere als ein weiterer MLS-Titel ist unakzeptabel», schrieb die Los Angeles Times. Von Zweitligist FC Ingolstadt wurde Stürmer Edson Buddle zurückgeholt und Beckham, der im November erstmals mit Galaxy Meister wurde, hat sich gegen ein lukratives Angebot von Paris St. Germain entschieden und um zwei Jahre verlängert. «Wir hatten eine großartige Saison, sind Meister - aber das ist alles Vergangenheit. Wir müssen es jetzt wiederholen», fordert der 36-Jährige.

Die Liga-Verantwortlichen heben derweil stolz hervor, dass die MLS in ihre 17. Saison startet und somit ein Jahr länger existiert als ihr Vorgänger, die viel gepriesene North American Soccer League (NASL), in der einst Weltstars wie Pele, Franz Beckenbauer und Gerd Müller auf ihre alte Tage kickten. Die anfangs oft gestellte Frage «Wie lange wird die MLS überleben», fällt schon lange nicht mehr. Der Soccer wächst in Nordamerika langsam aber stetig und mit ihm die heimische Liga. Mit einem Schnitt von 17872 Zuschauern kamen in der Vorsaison bereits mehr Menschen in die MLS-Stadien als in die Arenen der Basketball-Liga NBA (17323) und der Eishockey-Liga NHL (17132).