Die letzten Jahre in Ballacks langer Laufbahn, die einst bei Motor Fritz-Eckert Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz begonnen hatte, waren sicher seine schwierigsten. Ein Foul des Neu-Schalkers Kevin-Prince Boateng beendete 2010 nicht nur die WM-Hoffnungen des gebürtigen Görlitzers, sondern auch seine Nationalmannschafts-Karriere. Ballack verlor seine Kapitänsbinde an Lahm, der sie nach dem Championat in Südafrika nicht mehr hergeben wollte.

Löw verzichtete auf den «Capitano». Der von Verletzungen geplagte Ballack lehnte das Angebot für zwei abschließende Einsätze in Freundschaftsspielen ab, mit denen er doch noch in den «Club der Hunderter» aufgestiegen wäre. «Im Fußball gibt es schwierige Zeiten, wie im normalen Leben auch», bemerkte der heute 36-jährige Ballack mit etwas Abstand. «Wichtig ist, dass man wieder zusammenkommt. Wir haben miteinander geredet, das ist die Hauptsache», ergänzte er in Richtung Löw: «Ich habe mit dem aktiven Fußball abgeschlossen und den Absprung emotional gut geschafft.»