Da die Dortmunder beim denkwürdigen 4:4 gegen den VfB Stuttgart zwei Punkte liegen ließen, kamen die Münchner bis auf drei Zähler heran. Zudem hat der FC Bayern das bessere Torverhältnis. Wenn in anderthalb Wochen das Gipfeltreffen in Dortmund ansteht, könnte es zur Ablösung an der Tabellenspitze kommen. «Wir haben es in der eigenen Hand, aber Dortmund ist immer noch drei Punkte vorne», sagte WM-Torschützenkönig Thomas Müller.

Bayer Leverkusen ist von solchen Rechenspielen weit entfernt. Der Champions-League-Teilnehmer trennte sich nach fünf Niederlagen hintereinander von Trainer Robin Dutt. «Wir mussten diesen Weg gehen, um das Saisonziel internationaler Wettbewerb weiter mit frischem Wind zu verfolgen», erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser am Sonntag nach dem 0:2 gegen den SC Freiburg. Dutt, der zu Saisonbeginn aus dem Breisgau an den Rhein gekommen war, geht mit erhobenem Haupt. «Ich bin nicht zufrieden mit meiner sportlichen Leistung, aber ich denke, dass ich als Mensch Robin Dutt hier doch einiges hinterlassen habe», sagte er.

Das Rennen um die internationalen Startplätze hat sich zugespitzt. Fünf Teams machen sich noch Hoffnung auf die Europa League. Dabei weisen Stuttgart, Leverkusen, Bremen und Wolfsburg je 40 Punkte auf. Hannover 96 (38) konnte mit einem Sieg am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach an diesem Quartett vorbeiziehen.

Genauso spannend ist sechs Spieltage vor dem Saisonschluss der Abstiegskampf. Der 1. FC Köln rutschte nach dem 1:2 beim Aufsteiger FC Augsburg auf den Relegationsrang 16 ab. Der desolate Zustand der Mannschaft könnte auch FC-Trainer Stale Solbakken den Job kosten. Der Coach selbst nahm die Pleite auf seine Kappe: «Ich habe die Verantwortung für diese Leistung. Das war für mich nicht akzeptabel.»

Noch prekärer als in Köln ist die Lage bei Hertha BSC. Nach dem 1:4 gegen den VfL Wolfsburg bleiben die Berliner auf Abstiegsplatz 17 hängen. Der Rückschlag nach dem Auswärtssieg in Mainz vor einer Woche ließ den sonst so redseligen Hertha-Coach Otto Rehhagel wortkarg werden. «Manchmal ist es besser, wenn man nichts sagt», kommentierte «König-Otto» die Leistung des Teams.

Wenig bis gar keine Hoffnung besteht für den 1. FC Kaiserslautern. Das Schlusslicht kann den Abstieg nach dem 0:1 im Kellerduell gegen den Hamburger SV bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wohl kaum noch abwenden. «Uns fehlen die Argumente. Die Punkte sind nicht da, wir schießen keine Tore», musste Vereinsboss Stefan Kuntz einräumen. Der HSV kann hingegen etwas durchatmen. Die Hanseaten beendeten die Negativserie von sechs Spielen in Folge ohne Sieg und verbesserten sich auf Platz 15. Von Befreiung wollte beim Bundesliga-Dino aber niemand sprechen. «Wir haben noch sechs Endspiele. Die Gefahr bleibt bestehen», sagte Sportchef Frank Arnesen.