Christian Streichs Gesichtsfarbe wirkte nach den schweren Vorwürfen von Gertjan Verbeek noch blasser als sonst. Es war für den Trainer des SC Freiburg eine neue Erfahrung, dass ein Kollege wegen seines Verhaltens die Teilnahme an der obligatorischen Pressekonferenz verweigerte.

«Unglaublich, so eine Unterstellung. Das ist völliger Wahnsinn, so was zu sagen. Unfassbar», erklärte Streich nach dem dramatischen 3:2 (1:2)-Sieg im Abstiegskampf gegen den 1. FC Nürnberg. Die Verbal-Attacke Verbeeks tat ihm «richtig weh.»

Mit einer bislang einmaligen Wutrede gegen einen anderen Trainer hatte sich der Niederländer Luft verschafft. Streichs Benehmen während des Spiels hatte ihn in Rage versetzt. «Wenn man so von einem Kollegen behandelt und beschimpft wird: So etwas habe ich noch nicht erlebt. Das ist unverschämt, brutal und respektlos», echauffierte sich Verbeek und begründete seinen Pk-Verzicht in TV-Interviews: «Ich will mich nicht neben meinen Kollegen setzen. Das ist für mich kein Kollege.»