Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor,im vergangenen Mai seine 26 Jahre alte Frau im mittelfränkischen Lichtenau (Landkreis Ansbach) getötet zu haben, weil sich diese von ihm trennen wollte. Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen Totschlags angeklagt. Der 25-Jährige gab zu Prozessauftakt zu Protokoll, er könne sich an die Tat nicht mehr erinnern.


Frau wollte den Täter verlassen - es kommt zum tödlichen Streit

Seine Frau habe ihm wenige Tage zuvor eröffnet, dass sie ihn wegen eines anderen Mannes verlassen werde. Bei einem Streit habe sie sich über ihn lustig gemacht, dadurch sei die Situation eskaliert. An die Momente danach habe er aber keine Erinnerung mehr. Er wisse nur noch, dass er den Puls seiner auf dem Bett liegenden Frau habe fühlen wollen. Er habe aber keinen mehr gefunden. Danach sei er mit seiner damals fünf Jahre alten Tochter, die während der Tat geschlafen habe, zu seinen Eltern gegangen und habe mit seiner Mutter auf die Polizei gewartet.


Das Paar habe sich öfters gestritten

Ein Polizist berichtete, dass der 25-Jährige bei der Vernehmung gesagt habe, er habe seine Frau erdrosselt, weil sie einen Geliebten habe. Alkohol getrunken oder Drogen genommen habe der Angeklagte vor der Tat nicht. Der 25-Jährige sagte, es habe sich bei seiner Beziehung um eine "ganz normale Ehe" gehandelt. Auch früher habe es öfter Streitereien mit Handgreiflichkeiten gegeben.

Die Angehörigen berichteten im Prozess sehr unterschiedlich von der Ehe des mutmaßlichen Täters und seiner Frau: Laut den Eltern des Angeklagten gab es nie außergewöhnlichen Streit. Auch von Schlägen hätten sie nichts mitbekommen. Das Paar sei fast täglich bei ihnen zum Essen gewesen.

Die Mutter des Opfers dagegen berichtete, ihre Tochter habe ihr kurz vor der Tat gesagt, sie wolle sich von ihrem Mann trennen. Doch sie fürchte, dass ihr Mann ihr dann etwas antue. Bei den Auseinandersetzungen sei es fast immer um die Geldprobleme der beiden gegangen. Sie habe bereits seit längerem ein Tagebuch über die Beziehungsprobleme ihrer Tochter geführt, sagte die Mutter aus.

An diesem Mittwoch könnte es in dem Prozess das Urteil geben.