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Ansbach
Vandalismus

Vandalen zerstören neun Feldkreuze in Franken - Polizei fasst achtköpfige Gruppe

Die Polizei hat acht weibliche und männliche Vandalen ermittelt, die für die Zerstörung von neun Feldkreuzen verantwortlich sein sollen. Der Schaden beläuft sich auf rund 30.000 Euro, wobei der immaterielle Wert schwer zu beziffern ist.
 

Im Frühjahr 2020 kam es in Westmittelfranken zu einer Serie von zerstörten Feldkreuzen. Die Polizeiinspektion Ansbach konnte nun nach intensiver Ermittlungsarbeit mehrere Täter überführen. Das berichtet die Polizei Mittelfranken am Freitag (14. August 2020). 

Im April und Mai 2020 zerstörten zunächst Unbekannte an unterschiedlichen Orten in den Landkreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen an Straßen und Wegen aufgestellte Feldkreuze. Die Kreuze waren meist sehr alt und standen teilweise bereits unter Denkmalschutz. Einige der Kreuze waren über mehrere Generationen hinweg liebevoll gepflegt worden und fester Teil des örtlichen Landschaftsbildes. Sogar ein Buch befasst sich mit der Geschichte der Wegkreuze und Marterln.

Vandalen in den Kreisen Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen zerstören Feldkreuze

Laut Polizei nahm die Serie zwischen Mittwoch (15. April 2020) und Donnerstag (16. April 2020) ihren unheilvollen Anfang. Zunächst Unbekannte zogen den Sandsteinblock eines Feldkreuzes bei Großlellenfeld vom Sockel. Dadurch wurde die Jesusstatue des Kreuzes zerschlagen und die Platte beschädigt.

Eineinhalb Wochen später, im Zeitraum von Donnerstag (23. April 2020) bis Dienstag (28. April 2020) wurden eine ganze Reihe weiterer Kreuze zerstört:

  • So warfen die Unbekannten den Steinsockel eines denkmalgeschützten Kreuzes zwischen Kleinried und Irrebach um. Dadurch wurde das über 100-jährige Kreuz und eine Marienfigur beschädigt.
  • Ein weiteres Feldkreuz wurde an der Kreisstraße bei Filchenhard mitsamt des Sockels umgeworfen. Dabei brach das gusseiserne Kruzifix ab. Dieses war im Jahr 1902 an dem Ort aufgestellt worden.
  • Auch an der Straße zwischen Stetten und Gnotzheim fiel ein Feldkreuz den Unbekannten zum Opfer. Es wurde umgeschmissen und dadurch komplett zertrümmert.
  • Ein Feldkreuz bei einer Bushaltestelle bei Georgenhaag, dass auf einem ca. 1,5 Meter hohen Steinpodest stand, schlugen die Unbekannten mutmaßlich mit einem Hammer oder einem anderen Werkzeug herunter.
  • Ein weiteres zertrümmertes Feldkreuz stand an der Kreisstraße AN57 an der Abzweigung nach Waffenmühle. Hier wurde das metallene Kreuz aus einer massiven Sandsteinhalterung gerissen.
  • An der gleichen Kreisstraße stand bei Wiesethbruck noch ein weiteres Feldkreuz. Auch dieses wurde Opfer der Zerstörungswut und durch die Täter umgeworfen und beschädigt.
  • Zuletzt fanden die Unbekannten bei einer Bushaltestelle bei Georgenhaag noch ein Kreuz, dass auf einem 1,5 Meter hohen Steinpodest stand. Dieses schlugen die Täter vermutlich mit einem Hammer herunter.
  • Am darauf folgenden Wochenende, um den 1. Mai, setzte sich die Serie mit einem Flurkreuz in Aurach fort. Bei diesem wurden der Jesusfigur die Beine gewaltsam abgerissen.

Mehrfache Zeugenaufrufe

Da aufgrund der Vorgehensweise der Täter ein Zusammenhang zwischen den Fällen nahelag, übernahm die Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Ansbach zentral die Ermittlungen der Serie. Die Polizei veröffentlichte mehrfach Zeugenaufrufe und bat um Mithilfe der Bevölkerung bei der Klärung der Taten.

Mit großem Aufwand gelang es der Sachbearbeiterin der Inspektion, eine Gruppe von Tatverdächtigen zu ermitteln, die die Sachbeschädigungen in wechselnder Besetzung durchgeführt hatten. Rädelsführer der achtköpfigen Gruppe war mutmaßlich ein 42-jähriger Mann aus Gunzenhausen. Dieser war bereits in der Vergangenheit mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten und offensichtlich treibende Kraft der Sachbeschädigungsserie.

In wechselnden Besetzungen waren die fünf Männer und drei Frauen mit einem Fahrzeug ziellos umhergefahren. Zuerst hatten Sie nur aus einer Laune heraus grüne Kreuze umgedreht, die als Protestaktion von Landwirten aufgestellt waren. Dies steigerte sich anschließend zur ersten Beschädigung eines Feldkreuzes und danach zur beschriebenen Serie.

Nicht nur Kreuze demoliert

Wie die Ermittlungen zeigten, zerstörten die Tatverdächtigen nicht nur Feldkreuze. So hinterließen sie Mitte Mai eine Schneise der Verwüstung in der Nähe des Ortes Arberg. Dort warfen sie Jagdhochsitze um, beschädigten Leitpfosten, zertrümmerten ein Bushäuschen mit einer Axt, zerstörten eine Sitzgruppe und schlugen Bäume um.

Ein religiöses Motiv schien die Gruppe nicht zu verfolgen. Aus den Angaben zur Sache geht allerdings eine sehr despektierliche Wortwahl hinsichtlich der Zerstörung der Kreuze hervor.

Aufgrund des Alters der Feldkreuze sowie des immateriellen Wertes kann der Gesamtschaden nur schwer beziffert werden. Die Polizei geht von einem Schaden in Höhe von ca 30.000 Euro aus.