Im Herbst 2021 hat sich auf dem Parkplatz des Jugendamts in Rothenburg ob der Tauber schreckliches abgespielt. Eine Mitarbeiterin wurde von einem Mann, der ihr dienstlich bekannt war, mit einer Machete attackiert.

Der mutmaßliche Angreifer ergriff zunächst die Flucht und stellte sich Wochen später der Polizei. Jetzt wurde der 29-Jährige angeklagt.

Update vom 12.04.2022: Jugendamt-Mitarbeiterin mit Machete verletzt - 29-Jähriger angeklagt

Nach einem Machetenangriff auf eine Mitarbeiterin des Jugendamtes im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber hat die Staatsanwaltschaft Ansbach Anklage gegen einen 29-jährigen Mann erhoben. Der mehrfach Vorbestrafte werde des versuchten Mordes beschuldigt, teilte die Anklagebehörde am Dienstag (12. April 2022) laut dpa mit.

Den Angaben zufolge war der Mann im September 2021 mit einer Machete im Ärmel zum Rothenburger Jugendamt gegangen. Dort habe er dann der für ihn zuständigen Mitarbeiterin mit der Waffe zweimal wuchtig ins Gesicht geschlagen. Zeugen fanden die Frau schließlich mit schweren knöchernen Verletzungen auf dem Parkplatz der Behörde. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Frau deswegen noch immer in Behandlung. Es sei mit bleibenden Schäden zu rechnen, hieß es.

Wenige Tage nach der Tat wurde der Verdächtige in Baden-Württemberg festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Nun muss die Schwurgerichtskammer des Ansbacher Landgerichts entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt.

Update vom 22.03.2022: Attacke auf Rothenburger Jugendamt-Mitarbeiterin - Verdächtiger stellt sich nach drei Tagen

Der Verdächtige habe sich am Samstagnachmittag bei einer Polizeidienststelle in Baden-Württemberg gestellt, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Nachdem seine Identität zweifelsfrei geklärt werden konnte, nahmen ihn die Polizeibeamten vor Ort fest.

Die Staatsanwaltschaft Ansbach stellte Haftantrag. Zur Prüfung der Haftfrage wird der Festgenommene dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Erstmeldung vom 23.09.2021: Mitarbeiterin des Jugendamtes im Kreis Ansbach schwer verletzt - 28-Jähriger auf der Flucht

Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken berichtet, wurde die Verletzte am Bezoldweg unmittelbar vor dem Durchgang zur Klingenbastei entdeckt. Es handelt sich um eine Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes Ansbach. Da die Frau deutlich erkennbare Gesichtsverletzungen hatte, dachten die Helfenden zunächst, sie wäre gestürzt und verständigten den Rettungsdienst. Im Zuge der ärztlichen Behandlung gab sie aber an, dass ein 28-Jähriger, der ihr dienstlich bekannt ist, die Verletzungen zugefügt hatte.

Auf Bitten des Mannes hatte sie sich in ihrer Tätigkeit als Jugendamt-Mitarbeiterin auf dem Parkplatz mit ihm getroffen. Das Motiv des mutmaßlichen Angreifers dürfte laut derzeitigen Erkenntnissen der Polizei in einer aktuellen Sachbearbeitung des Jugendamtes liegen, von der er betroffen war. Die Mitarbeiterin musste aufgrund ihrer schweren Verletzungen vom Notarzt behandelt und in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dort befindet sie sich zum aktuellen Zeitpunkt noch immer (Stand: 23. September 2021).

Das Ansbacher Landratsamt äußerte sich bestürzt über die Attacke. "Die Nachricht vom schweren tätlichen Angriff auf unsere Mitarbeiterin während ihres Dienstes hat mich zutiefst bestürzt. Unsere Gedanken sind bei ihr und wir wünschen ihr eine rasche und vollständige Genesung", so Landrat Jürgen Ludwig. Zum Schutz der Mitarbeitenden und der Bürgerinnen und Bürger wurden nun Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Landrat bestürzt über Attacke: Sicherheitsmaßnahmen im Landratsamt

Die Eingänge an allen Dienstgebäuden, einschließlich der Außenstellen wurden verschlossen und in der Dienststelle in Rothenburg sowie dem Dienstgebäude in der Crailsheimerstraße in Ansbach regelt ein Sicherheitsdienst den Zugang. Der Dienstbetrieb wird zwar aufrechterhalten, bis der Täter gefasst wird, werde es aber keinen Bürgerverkehr in den Außenstellen geben. Die Zulassungsstellen sind dagegen ab Freitag (24. September 2021) wieder regulär nach Terminvereinbarung geöffnet. Auch hier wird der Zugang von einem Sicherheitsdienst kontrolliert.

"Uns ist bewusst, dass einige Bürger ihre Geschäfte im Landratsamt Ansbach nun nicht wie geplant erledigen konnten. Vor dem Hintergrund einer solchen Gewalttat bitten wir um Verständnis", so der Landrat. Die Polizei Rothenburg hatte in den Abendstunden bereits eine umfangreiche Fahndung eingeleitet, an der auch Personensuchhunde beteiligt waren. Bislang konnte der Mann noch nicht gefasst werden.

Weitere Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei Ansbach. Die Beamten suchen dabei dringend nach Zeugen des Angriffs. Wer zur Tatzeit gegen 16.00 Uhr Beobachtungen auf dem Parkplatz am Bezoldweg machen konnte, wird gebeten sich zu melden. Unter der Rufnummer 0911 2112-3333 ist ein Hinweistelefon geschaltet.

mit dpa

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