Die Polizei Mittelfranken hat Neuigkeiten zum Fall einer schwer verletzten Frau veröffentlicht, die von Passanten am Mittwoch (22. September 2021) auf einem Parkplatz in Rothenburg ob der Tauber gefunden worden war. Sie wurde von einem Mann körperlich angegriffen und schwer verletzt.

Wie die Polizei nun mitteilte, wurde der 28-jährige Tatverdächtige, der seit Mittwoch auf der Flucht war, am Samstag (25. September 2021) in Baden-Württemberg festgenommen.

Update: Attacke auf Rothenburger Jugendamt-Mitarbeiterin - Verdächtiger stellt sich nach drei Tagen

Der Verdächtige habe sich am Samstagnachmittag bei einer Polizeidienststelle in Baden-Württemberg gestellt, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Nachdem seine Identität zweifelsfrei geklärt werden konnte, nahmen ihn die Polizeibeamten vor Ort fest.

Die Staatsanwaltschaft Ansbach stellte Haftantrag. Zur Prüfung der Haftfrage wird der Festgenommene dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Erstmeldung: Mitarbeiterin des Jugendamtes im Kreis Ansbach schwer verletzt - 28-Jähriger auf der Flucht

Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken berichtet, wurde die Verletzte am Bezoldweg unmittelbar vor dem Durchgang zur Klingenbastei entdeckt. Es handelt sich um eine Mitarbeiterin des Kreisjugendamtes Ansbach. Da die Frau deutlich erkennbare Gesichtsverletzungen hatte, dachten die Helfenden zunächst, sie wäre gestürzt und verständigten den Rettungsdienst. Im Zuge der ärztlichen Behandlung gab sie aber an, dass ein 28-Jähriger, der ihr dienstlich bekannt ist, die Verletzungen zugefügt hatte.

Auf Bitten des Mannes hatte sie sich in ihrer Tätigkeit als Jugendamt-Mitarbeiterin auf dem Parkplatz mit ihm getroffen. Das Motiv des mutmaßlichen Angreifers dürfte laut derzeitigen Erkenntnissen der Polizei in einer aktuellen Sachbearbeitung des Jugendamtes liegen, von der er betroffen war. Die Mitarbeiterin musste aufgrund ihrer schweren Verletzungen vom Notarzt behandelt und in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Dort befindet sie sich zum aktuellen Zeitpunkt noch immer (Stand: 23. September 2021).

Das Ansbacher Landratsamt äußerte sich bestürzt über die Attacke. "Die Nachricht vom schweren tätlichen Angriff auf unsere Mitarbeiterin während ihres Dienstes hat mich zutiefst bestürzt. Unsere Gedanken sind bei ihr und wir wünschen ihr eine rasche und vollständige Genesung", so Landrat Jürgen Ludwig. Zum Schutz der Mitarbeitenden und der Bürgerinnen und Bürger wurden nun Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

Landrat bestürzt über Attacke: Sicherheitsmaßnahmen im Landratsamt

Die Eingänge an allen Dienstgebäuden, einschließlich der Außenstellen wurden verschlossen und in der Dienststelle in Rothenburg sowie dem Dienstgebäude in der Crailsheimerstraße in Ansbach regelt ein Sicherheitsdienst den Zugang. Der Dienstbetrieb wird zwar aufrechterhalten, bis der Täter gefasst wird, werde es aber keinen Bürgerverkehr in den Außenstellen geben. Die Zulassungsstellen sind dagegen ab Freitag (24. September 2021) wieder regulär nach Terminvereinbarung geöffnet. Auch hier wird der Zugang von einem Sicherheitsdienst kontrolliert.

"Uns ist bewusst, dass einige Bürger ihre Geschäfte im Landratsamt Ansbach nun nicht wie geplant erledigen konnten. Vor dem Hintergrund einer solchen Gewalttat bitten wir um Verständnis", so der Landrat. Die Polizei Rothenburg hatte in den Abendstunden bereits eine umfangreiche Fahndung eingeleitet, an der auch Personensuchhunde beteiligt waren. Bislang konnte der Mann noch nicht gefasst werden.

Weitere Ermittlungen übernimmt die Kriminalpolizei Ansbach. Die Beamten suchen dabei dringend nach Zeugen des Angriffs. Wer zur Tatzeit gegen 16.00 Uhr Beobachtungen auf dem Parkplatz am Bezoldweg machen konnte, wird gebeten sich zu melden. Unter der Rufnummer 0911 2112-3333 ist ein Hinweistelefon geschaltet.