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Dinkelsbühl: Metal-Festival "Summer Breeze" soll trotz Corona mit 40.000 Besuchern stattfinden

Das Metal-Festival "Summer Breeze" soll trotz Corona mit 40.000 Besuchern im Fränkischen Dinkelsbühl vom 18. bis 21. August 2021 starten. Die Veranstalter setzen auf ein 105-seitiges Konzept, um Metal-Fans das Live-Erlebnis zu ermöglichen.
 
Das Summer Breeze Festival 2021 könnte mittels einer neuen Teststrategie in diesem Jahr starten. Foto: Summer Breeze Open Air
Das Summer Breeze Festival 2021 könnte mittels einer neuen Teststrategie in diesem Jahr starten. Foto: Summer Breeze Open Air
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  • Erklärtes Ziel der Veranstalter: "Summer Breeze Open Air 2021 vom 18. bis 21.
    August 2021 in Dinkelsbühl sicher stattfinden lassen"
  • Veranstalter wenden sich mit 105-seitigem Konzept und einem offenen Brief an Entscheidungsträger aus der Politik und an die Fans
  • Umfrage: Fans befürworten die Strategie der Schutz-Maßnahmen

Mit einem aufwendigen Konzept wollen die Veranstalter das "Summer Breeze" -Festival trotz der aktuellen Corona-Pandemie durchführen. "Wir können logistisch abbilden, dass alle 40.000 Gäste vor Betreten des Geländes, während des Events und vor der Abreise getestet werden", sagte Veranstaltungsleiter Jonas Medinger am Dienstag (20. April 2021), der in einem offenen Brief Ministerpräsident Markus Söder um Unterstützung bittet. Mit 40.000 Gästen ist das "Summer Breeze" nach Angaben des Veranstalters das größte Metal- und Rockfestival in Süddeutschland. Sollte das Summer Breeze tatsächlich stattfinden können, werden voraussichtlich Auftritte von Bands wie Amon Amarth, Blind Guardian und Paradise Lost zu sehen sein.

Corona-Tests: davor, dabei und danach 

Das 105-seitige Konzept sei in monatelanger Zusammenarbeit mit der Universität Trier, der Fachhochschule Aalen, der Universität der Bundeswehr und dem Bayerischen Roten Kreuz entstanden, heißt es in dem Brief. Fachpersonal soll die engmaschigen Tests durchführen, Tickets seien personalisiert und Besucher könnten direkt kontaktiert werden.

"Die gesamte Event- und Kulturbranche steht am Abgrund. Wir müssen das dringend ändern und dafür liefern wir heute unseren gesamtgesellschaftlichen Beitrag", erklärt Geschäftsführer Achim Ostertag in dem offenen Brief, welchen Fans und Interessierte hier nachlesen können.

In dem vorliegenden Konzept wird detailliert dargelegt, wie die Durchführung des Summer Breeze aussehen kann. Mit klarem Fokus auf Infektionserkennung sowie -vermeidung bietet es einen Katalog an Maßnahmen, um potenziellen Problemstellungen entgegenzuwirken. Veranstaltungsleiter Jonas Medinger sagte dazu: "Kern des Infektionsschutzes ist unsere engmaschige Teststrategie mittels Schnell- und PCR-Tests", wobei klargestellt wird, dass ein durchgehendes Testen aller Teilnehmenden während des Festivals gewährleistet werden könne.  

Task Force zur Entwicklung eines Infektionsschutzgesetz 

Dank der Unterstützung der Initiative Musik konnte eine Task Force gebildet werden, die aus internen Mitarbeitenden der Bereiche Programmgestaltung, Infrastruktur, Marketing, Kommunikation und Ticketing besteht.

Hinzugezogen wurden Experten aus dem internationalen Veranstaltungsumfeld, der Medizin, den Behörden sowie Vertretungen von Hochschulen und Universitäten aus den Fachbereichen Soziologie und Gefahrenmanagement, um ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtergebnis zu erzielen. In diesem Sinne wurde ein umfassendes Infektionsschutzgesetz entwickelt, welches transparent allen Interessierten vorliegt. 

Fans befürworten die Schutz-Maßnahmen

Eine Umfrage mit knapp 18.000 Teilnehmenden belege, dass die Fans bereit wären, die notwendigen Maßnahmen mitzutragen, so Ostertag in dem offenen Brief.  Besonders steche die hohe Impfbereitschaft der Besuchergruppe unter 40 Jahren heraus: "Über 80 Prozent der Befragten wären bereit, einen von uns im Vorfeld organisierten Impftermin wahrzunehmen."

Es bleibt offen, wie die Entscheidungsträger in der Politik auf das Konzept reagieren und welches Signal an die Musikbranche und an die zahlreichen Fans gesendet wird.  

In den Niederlanden fand am Wochenende eine Party mit 10.000 Gästen statt - im Rahmen einer Testreihe. Dies sorgte für viel Empörung.