Verwahrlost, vernachlässigt und am Ende verhungert: 171 Rinder mussten auf einem Bauernhof im Landkreis Ansbach qualvoll sterben, weil ihr Besitzer sie über längere Zeit nicht richtig versorgt und gefüttert hatte. Nun soll der Landwirt dafür bestraft werden.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt ihn der quälerischen Misshandlung und Tötung von Wirbeltieren. Seit 2014 war er eigenständig für den Rindermastbetrieb verantwortlich, zu dem ursprünglich insgesamt 217 Tiere zählten. Vor fünf Monaten kam heraus, dass der Mann seine Tiere nicht mit genügend Futter versorgte, als 171 der Tiere verendeten. „Die Tiere erhielten weder ausreichend Futter und Wasser noch erhielten sie die benötigte tiermedizinische Behandlung“, heißt es dazu in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft.

Nach dem grausigen Fund war noch versucht worden, die überlebenden Tiere wieder aufzupäppeln. Ihr Zustand war aber bereits so schlecht, dass sie eingeschläfert oder notgeschlachtet werden mussten. Die Staatsanwaltschaft hat ein psychologisches Gutachten angefordert, demzufolge der Landwirt in der Zeit, in der er seine Tiere vernachlässigt hatte, nur vermindert schuldfähig war. Das Amtsgericht Ansbach müsse nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

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