Weil er seiner schwangeren Freundin nach Überzeugung des Gerichts heimlich ein Abtreibungsmittel ins Essen gemischt hat, ist ein 31 Jahre alter Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Ansbach blieb damit am Dienstag unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die ein Jahr ohne Bewährung gefordert hatte.


Die Verteidigung hatte für ihren Mandanten auf Freispruch plädiert und argumentiert, der Mann habe das Abtreibungsmittel zwar besessen, aber es sei nicht nachweisbar, dass er es auch ins Essen gemischt habe.

 


Haar-Analyse gibt Aufschluss

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hatte der Mann dies aber im Sommer 2016 heimlich getan. Eine Haar-Analyse habe eindeutig ergeben, dass sie das Mittel zu sich genommen habe. Die 34-Jährige nahm allerdings nur einen Teil des Essens zu sich.

Der Vorfall soll sich im Sommer 2016 in der gemeinsamen Wohnung des Paars in Dietenhofen (Landkreis Ansbach) zugetragen haben. Nachdem sie die Pillen gefunden habe, hätten sie und ihre Mutter einen Anwalt kontaktiert und sie sei ins Krankenhaus gegangen, sagte die Frau vor Gericht aus. Mitte September 2016 brachte die Frau ein gesundes Kind zu Welt. Es sei äußerlich gesund, habe allerdings Probleme mit Puls und Atmung und müsse daher mit einem Überwachungsmonitor schlafen.

Im Dezember 2016 gab die Frau nach eigener Aussage eine Haarprobe ab. Laut einem Gutachten von Juni 2017 hatte sie das Medikament im Blut. Ihr früherer Lebensgefährte sei im Jahr 2016 mit einem Freund zu einem Tagesausflug nach Tschechien gefahren, zu dem sie nicht habe mitkommen dürfen, sagte die Frau. Sie denke, dass ihr Ex-Freund sich die Pille dort auf dem Schwarzmarkt besorgt habe.