Zwei Frauen fungieren seit Anfang Mai als Jugendbeauftragte des Stadtrates: Rica Kohmann (SBUN) und Christina Gründel (JB) arbeiten fraktionsübergreifend zusammen und teilen sich das Amt, das zuvor Holger Then (JB) innehatte. Sie gehen mit Elan an ihre Aufgaben heran und haben etliche Pläne, um die Stadt für Kinder und Jugendliche attraktiver zu machen. Dazu brauchen sie freilich die Unterstützung der Bürgermeister und Stadträte sowie Anregungen von Eltern.

Im Moment arbeiten die beiden Frauen daran, eine Basis für ihre fünfjährige Amtszeit zu schaffen und den Bedarf zu ermitteln. Über eine Zukunftswerkstatt möchten sie bei jungen Menschen den Bedarf an Freizeitangeboten ermitteln. "Es geht nun erst einmal darum zu prüfen, welche Inhalte gewünscht werden", sagt Rica Kohmann. Auch das Jugendparlament, das die beiden Frauen von Holger Then übernehmen wollen, müsse mit Leben erfüllt werden, sagt die 24-jährige Sozialpädagogin.

Phase des Einarbeitens

Gemeinsam möchten beide Frauen auf Kinder und Jugendliche sowie auf Eltern zugehen, sie direkt ansprechen und einladen. "Wir wollen gezielt die Vereinsvorstände ansprechen", ergänzt Christina Gründel, das sei gerade in Zeiten der Corona-Krise wichtig, fährt die 28-jährige Grundschullehrerin fort. Den momentanen Stillstand in vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens möchten sie nutzen, um Netzwerke zu bilden: "Das ist keine verlorene Zeit. Wir nehmen Anregungen auf. Dadurch dass wir neu im Amt sind, brauchen wir diese Phase des Einarbeitens", erklärt sie.

Konkret soll die Jugendsprechstunde ab Herbst weiter angeboten werden, die bisher zweimal jährlich stattfand. Es bleibe abzuwarten, wie diese Einrichtung angenommen wird, sagen beide Jugendbeauftragte. Bei dieser Sprechstunde, so ist ihr Plan, sollen Kinder und Jugendliche direkt zu ihnen kommen, um ihre Wünsche und Anregungen vorzubringen.

Sprechstunde auch für Familien

Rica Kohmann und Christina Gründel stellen jedoch klar, dass sie ihr Amt als Schnittstelle zwischen Stadtrat sowie Kindern, Jugendlichen und Eltern sehen - sie seien vor allem Vermittler, keinesfalls Animateurinnen. Ansprechpartnerinnen wollen sie zudem für junge Familien sein, die sie ebenfalls in ihre Sprechstunden einladen.

Dabei möchten sie alle Anregungen aufnehmen, die vorgetragen werden - etwa wenn ein Spielplatz in der prallen Sonne liege und es wünschenswert wäre, dort schattenspendende Bäume zu pflanzen. Gemeinsam mit dem Stadtrat werde dann versucht, eine Lösung zu finden.

Gerne nehmen Christina Gründel und Rica Kohmann die Hinweise zur besseren Verkehrsanbindung der Dörfer an die Kernstadt auf: Wie kommen Jugendliche zur Skaterbahn, wie zur Fun-Arena? Auf dem Radweg von Stublang nach Bad Staffelstein mag das ja jetzt schon problemlos möglich sein - aber wie kommen Jugendliche aus Püchitz gefahrlos hinunter ins Maintal zum Badesee oder zu Aqua-Riese?

Zeit überbrücken

Weil es wohl noch einige Zeit dauern werde, bis auf dem Gelände des "Schwarzen Bären" ein Jugendtreff eingerichtet werden kann, machen sich die beiden Frauen Gedanken, wie die Zeit bis dorthin überbrückt werden kann. Der historische Stadtgraben könnte ihrer Meinung nach aufgewertet werden, um dort im Sommer die eine oder andere Veranstaltung abzuhalten. Der Stadtgraben an der Horsdorfer Straße sei schließlich auch während des Altstadtfests stets ein Ort gewesen, an dem gute Veranstaltungen stattfanden. Hier ließe sich kurzfristig eine Alternative schaffen, bis ein Jugendtreff auf dem "Bären"-Gelände realisiert sein wird. Dieser Platz liege zentral im Stadtkern, was ein großer Pluspunkt für die Jugendarbeit sei.

Wie machen es die anderen?

Momentan loten die beiden Jugendbeauftragten jedoch erst aus, wie groß das Interesse an so einem Veranstaltungsort ist. Sie wollen prüfen, welcher Bedarf besteht und wer die Betreuung übernehmen könnte. Christina Gründel: "Wir schauen uns auch gerade an, wie so etwas in anderen Gemeinden gemacht wird."

Das heuer wegen der Corona-Krise leider abgesagte Kinderfest wollen die beiden Frauen auf jeden Fall beibehalten. Die Veranstaltung habe sich in vielen Jahren bewährt und könne hoffentlich 2021 wieder stattfinden.

Eine eigene Webseite haben die Jugendbeauftragten ebenfalls auf der Agenda. Darauf wollen sie alle Veranstaltungen bündeln, die für Kinder und Jugendliche auf dem Stadtgebiet angeboten werden. Sie möchten zum Mitmachen motivieren, nicht animieren, unterstreichen die beiden Frauen. Und sie bitten darum, ihnen Anregungen oder Ideen unter der E-Mail-Adresse jugend@bad-staffelstein.de mitzuteilen.