An diejenigen, die zu Fuß unterwegs sind, wird häufig nicht als Erstes gedacht, wenn es um Verkehr und Mobilität geht. Wie sicher fühlen sich Laufsportler in der Dämmerung oder Dunkelheit, wo sind ihre Lieblingsstrecken? Darüber wollten wir zum Abschluss dieser Themenwoche mehr erfahren.

Ralph Kroder aus Mistelfeld ist einer der Läufer, die wir angesprochen haben. Unsere Begegnung kommt zufällig zustande, als er gerade auf dem Radweg vor der Ortschaft seinem Sport nachgeht - am helllichten Tag. So kann aber auch er es nicht immer einrichten. Die Forderung nach mehr beleuchteten Wegen kommt Kroder dennoch nicht über die Lippen. Das sei ja nicht zuletzt ein Kostenfaktor, und man müsse sich fragen, wie viele einen Nutzen davon haben. Er wolle nicht egoistisch sein, merkt er an. "Wir haben doch alle eine Stirnleuchte!" Viele laufen damit zu später Stunde sogar durch den Wald, wie er weiß.

Auch im Weismainer Stadtgebiet wird viel und gern gelaufen, erfahren wir von Manuela Trebeck. Sie ist Übungsleiterin beim dortigen Turnverein und selbst passionierte Läuferin. Beliebt seien der Baiersdorfer und Geutenreuther Wald. Sie selbst zieht es bei Dunkelheit aber definitiv nicht in den Wald, und das hat weniger mit möglichen Wurzelwerk-Stolperfallen als mit einem dann unbehaglichen Gefühl zu tun. "Alleine und im Winter suche ich mir belebtere Straßenzüge aus", sagt sie. Meist läuft sie gemeinsam mit einer Freundin, vier- bis fünfmal pro Woche. Manche Abschnitte ihrer gewohnten, sechs bis acht Kilometer umfassenden Runde sind ihnen selbst mit Stirnlampe im Winter zu dunkel. Dann suchen sie sich Alternativen durch Wohngebiete. Ein beleuchteter Weg "wär' schon cool", findet Trebeck. Aber eben auch teuer. Bliebe noch der Wunsch nach einem Trimm-Dich-Pfad wie Kulmbach einen hat. Ohne Beleuchtung, aber mit schönen Strecken und Stationen.

Tatsächlich sind im Landkreis Lichtenfels einige Rad- und Fußwege beleuchtet. Im Gemeindegebiet Michelau, wo Läufer-Urgestein Kurt Herbicht daheim ist, hat man Auswahl. "Es gibt genügend Strecken, wo man auch, wenn man Schicht hat, noch joggen kann", betont er. Zum Beispiel auf dem Radweg nach Schney und dann Richtung Oberwallenstadt. "Die neuen LED-Beleuchtungen sind nicht superhell, aber man sieht den Weg." Ideal also, für sicherere Schritte. Die ganze Landschaft auszuleuchten, ist schließlich nicht gewünscht. Entsprechende Einwände hatte es gegeben, als man im Gemeinderat über die Beleuchtung des Weges zwischen Schwürbitz und Michelau abstimmte. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit setzte sich durch und akzeptierte die doch erheblichen Kosten. Rund 38 000 Euro mussten für die Lampen aufgebracht werden. Auf fast noch einmal so viel belief sich der Wert der Eigenleistungen, die der Bautrupp bei den Erdarbeiten erbrachte. Für den jährlichen Unterhalt sind gut 2000 Euro angesetzt. Der Aufwand erschien den Befürwortern vor nunmehr sieben Jahren gerechtfertigt: Der Weg vom und zum Rudufersee ist beliebt, wird von Spaziergängern und Radlern gern genutzt. Die Ausleuchtung des Weges in Richtung Schney wurde erst im vergangenen Jahr angepackt. Hier übernahm die Stadt Lichtenfels die Hälfte der Kosten.

Jürgen Steinmetz, Vorsitzender des ASC Burgberg, kennt "viele schöne Strecken", die sich für ein nächtliches Training eignen. Mindestens ebenso wichtig wie das gute Sehen ist ihm aber das Gesehenwerden. An Reflektoren an der Kleidung denken, lautet deshalb sein Rat. Und generell solle man lieber in der Gruppe als alleine laufen.