Hier eine neue Markise für die Terrasse und da neues Basilikum und Schnittlauch für den Kräutergarten. Die Bürger im Landkreis Haßberge freuen sich offenbar über die Öffnung der Baumärkte, denn die Parkplätze sind voll.

"Der Keller war mir ein ganz schöner Stein im Magen. Zu anderen Zeiten wäre ich nie auf die Idee gekommen, den bei so schönem Wetter zu entrümpeln. Da wäre ich mit Freunden einen Kaffee trinken oder ein Eis essen gegangen", erklärt eine Bürgerin aus dem Landkreis Haßberge, angesprochen auf dem Parkplatz des Baumarktes im Haßfurter Gewerbegebiet: "Aber jetzt war genügend Zeit, ihn mal zu entrümpeln. Als letzten Schliff habe ich mir im Baumarkt weiße Farbe gekauft und kann das Projekt mit einem neuen Anstrich abschließen. Das macht mich schon glücklich."

Das Geschäft läuft gut

Die Lust zu renovieren steckt anscheinend an: "Das Geschäft ist gut angelaufen, aber sehr kontrolliert. Wir spüren keine Überlastung. Sowohl bei den Hygienemaßnahmen als auch bei den Kassierprozessen läuft alles reibungslos", meint Klaus Lachmann von der Firma Batzner in Ebern.

Viele verlassen die Läden mit vollen Einkaufswägen, aber einen Ansturm auf ein bestimmtes Produkt könne man nicht verzeichnen, erklärt Lachmann: "Die Kunden kaufen einmal quer durch das gesamte Portfolio, schließlich braucht jeder etwas anderes. Aber natürlich sind gerade besonders Gartenprodukte sehr gefragt. Das wäre aber auch normalerweise in der Saison so gewesen." Gerade hier könnte es zu Lieferengpässen kommen, meint er. "Gemüsepflanzen waren zum Zeitpunkt der Schließungen verkaufsfertig. Dann wurde alles geschlossen und die Pflanzen geschreddert. Jetzt müssen sie erst wieder gezogen werden."

Aber der Garten ist ja nicht das einzige Projekt, das man jetzt angehen kann. Die Verbannung in die eigenen vier Wände muss man nicht tatenlos hinnehmen. Immer nur Fenster putzen und Brot backen? Warum nicht mal größere Projekte anpacken. Jetzt ist Zeit für die Frischzellenkur: wenn schon nicht gleich für das ganze Haus, dann wenigstens für das ein oder andere Zimmer.

Die bayerische Verbraucherzentrale gibt allen werdenden Heimwerkern praktische Tipps: So gelingt das Werk

Habe ich noch nie gemacht, kann ich nicht ... Ausreden wie diese zählen nicht mehr. Das Internet ist eine Fundgrube für Anleitungen, wie man auf den ersten Blick schwierige Dinge selber machen kann. Nicht alle diese Tipps sind wirklich seriös und manche buchstäblich haarsträubend, etwa wenn es um Arbeiten an Stromleitungen geht; aber auf bewährten Internetseiten wie etwa www.selbermachen.de oder bei der Verbraucherzentrale findet man zuverlässige und fundierte Tipps:

Zimmerdecken Wenn das Weiß gelblich-grau geworden ist, die Farbe blättert oder die Kunststoff-Paneele in Auflösung begriffen sind, wird es Zeit, den Blick nach oben zu richten:

Eine neue Decke kann Wunder wirken, ein Zimmer viel höher, heller und freundlicher wirken lassen.

Im einfachsten Fall tut es ein Anstrich, nachdem man lose Stellen beseitigt und verspachtelt und den Schmutz der Jahre abgewaschen hat.

Mehr Aufwand erfordert der Ersatz einer in die Jahre gekommen Deckenverkleidung. Bei ausreichend Raumhöhe ist die abgehängte Decke, kreuzweise verschraubte und mit Dübeln fixierte Latten, das Mittel der Wahl. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und die Gestaltungsmöglichkeiten sind unbegrenzt. Besonderer Mehrwert: Unter der Decke lassen sich Stromkabel verstecken und so auch die Beleuchtung erneuern.

Was man an Werkzeug braucht: Schlagbohrmaschine, besser Bohrhammer (kann man in Baumärkten leihen), Akkuschrauber, diverse Bohrer und Schraubeinsätze, das gängige Handwerkszeug, eine stabile Leiter oder eventuell ein Leichtgerüst, helfende Hände oder Stützfüße, Pinsel. Wände Auf sie fällt der Blick zuerst, und wenn man sie ständig vor Augen hat, sieht man oft nicht mehr, wie der Zahn der Zeit an Farben, Putz und Tapeten nagt. Hier kann der Heimwerker mit relativ wenig Aufwand viel erreichen. Farben können einen Raum verzaubern.

Qualität Die Verbraucherzentrale rät, nicht zur billigsten Farbe aus dem Baumarkt zu greifen. Anders als bei Lebensmitteln müssen bei Baustoffen potenziell gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe nicht deklariert werden. Wer selber pinselt, hat die Möglichkeit, zu zertifizierten (Natur-)Farben zu greifen und so auch noch etwas für ein gesundes Wohnklima zu tun. Empfohlen werden reine Lehmfarben (die gibt es nur in gedeckten Farbtönen), Kalkfarben (nicht leicht zu verarbeiten) oder Silikat-Anstriche anstelle der gängigen Dispersionsfarben.

Was man an Werkzeug braucht: Pinsel, Schwämme, Lappen und Eimer, Spachteln und Bürsten für Ausbesserungsarbeiten am Putz, Abdeckmaterial und eine stabile Leiter/Gerüst.

Fußboden Ein narbiger knarzender alter Holzfußboden hat seinen Charme, der verschimmelte Teppichboden oder der zerfallende Belag aus PVC aber nicht. Auch hier schlägt man mit der grundlegenden Erneuerung mehrere Fliegen mit einer Klappe: optischer Gewinn, mehr Wohnwert, mehr Gesundheit. Vinyl oder Laminat sind oft gar nicht billig, wegen der dünnen Nutzschicht aber nicht nur in stark beanspruchten Räumen nicht lange haltbar. Und dass sich in Teppichböden vor allem Milben und anderes Getier wohlfühlen, ist bekannt.

Baubiologisch ist der Holzfußboden die erste Wahl. Entweder massiv, was wegen der begrenzten Einbauhöhe (Türen) im Nachhinein meist nicht infrage kommt. Oder als Fertigparkett oder Fertigdiele, wobei man darauf achten sollte, dass die Nutzschicht aus Echtholz nicht zu dünn ist. Drei Millimeter sollten es mindestens sein; einen solchen Boden kann man später bei Bedarf auch einmal abschleifen.

Fertigparkett kann wie Laminat "schwimmend" auf bestehenden Böden verlegt werden. Eine Unterlage, beispielsweise aus Kork, koppelt den neuen vom alten Boden ab. Meist ist dann der Aufbau nicht höher als 15 Millimeter. Sollte es trotzdem Probleme mit den Türen geben, muss der Schreiner ran und die Türen unten abhobeln.

Was man an Werkzeug braucht: Zollstock, Richtlatte, Wasserwaage, Hammer und Schlagklötze oder spezielles Verlege-Werkzeug, Holzkeile, Bohrmaschine und dazu ein Akkuschrauber.