Seinen Abschied hat sich Bürgermeister Gerhard Riediger (NWG) anders vorgestellt: nicht im Sitzungssaal des Rathauses von Ebermannstadt während seiner letzten Gemeinderatssitzung, die er leitete, sondern im Sportheim in Unterleinleiter während einer kleinen Feier; und auch nicht mit einem Sicherheitsabstand, mit dem es unmöglich war, das Abschiedsgeschenk der Ebermannstadter Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) persönlich entgegenzunehmen.

Als einziger Zuhörer gekommen war Riedigers Nachfolger Alwin Gebhardt (DWV). Die Chefin der Verwaltungsgemeinschaft (VG) dankte Riediger für die Zusammenarbeit in den letzten sechs Jahren, die sie sehr positiv erlebt habe. Sie dankte auch dem ebenfalls ausscheidenden Zweiten Bürgermeister Peter Schmitt (NWG) und Ewald Rascher (FWG), die im VG-Rat vertreten waren.

"Gegen ihn gearbeitet"

Riediger hätte gerne noch sechs Jahre als Bürgermeister weitergemacht. Es war ihm anzumerken, dass ihm der Abschied schwer viel. Für ihn gehe eine interessante Zeit zu Ende, die oft auch anstrengend und auch kräfteraubend gewesen sei. Er habe seine Arbeit als Gemeindechef aber immer mit sehr viel Freude gemacht, auch, weil er den Vereinen und Institutionen sehr verbunden gewesen sei. "Ich habe gerne an der Zukunftsfähigkeit der Gemeinde Unterleinleiter gearbeitet", betonte Riediger. Er sparte aber auch nicht mit Kritik. Denn in Unterleinleiter und Dürrbrunn sei in Sachen Baulandentwicklung und auch in anderen Angelegenheiten massiv gegen ihn gearbeitet worden. Dadurch sei seine Autorität untergraben worden. Für ihn sei allerdings immer die Weiterentwicklung von Unterleinleiter wichtiger gewesen als ein Kleinkrieg, der aus "Stolz, Besserwisserei und wissentlichen Falschaussagen" gegen ihn betrieben worden sei. Dem zukünftigen Bürgermeister und Gemeinderat wünschte Riediger Mut und Gelassenheit, mit Kritik umgehen zu können und das Gemeinwohl über die einzelnen privaten Vorteile zu stellen.

Auch die kleine Dorferneuerung in der Kirchenstraße hätte Riediger gerne noch mitbegleitet, um die hässlichen Leerstände zu beseitigen, die Verkehrsberuhigung zu erreichen und eine Verbindungslinie mit Rathaus und Gasthof "Zur Eisenbahn" zu schaffen. Dieses Projekt befindet sich bereits in der Planungsphase.

Mit dem Wappenteller der Gemeinde wurden Josef Geck und Reinhold Geck (beide NWG) geehrt. Josef Geck war zwölf Jahre Gemeinderat, Reinhold Geck 18 Jahre. Stehenden Applaus aller Räte gab es bei der Verabschiedung von Peter Schmitt der mit dem Bürgerwappen der Gemeinde Unterleinleiter ausgezeichnet wurde. Schmitt war 30 Jahre lang Ratsmitglied, davon zwölf Jahre als Dritter Bürgermeister und die letzten sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister.

Schmitt überreichte Riediger ein Abschiedsgeschenk. "Ich persönlich war schon enttäuscht, dass du abgewählt wurdest", sagte Schmitt, der Riedigers Verdienste kurz Revue passieren ließ: "Es wurden Schulden abgebaut, es wurde investiert, ohne ein Darlehen aufzunehmen." Auch die neuen Projekte wie die Sanierung der Turnhalle und der Neubau des Kindergartens seien finanziell gut aufgestellt.