Wenn es intensiv nach Knoblauch duftet, muss es nicht immer Selbiger sein. Denn aktuell ist die Zeit des Bärlauch. "Bärlauch, Bärenlauch oder lateinisch Allium ursinum. ist eine heilkräftige Würzpflanze", verrät Karin Hedtfeld, Heilpraktikerin und Kräuterfachfrau aus Wimmelbach.

Dieser "Wald-Knoblauch" wächst nicht nur im Wald, er lässt sich auch gut im eigenen Garten kultivieren. Er sollte an einem schattigen Platz, am besten unter Bäumen und Sträuchern, ausgesät werden. "Er ist aber nur für relativ kurze Zeit oberirdisch sichtbar und zieht sich nach der Blüte zurück. Nicht wundern, er kommt im nächsten Jahr wieder", sagt die Heilpraktikerin. Wer keinen Garten hat, kann im Frühjahr einfach in einem Mischwald Blätter sammeln. Im Wald bei Ebermannstadt oder beim kleinen Teich zwischen Unterleinleiter und Dürrbrunn gibt es beispielsweise größere Flächen. Bärlauch darf aber nur für den Eigenbedarf gesammelt werden.

Geruch entscheidendes Merkmal

"Immer wieder wird der wild wachsende Bärlauch mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt", warnt Hedtfeld. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal sei der Geruch: Zerreibt man die Blätter des Bärlauchs zwischen den Fingern, verströmen sie den typischen Knoblauchgeruch. "In früheren Jahren wuchs er erst im Mai, jetzt aber schon im April. Deshalb wächst er mittlerweile zeitgleich mit den Maiglöckchen."

Das Wildgemüse wächst in feuchten, halbschattigen Wäldern sowie entlang von Bachläufen und Auen. Die Blätter sind schwertförmig und bis zu fünf Zentimeter breit. Nach zwei bis drei Monaten vergilben sie. Wer Bärlauch im Wald sammelt, sollte nur ein bis zwei Blatt pro Pflanze ernten, damit sie genügend Energie für einen Neuaustrieb im nächsten Jahr behält. Die weißen Blüten öffnen sich ab April und blühen bis etwa Juni.

Bärlauch ist vielseitig einsetzbar

"In der Küche wird Bärlauch vor der Blüte geerntet und kleingehackt zu Salaten, Soßen, Suppen und Gemüse verarbeitet oder aufs Brot gegeben. Der knoblauchähnliche Geschmack ist milder als beim Gartenknoblauch, verursacht aber keinen lästigen Mundgeruch", erklärt Hedtfeld. Bärlauchblätter können wie Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und Lauch verwendet werden. Allerdings muss Bärlauch frisch zubereitet werden, da er wegen des hohen Wassergehalts nicht lange haltbar ist.

Bärlauch enthält Allicin, ist reich an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen. "Jahrhundertelang nahm man das Kraut zur Reinigung und Entschlackung des Körpers", berichtet die Heilpraktikerin."Heute wird Bärlauch in der Naturmedizin hauptsächlich als Blutdrucksenker sowie gegen Verengung der Arterien genutzt, auch bei gefäßbedingten Kopfschmerzen und Nierenleiden. "Er wird auch wegen seiner antibakteriellen Wirkung gern bei Magen-Darm-Problemen genutzt und äußerlich bei Hautausschlägen empfohlen."

Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Drei Tipps fürs Bärlauch-Sammeln!

Bärlauchblätter riechen nach Knoblauch, wenn sie zwischen den Fingern zerrieben werden. Bärlauch wächst in Gruppen und bildet meist einen Teppich.

Jedes Bärlauchblatt sprießt an einem einzelnen Stängel aus dem Boden. Bei Maiglöckchen wachsen zwei Blätter an einem Stängel. Die Blätter der Herbstzeitlosen liegen erst eng am Stängel und öffnen sich dann. Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Inhaltsstoffe, die nach dem Verzehr lebensgefährliche Vergiftungen auslösen können. Anzeichen: Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall. Diese Symptome treten bereits zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auf. Arzt aufsuchen!

Wild wachsender Bärlauch kann mit Eiern des Fuchsbandwurms behaftet sein, deshalb Blätter gründlich waschen.

Drei leckere Rezepte zum Nachmachen

Karins Bärlauchpesto:

Blätter sehr fein hacken, mit Öl vermischen und zerkleinerte Pinienkerne oder Haselnüsse hinzufügen. Gut vermischen und noch mal mit Öl auffüllen. Beim Entnehmen darauf achten, dass immer eine fingerdicke Ölschicht obendrauf ist. Vor dem Verwenden noch geriebenen Käse hinzufügen, fertig ist's!!!

Carmens Bärlauchsalz:

Bärlauchblätter trocknen, dann klein hacken und mit grobem Meersalz vermengen. Das grobe Kräutersalz im Zerkleinerer fein reiben und in Gläser füllen.

Birgits Bärlauchbutter:

Butter auf Zimmertemperatur erwärmen. Bärlauch waschen und klein schneiden. Butter, Bärlauch, etwas Salz und ein wenig Olivenöl in ein hohes Gefäß geben und mit dem Pürierstab vermengen.