Es ist ein deutliches Votum, das die Landkreisbürger am Sonntagabend abgegeben haben. Amtsinhaber Alexander Tritthart (CSU) bleibt weitere sechs Jahre Landrat von Erlangen-Höchstadt. Der 50-Jährige wurde mit 56,39 Prozent wiedergewählt und geht nun in seine zweite Amtszeit.

"Ein grandioses Ergebnis. Ich freue mich riesig und bedanke mich bei den Wählern für das Vertrauen", sagte Tritthart am Wahlabend. Er wolle nun "weitere sechs Jahre sein Bestes geben".

Gutes Zeugnis ausgestellt

Die Wähler haben Tritthart offenkundig ein gutes Zeugnis ausgestellt. Denn bei der Wahl 2014 musste er noch in die Stichwahl. Damals hatte er im ersten Wahlgang 38 Prozent. In der Stichwahl setzte sich der ehemalige Bürgermeister von Weisendorf dann knapp mit 53 Prozent gegen Martin Oberle (FW) durch.

So mancher Gegenkandidat hatte sich mehr erhofft - vielleicht eine Stichwahl. Angesichts eines fünfköpfigen Bewerberfeldes keine völlig abwegige Idee. Grünen-Kandidat Manfred Bachmayer erreichte mit 16,08 Prozent fast exakt so viel Zustimmung wie vor sechs Jahren (16,03).

"Ich gratuliere Herrn Tritthart. Klar war eine Stichwahl unser Ziel. Und das haben wir nicht erreicht. Dafür übernehme ich natürlich die Verantwortung", sagte der Eckentaler Kreisrat. Er betonte, dass die Grünen sich offenbar auch thematisch breiter aufstellen müssen. Kommunale Infrastruktur und Arbeitsplatzsicherheit müssten vor Ort ebenso grüne Kernthemen werden, wie der Klimaschutz und die Energiewende.

Spekulationen auf Stichwahl

Die Freien Wähler gingen diesmal mit Regina Enz ins Rennen. Die 31-jährige Höchstadterin erzielte aus dem Stand beachtliche 14,03 Prozent. "Ich sehe es als ein sehr gutes Ergebnis für mich als Newcomerin", sagte sie. Enz gratulierte Tritthart. Es sei erwartbar gewesen, dass er die meisten Stimmen bekommen werde. Aber sie habe auf eine Stichwahl spekuliert, vor allem weil es ja ganze fünf Kandidaten gab.

SPD-Kandidatin Martina Stamm-Fibich bekam 11,60 Prozent. Die 54-jährige Bundestagsabgeordnete und Kreisrätin aus Möhrendorf konnte damit nicht an frühere Erfolge ihres Parteifreundes, des früheren Landrats Eberhard Irlinger, anknüpfen.

Nicolas Bischoff aus Igelsdorf, Kandidat von Linke, ÖDP und Piraten erzielte 1,89 Prozent.

Die Wahlbeteiligung bei der Landratswahl lag bei 69,20 Prozent. Im Jahr 2014 lag sie etwa darunter bei 63,5 Prozent - keine Spur von Zurückhaltung der Wähler wegen des Coronavirus also. Dennoch war der Wahlabend selbst ein wenig anders als sonst, nicht so unbeschwert. Üblicherweise treffen sich Lokalpolitiker bei einer zentralen Wahlveranstaltung im Landratsamt. Doch an diesem Wahlsonntag gab es das nicht. Der Termin wurde im Vorfeld, wie viele andere Veranstaltungen, wegen des grassierenden Coronavirus abgesagt.