Morgens ein frisches Ei zum Frühstück - das schätzen viele Zeitgenossen. Ein neuer Trend geht jetzt noch einen Schritt weiter: Das frische Ei sollte aus dem eigenen Garten kommen. Von glücklichen Hühnern, die der Eierfreund auch noch selbst in seinem heimischen Refugium hält. Hühner legen aber nicht nur Eier, die Kleintiere können auch zu heißgeliebten Spielgefährten des eigenen Nachwuchses werden, wenn der mit den Kleintieren durch den Garten tollt.

Kann man im eigenen Garten einfach so ein paar Hühner halten? Grundsätzlich geht das. Leo Weiss vom Kleintierzuchtverein Bamberg-Nord weist darauf hin, dass Hühner auf Tiermärkten und in Hühnerfarmen jederzeit erworben werden können. Allerdings sollte man mindestens zwei Tiere anschaffen. Bevorzugt würde allerdings immer eine ungerade Zahl, also drei, fünf oder sieben Hühner. "Auch wenn jemand nicht so viel Platz hat: Es gibt für jeden den passenden Rassentypen. Bei einem kleineren Gehege eignen sich zum Beispiel Zwerghühner", sagt Johannes Weiß vom Geflügelzuchtverein Adelsdorf.

Genügend Auslauf und Stall

Am wichtigsten sei es, für die Tiere genügend Auslauf zu haben. "Das Gehege sollte auch eingezäunt werden", so Weiß. Die Hühner als auch ihren Kot möchte man ja nicht unbedingt im Gemüsegarten haben, erklärt er. Dazu braucht es noch einen gut belüfteten Stall, der nachts auch zu ist. "Ansonsten kommt der Marder oder Fuchs hinein."

Fühlen sich die Tiere wohl, könnten sie bis zu zehn Jahre alt werden. Wobei sie dann allerdings kaum mehr Eier legen und auch das Fleisch nicht mehr genutzt werden kann. Die Tiere kaufen, einen Stall bauen, genügend Freifläche zum Scharren und Platz für ein Sandbad, war's das dann? Nicht ganz, sagt Gabriele Bayer. Sie ist bei der Stadt Bamberg für die Tierseuchenbekämpfung zuständig. Sind die Tiere gekauft und ordentlich untergebracht, müssen sie unbedingt beim zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse gemeldet werden.

"Ein paar Impfungen sind Pflicht", sagt Johannes Weiß. Leo Weiss erläutert, dass die Hühner mindestens einmal im Jahr gegen die sogenannte Newcastle-Krankheit geimpft werden müssen. Das ist nicht immer einfach, weil der Impfstoff nur in großen Chargen für die gewerblichen Tierhalter abgegeben wird. Helfen kann hier die Mitgliedschaft in einem Verein. Leo Weiss weist darauf hin, dass in seinem Verein die Tiere der Mitglieder sogar zweimal im Jahr geimpft werden. Die Kosten trägt der Verein.

Natürlich geht es auch um das Tierwohl. Gabriele Bayer achtet bei ihren unangemeldeten Besuchen darauf, dass auch private Tierhalter von nur wenigen Hühnern die Tiere artgerecht halten. Dass sie gleichermaßen an Futter und Wasser kommen, dass die Stallvorrichtungen passen und keine unangenehmen Gerüche entstehen. Leo Weiss empfiehlt in diesem Zusammenhang das Anbringen eines Kotbretts unterhalb der Sitzstange. Werde das Kotbrett regelmäßig gereinigt, sei eine Geruchsbelästigung nahezu auszuschließen.

Da Hühner praktisch Allesfresser sind, ist auch die Fütterung recht unproblematisch. Neben Körnerfutter als Grundlage können auch allerlei Küchenreste verwertet werden. Wichtig: keine verdorbenen Lebensmittel verwenden und auf eine möglichst ausgewogene Ernährung achten. Sollten trotz bester Pflege mehrere Tiere gleichzeitig sterben, muss unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden.

Acht wichtige Fragen rund um das Thema Huhn Wieviel Platz braucht ein Huhn? Grundsätzlich wird ein Stall sowie einen Auslauf im Freien benötigt. Der Stall dient den Hühnern zum Schlafen und als Rückzugsort. Unter Dach sollten auf einem Quadratmeter maximal drei Tiere gehalten werden. Dazu muss man noch Platz für Tränke, Sandbad, Futterstelle und Legenester zur Verfügung stehen. Im Garten sollte man etwa fünf bis zehn Quadratmeter je Tier einkalkulieren. Je mehr Freilauf, umso besser. Auch weil glückliche Hühner mehr Eier legen als gestresste Tiere. Wie viele Hühner halten? Das hängt von den Gründen ab, warum man eigene Hühner halten möchte. Zur Versorgung einer vierköpfigen Familie mit Eiern sollte man sich vier bis sechs Hühner anschaffen. Ein durchschnittliches Rassehuhn legt circa 180 bis 220 Eier im Jahr.

Wer sich Hühner als Haustiere für die Kinder anschafft, kommt schon mit zwei Tieren aus. Das ist auch das Minimum. Weil man Hühner nicht allein halten kann. Sie sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben. Was kostet Hühnerhaltung? Für den Stall, die Einrichtung, Futter, Milbenprophylaxe, Geflügelnetz und die Tiere selbst fallen Anfangskosten von etwa 300 bis 400 Euro an. Generell gilt: Wer viel selbst bauen kann, spart entsprechend. Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen.

25 Kilogramm Alleinfutter kosten rund 18 Euro, ein Fünf-Kilo-Eimer Kieselgur - das ist ein Mittel gegen Milben - etwa 10 bis 20 Euro. Die Futterkosten reduzieren sich entsprechend, wenn sich die Tiere im Garten frei bewegen können und Küchenreste verfüttert werden. Ist Hühnerhaltung in Wohngebieten erlaubt? Für private Zwecke ist die Haltung von Hühnern in Wohngebieten grundsätzlich zulässig. Voraussetzung: Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Nachbarn nicht durch Gerüche belästigt. Problematisch ist allerdings ein Hahn im Wohngebiet. Das morgendliche Krähen kann Nachbarn schnell auf die Nerven gehen. Ist Hühnerhaltung meldepflichtig? Ja, die Tiere müssen beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Welche Hühnerrasse ist geeignet? Für Anfänger eignen sich sogenannte Zwiehühner, die sowohl auf Fleisch- als auch auf Legeleistung gezüchtet wurden. Dazu gehören die Rassen Wyandotten oder Vorwerk. Gut geeignet sind auch Welsumer oder das Bielefelder Kennhuhn sowie die in Amerika gezüchtete Rasse New Hampshire.

Alle diese Rassen kann man problemlos zusammen halten. Dabei macht es Sinn, von jeder Rasse ein Paar anzuschaffen. Braucht es unbedingt einen Hahn? Hennen kommen in der Regel auch ohne Hahn zurecht. Ein Hahn beeinflusst auch nicht die Legeleistung der Hennen. Welches Futter benötigen Hühner? Grundsätzlich sollte darauf hingewiesen werden, dass Hühner Allesfresser sind. Die Grundlage bildet jedoch immer hochwertiges Hühnerfutter.

Daneben können Reste aus der Küche wie Salatblätter, Kartoffeln, Reis, sowie Obst- und Gemüsereste oder altes Brot gefüttert werden. Auch hier gilt: Verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel dürfen nie verfüttert werden. Die Tiere können sonst erkranken. Auf Ausgewogenheit zu achten ist wichtig. Bei zu viel Brot verfetten die Tiere, zu viel Obst kann zu Durchfall führen.red

Gesetzliche Vorgaben für Hühnerhaltung

Tierschutzrecht Die Mindeststandards sind in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung - kurz TierSchNutztV) festgelegt.

Für Hühner sind die Standards leicht einzuhalten, solange nach Artikel 13 der allgemeinen Anforderungen für alle Tiere gleichermaßen Zugang zu Fütterungs- und Tränkevorrichtungen besteht und für je neun Legehennen mindestens eine nutzbare Fläche von einem Quadratmeter zur Verfügung steht. Nachbarrecht Da könnte es schon problematischer werden, zumindest dann, wenn der Hahn kräht und sich Nachbarn deshalb gestört fühlen. Bei Belästigungen dieser Art greift juristisch das private Nachbarrecht. Es gibt unterschiedliche Gerichtsurteile. Als Faustregel gilt: Zwischen 19 Uhr am Abend und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr sollten Hähne auf ihren Weckruf verzichten. Seuchenrecht Alle Hühner müssen regelmäßig gegen die Vogelgrippe geimpft werden. Kommt es zu Veränderungen der Futteraufnahme oder Legeleistung muss ein Tierarzt hinzugezogen werden. Baurecht Vier Hennen und ein Hahn im Garten - das geht selbst in einem reinen Wohngebiet ohne baurechtliche Bedenken. Hühner gelten nach der Baunutzungsverordnung wie Meerschweinchen oder Kaninchen als Kleintiere. Eine Hühnerherde von 20 Hennen und einem Hahn gilt vor Gericht noch als angemessen. Lebensmittelrecht Es gibt die europaweite Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Die schreibt u.a. vor, dass, wer Eier an Freunde abgibt, diese sauber, trocken und frei von Gerüchen hält. Hühnerschlachtung Wer sein Geflügel zum Eigenbedarf schlachtet, braucht keine Fleischbeschau. Wenn er das Töten denn übers Herz bringt.