Theresa Stahlberg schließt ihre Parfümerie am Vogelseck im Zentrum Höchstadts. Ende Juli stellt die Geschäftsfrau den Verkauf ihrer edlen Düfte ein. Ganz zurückziehen wird sie sich aber nicht. "Ab 3. August geht es unter neuem Namen weiter", verrät sie dem FT.

In verkleinerten Räumlichkeiten werden dann an selber Stelle nur noch Kosmetikbehandlungen angeboten. "Die Kosmetik hat uns gerettet", sagt Stahlberg. Nur mit Düften hätte sie ganz schließen können. "Das rechnet sich nicht mehr." Aber Kundinnen, die sich behandeln lassen, hat sie genügend.

Gründe dafür, dass sich der Verkauf von Parfüm nicht mehr rechnet, hat Theresa Stahlberg gleich mehrere parat. In den vergangenen zwei Jahren sei einmal die Laufkundschaft am Vogels-eck "massiv weniger geworden". Beispielsweise seien die Kunden in der Weihnachtszeit im Laden mit dem schmucken Ambiente früher Schlange gestanden, was inzwischen nicht mehr der Fall ist.

Hauptgrund ist aber der Online-Handel. "Das Internet spielt bei Düften eine sehr große Rolle", musste die Geschäftsfrau feststellen. Markenware werde im Netz teilweise unter ihren Einkaufspreisen angeboten. Inzwischen mischen auch noch Drogeriemärkte mit, die Restware billiger verkaufen. Immer wieder bemerkt sie, wie Kunden im Laden Preise vergleichen und auch Fotos von einzelnen Produkten machen.

Erschwerend komme hinzu, dass sie mit jeder Firma, deren Düfte sie vertreibt, einen Depotvertrag mit einer Mindestabnahmemenge abschließen muss. Und dann muss sie auch noch auf große renommierte Marken wie Dior und Chanel ganz verzichten, weil diese Höchstadt für zu klein halten, um ihr Angebot hier zu präsentieren. "Dazu kämen noch utopische Auflagen", sagt Stahlberg. Eines habe sie aber auch festgestellt: Das Aischpark-Center am Kieferndorfer Weg sei keine Konkurrenz gewesen.

Die Geschäftsfrau hofft, dass ihre "vielen treuen und lieben Kunden" ihr auch weiterhin die Stange halten und sich behandeln oder ein Make-up auftragen lassen.