"Wir Aischer rufen nicht nach Bauland, wir schreien danach." Mit dieser Aussage war ein Bürger auf ihn zugekommen, so Bürgermeister Karsten Fischkal. 8000 Quadratmeter des Geländes zwischen Medbacher Weg und Saltendorfer Weg sind im Besitz der Gemeinde, mit den Grundstückseigentümern des restlichen Areals steht Fischkal laut eigener Aussage in Kontakt.

Matthias Rühl vom Planungsbüro Stadt & Land war vor Ort, um dem Gremium Rede und Antwort zu stehen. Fischkal selbst brennen das Neubaugebiet betreffend einige Punkte unter den Nägeln, für welche er Rühl entsprechende Aufgaben erteilte. So ist ihm neben einer Beruhigung des Verkehrs der Starkregenschutz wichtig. "Wir müssen auch an das Thema Glasfaser denken", sagte er. Zudem liegt ihm die Anbindung an das Nahwärmenetz mit einer zentralen Heizanlage besonders am Herzen. Auch sollen nicht nur Einfamilienhäuser geschaffen werden, sondern zudem Wohnungen in Mehrfamilienhäusern.

Gerade mit dem letztem Punkt rannte er bei Rühl offene Türen ein, wie sich in der folgenden Präsentation zeigte. "Wer heute baut, baut in der Regel nur einmal im Leben", sagt Rühl. "Aber wir haben nicht nur Ärzte, Apotheker und Anwälte. Es gibt hier immer mehr Ein-Personen-Haushalte. Für 700 einzelne Personen stehen nur 160 Wohnungen zur Verfügung. Auch gibt es Menschen, die sich halt nicht sofort ein eigenes Haus leisten können."

Dem soll abgeholfen werden. Im "Aischtalring" sind neben 31 Einfamilienhäusern mit einer Grundstücksfläche zwischen 500 und 800 Quadratmetern auch vier Mehrfamilienhäuser im südlichen Bereich eingeplant. Durch verpflichtende Photovoltaik-Anlagen könnte zudem ein hoher Autarkiegrad von über 70 Prozent erreicht werden, was das Neubaugebiet unabhängiger machen würde. Wenn alles läuft wie geplant, könnte im dritten Quartal 2020 mit dem Bau der Häuser begonnen werden. Ortssprecher Tim Scheppe wäre auch eine Zufahrt zur Kreisstraße wichtig.

Um dem Gremium das Areal anschaulicher zu machen, hat Jonas Mayer von "GeoVisual Interactive" eine 3D-Visualisierung am Computer geschaffen. So konnten sich die Ausschussmitglieder jedes Haus, jede geplante Straße genau betrachten, was großen Anklang fand.

Sabina König (Grüne) meldete sich mit "Das ist ein großes Baugebiet und ich tu mir sehr schwer damit, ohne Umweltprüfung zuzustimmen", zu Wort. Aufgrund dessen, dass maximal 10 000 Quadratmeter überbaut werden, ist eine solche nicht verpflichtend. "Die Gemeinde kann das freiwillig machen", so Rühl. "Wir können ein entsprechendes Angebot einholen", sagte Fischkal, "Ich will mich nicht dagegen stellen." Womit die Umweltprüfung beschlossen wurde. Michael Auer (Grüne) erkundigt sich bei Fischkal nach einer Starkregenprognose für das Gebiet. "Wir werden mit der Firma Spekter das Gebiet überprüfen", erwidert Fischkal.

Fahrradparkplätze und Friedwald

Sabina König stellte als Nächstes einen Antrag zur Schaffung von öffentlichen Fahrradabstellplätzen. "Bewohner von ,Seeside‘ sind auf uns zugekommen", sagte sie. Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (FW) erklärte: "Ich bin so viel mit dem Fahrrad unterwegs, in allen Ortsteilen. Ich habe noch nie keine Möglichkeit gesehen, mein Fahrrad abzustellen." "Im Bereich des Parkplatzes (Seeside) ist Platz zwischen den Bäumen", sagte Fischkal, "Da können wir ein paar Fahrradstellplätze hinmachen."

König bat zudem um die Prüfung der Anlage eines Friedwaldes, in dem Urnen bei Bäumen beigesetzt werden. "Das ist mir eine Herzensangelegenheit." "Man sollte nichts ohne die Kirche machen", meinte Andreas Maier (CSU), "Vielleicht kann man das ja auch auf dem Friedhof machen, indem man einen Bereich abteilt." Dem widerspricht König: "Nein, es sollte ein Wald sein. Aber ich will die Kirche nicht ausschließen." "Ich finde das eine gute Idee", so Fischkal, "Ich werde mich an den Bayerischen Gemeindetag wenden. Dann müssen wir schauen, wo wir eine Fläche herkriegen." Ein entsprechender Beschluss wurde gefasst.