Viele Menschen geben heutzutage viel Geld aus, um sich an modernen Geräten in Fitnessstudios fitzuhalten. Manche sind in Vereinen organisiert und treiben dort regelmäßig Sport. Was nun am Dechsendorfer Weiher eingeweiht wurde, soll eine Alternative dazu bieten und wird als Sportart auch immer beliebter: Calisthenics.

"Es geht um Sport und Bewegung im Zusammenhang mit dem eigenen Körpergewicht", erläutert Jörg Volleth (CSU), Erlangens Zweiter Bürgermeister, den Trend, der aus den USA nach Deutschland kam.

Was amerikanisch kompliziert klingt, hat dem Wort nach seinen Ursprung im Griechischen. Kalos bedeutet so viel wie schön oder gut, sthenos Kraft. Bei diesen "guten Kraftübungen" liegt der Fokus weniger auf einzelnen Muskelpartien, die etwa im Fitnesstraining gestählt und herausgearbeitet werden, als in einem Zusammenspiel von Kraft, Koordination und dem eigenen Körper.

Sport in den öffentlichen Raum holen

Zweiter Bürgermeister Volleth ist bei der Vorstellung des neuen Parcours am Dechsendorfer Weiher voll des Lobes: "Letztlich halte ich es für eine wunderschöne Idee", speziell auch für den Seniorensport. Die neuen Geräte, an denen man mitunter mit Seeblick trainieren kann, seien eine Möglichkeit, Sport in den öffentlichen Raum zu holen und eine Alternative außerhalb der Vereine zu bieten. Schon im Frühjahr war der Bau der vorwiegend aus Holz bestehenden Geräte abgeschlossen.

65 000 Euro hat alles gekostet, 10 000 Euro davon hat der Naherholungsverein beigesteuert, der Rest wurde von der Stadt Erlangen gezahlt. Ende Januar dann konnte der FT berichten: "Jetzt heißt es, für die Fitnesshungrigen nur noch zu warten, bis Gras über den Boden gewachsen ist und die Fundamente trocken sind - dann kann es endlich losgehen." Dann kam aber noch Corona dazwischen.

Fitness für alle: Geräte für jung und alt

Nun ist es endgültig soweit. Das einzige, was im Moment noch fehlt, ist das gute Wetter. Denn der Parcours soll nicht nur diejenigen anlocken, die schon wissen, was mit den Stangen und Geräten anzufangen ist, sondern auch Neugierige. "Es ist immer etwas Schatten hier, es wird aber auch gut gesehen", sagt Ulrich Klement, Leiter vom Amt für Sport und Gesundheitsförderung.

Man habe absichtlich Holz als Material gewählt, weil die Geräte nicht nur für Profis da seien, sondern auch optisch Anreize für alle anderen geben sollen. Wo die acht Geräte nun stehen, da hat auch die Dechsendorfer Bürgerschaft mitbestimmt. Nah am Wasser, nah an den Bäumen, "eingebettet in schöne Natur", sagt Volleth.

Eine angebrachte Schautafel erklärt die Möglichkeiten für Interessierte. Auch im Internet kann man Übungen nachschauen. Schließlich richtet sich das Angebot auch an Senioren, Jogger und andere, die eher zufällig am Nordostufer des Weihers vorbeikommen. Klimmzüge auf mehreren Höhen, sich an Stangen entlanghangeln, über Balken oder eine Slackline balancieren und andere Trainingsübungen, in denen man das eigene Körpergewicht nutzt, sind möglich. Laut Klement ist in der Innenstadt auch ein solcher Parcours geplant - aber erst im kommenden Jahr. Am Weiher kommt heuer noch glücklich hinzu, dass sich auch das Algenproblem nicht mehr akut stellt. "Im Vergleich zu den Vorjahren hat es sich deutlich verbessert", sagt Klement, Fadenalgen seien keine im Wasser.

Eine lange Sperrung steht, so wie es aussieht, nicht bevor. Damit ist der Weg zum Sport an Wasser und zu Land frei.