"Am liebsten mit Kartenzahlung" oder "Bezahlen Sie nach Möglichkeit bargeldlos". Mit diesen und ähnlich lautenden Bitten in schriftlicher Form werden derzeit Kunden besonders in Lebensmittelmärkte und Drogerien konfrontiert. Nix mehr mit "Bares ist Wahres". Bargeld ist nicht mehr gern gesehen in Corona-Zeiten.

Mögen die Meinungen auch weit auseinandergehen, was das Überleben des Virus auf Schein und Münze betrifft, so geht es auch darum, dass allein schon beim Überreichen des Zahlungsmittels Körperkontakt entsteht. Eine Hand berührt womöglich die andere. So mancher Bürger dürfte in der ersten Sekunde erschrocken sein, als er mit dem Schild an der Kasse oder bereits vor dem Einkaufsmarkt konfrontiert wurde. Vielleicht gerade ältere Menschen, die es nicht gewohnt sind, mit Karte zu zahlen. Ein Grund, mal nachzufragen, wie Kunden und Beschäftigte mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr umgehen.

Belinda Krafka arbeitet im "Bio am Vogelseck" in Höchstadt. Dort greifen vereinzelte Kunden auf Kartenzahlung zurück. Sie stellt aber nicht fest, dass vermehrt mit Karte bezahlt wird. Zudem besteht man im "Bio am Vogelseck" auch nicht auf Kartenzahlung. "Wir haben auch viele ältere Herrschaften, die haben gar keine Karte", sagt sie, "oder sie vertrauen diesem Zahlungssystem nicht."

Irene Käs bevorzugt die Barzahlung. "Wie der Bauer habe ich es immer in der Hosentasche", sagt sie. Das hat sich durch Corona nicht geändert und wird auch danach so bleiben. Im "Foto Käs", das ab 27. April wieder geöffnet hat und wo nur einzeln eingetreten werden darf, wird eh fast nur bar bezahlt, aufgrund der kleinen Beträge. Irene Käs hofft, dass die Möglichkeit, Passbilder direkt an die Stadt schicken zu können, die Kundschaft wiederbringt.

Rudolf Harrer von der Paracelsus-Apotheke findet bargeldloses Bezahlen nicht schlecht, "weil man wenig Händekontakt hat. Generell sehen wird das aber nicht so wahnsinnig eng, ob bar oder mit Karte." Allerdings sei ihm nicht aufgefallen, dass eine wesentliche Änderung bezüglich Bar- oder Kartenzahlung eingetreten wäre.

Händler bleiben flexibel

Sonja Werner arbeitet im Zigarrenhaus Riegler. "Wir sind ganz offen", sagt sie, "wir nehmen Bargeld, wir nehmen Karte. Bei der Postfiliale müssen sie eh mit Bargeld zahlen." Vielleicht zehn Prozent mehr Kunden als üblich zahlen bei ihr momentan mit Karte.

Lisa Rehder (31) zahlt zurzeit häufiger bargeldlos. "Ich habe grundsätzlich nicht viel Bargeld dabei", sagt sie, "aber Eis würde ich nicht mit Karte bezahlen." Nach Corona würde sich bei ihr nicht viel ändern am Bezahlverhalten. Claire Dhenain (34) bezahlt seit Corona vermehrt bargeldlos. "Ich versuche, so viel wie möglich mit Karte zu zahlen", sagt sie und hat auch vor, nach Corona das momentane Bezahlverhalten beizubehalten.

Ulrike Hetzl aus Gremsdorf und Brigitte Kräck aus Höchstadt zahlen fast alles mit Karte. Nur Kleinigkeiten werden bei ihnen mit Bargeld bezahlt, so das Corona auf ihr Bezahlverhalten keinen Einfluss hat. "Ich kann verstehen, dass Leute bargeldlos zahlen, weil sie dann keinen Kontakt haben mit dem Geld", sagt Ulrike Hetzl. Christine Balog (55) hat vor Corona halb bar, halb bargeldlos bezahlt. Momentan bezahlt sie lieber mit Karte, will aber nach Corona wieder zu ihrem alten Bezahlverhalten zurückkehren. "Ich zahle schon immer 80 Prozent meiner Einkäufe mit Karte, die restlichen 20 Prozent bar", sagt Klaus Arnst aus Adelsdorf. Er hat nicht vor, daran etwas zu ändern.

Mano Dellermann zahlt meist mit Karte. "Beim Bäcker, Metzger oder Friseur zahle ich aber bar", sagt er. Sven Berwein (43) bezahlt wenn möglich bargeldlos, um keinen Kontakt mit dem Geld zu haben. "Ich finde es sinnvoll, kein Bargeld zu nutzen", sagt er, "Nicht nur in Corona-Zeiten ist Geld eine Bakterienschleuder."

So scheiden sich die Geister. Sind die einen für das bargeldlose Zahlen, zum Beispiel aus Gesundheitsgründen, so greifen viele dennoch gerade bei kleineren Beträgen gerne auf das gute alte Bargeld zurück, das so schön in der Tasche klimpert. Corona-Pandemie hin oder her.