Ein fünfjähriges Kind ist verschwunden - und wird in Bamberg, Wildensorg und Gleusdorf gesucht. Zumindest legen dies erste Informationen über die Drehorte des siebten Franken-Tatorts "Wo ist Mike?" nahe, der ab 3. März in der Region gedreht wird. Damit entscheidet sich der Bayerische Rundfunk (BR) zum zweiten Mal für Bamberg.

Schon bei "Am Ende geht man nackt" (2017) diente die Welterbestadt als Schauplatz. Damals ging es um Rassismus und Integration, nun um die Suche nach einem verschwundenen Kind.

Die Handlung

Drei Tage lang dachten Mikes getrennt lebende Eltern, dass der Sohn sich beim jeweils anderen aufhält. Als der Irrtum auffällt, verdächtigt die Mutter den Vater und der Vater die Mutter.

Das Ermittler-Duo Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrichs) fragt sich vor allem: Warum versteckte sich Mike im Wald? Und wen hat er dort getroffen?

Dass es sich dabei um den Michelsberger Wald handeln wird, legt eine Anfrage bei der Stadt Bamberg nahe, die dafür Drehgenehmigungen erteilt: "Wildensorg wird ein Schwerpunktdrehort sein", sagt ein Sprecher. Und dort vor allem die Ecke Kirchweg, Waldstraße und Schneisenweg - also am Rand des Michelsberger Waldes. Weiterhin sind bisher "diverse Plätze im Stadtgebiet von Bamberg" geplant. Die Suche nach Motiven sei laut Produktionsfirma noch nicht abgeschlossen. Zwei Drehtage am Schloss Gleusdorf (Landkreis Haßberge) stehen hingegen fest.

Spielt also auch der derzeit noch laufende Prozess um Todesfälle in dem Altersheim eine Rolle im Franken-Tatort? Medienberichte spekulieren in diese Richtung. Schließlich setzt sich die Krimi-Reihe immer wieder kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinander.

So zum Beispiel auch beim ersten Bamberg-Tatort "Am Ende geht man nackt", in dem Neonazis eine Flüchtlingsunterkunft anzünden. Hauptkommissar Felix Voss schleust sich für die Ermittlungen in ein fiktives Flüchtlingsheim ein - die Kulisse wurde auf der Lagarde-Kaserne aufgebaut. In diesen Szenen wurden auch Missstände in der Unterbringung von Geflüchteten thematisiert.

Hinrichs als Senior?

Wird der 46-jährige Schauspieler Hinrichs nun also als verdeckter Ermittler in einem Altersheim zu sehen sein, um dortige Missstände zu thematisieren - ähnlich wie bereits im Köln-Tatort "Hundeleben" (2004)?

Nein, dementiert der Bayerische Rundfunk. "Die Seniorenresidenz wird nicht als realer Ort in ihrer tatsächlichen Funktion erzählt. Eine Verbindung zwischen dem erzählerischen Geschehen und den realen Geschehnissen aus dem Jahr 2016 gibt es nicht", teilt Sprecherin Gesine Pucci auf Nachfrage mit. "Wir haben uns rein aus filmästhetischen Gründen für das Schloss Gleusdorf als Motiv entschieden."

Neben den Hauptdarstellern Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel wird ab März auch die in Bamberg geborene Schauspielerin Eli Wasserscheid für Dreharbeiten in der Region zu sehen sein. Und der Nürnberger Kabarettist und Schauspieler Matthias Egersdörfer wird als Leiter der Spurensicherung wieder für die wichtige Portion grummlig-fränkischen Dialekts sorgen.

Viel mehr Informationen gibt es vom BR derzeit noch nicht. "Dass wir vor Drehstart überhaupt etwas weitergeben, ist sehr unüblich", sagt Pucci. Weil andere Medien aber bereits über den Drehort Schloss Gleusdorf berichtete und dadurch bereits Vermutungen um die Handlung im Raum standen, sei dem BR nur "die Flucht nach vorne" geblieben. Eigentlich auch kein schlechter Tatort-Titel.

Hintergrund: Tatorte in Franken

2015 "Der Himmel ist ein Platz auf Erden" spielt in Nürnberg, Fürth und Erlangen und erreichte 12,11 Millionen Zuschauer.

2016 "Das Recht, sich zu sorgen" wurde in Würzburg und Röthenbach gedreht und von 8,41 Millionen Menschen gesehen.

2017 Für "Am Ende geht man nackt" war Bamberg zum ersten Mal Schauplatz. Die Folge erreichte 8,16 Millionen Zuschauer. 2018 "Ich töte niemand" beschränkte sich auf den Drehort Nürnberg und wurde von 8,68 Millionen Zuschauern gesehen. 2019 Den Bayreuth-Tatort "Ein Tag wie jeder andere" schauten 9,09 Millionen Zuschauer. 2020 "Die Nacht gehört dir" wird am 1. März ausgestrahlt und spielt in Nürnberg und Fürth.

"Wo ist Mike?" soll im kommenden Jahr erscheinen und in Bamberg und Gleusdorf spielen. Gedreht wird ab 3. März 2020. Regie führt Andreas Kleinert, das Drehbuch ist von Thomas Wendrich. Das Ermittlerduo Voss und Ringelhahn wird von Fabian Hinrichs und Dagmar Manzel gespielt. Auch die in Bamberg geborene Franken-Tatort-Schauspielerin Eli Wasserscheid wird wieder in der Rolle der Ermittlerin Wanda Goldwasser zu sehen sein. Weitere Rollen sind unter anderem Andreas Schadt als Ermittler Sebastian Fleischer und Matthias Egersdörfer als Michael Schatz, Leiter der Spurensicherung.makl