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Bad Kissingen
Bilanz

Bäderlandkreis Kissingen: Staatsbäder legen bei Gästenzahlen zu

16 000 mehr Gäste, 34 000 mehr Übernachtungen: Die drei Staatsbäder freuen sich über volle Hotels und Kliniken. Während Bad Kissingen moderat zulegt, verzeichnet Bad Brückenau ein deutliches Plus. Nach Bad Bocklet kamen dagegen weniger Besucher.
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355 000 Gäste kamen im vergangenen Jahr in die drei Staatsbäder im Landkreis Bad Kissingen. Foto: Benedikt Borst/Archiv
355 000 Gäste kamen im vergangenen Jahr in die drei Staatsbäder im Landkreis Bad Kissingen. Foto: Benedikt Borst/Archiv

Die drei Staatsbäder haben das alte Jahrzehnt gut abgeschlossen: Im vergangenen Jahr kamen insgesamt 355 718 Gäste nach Bad Kissingen, Bad Brückenau und Bad Bocklet. Das waren rund 16 000 mehr als im Vorjahr. Dieses Plus spiegelt sich auch bei den Übernachtungszahlen wieder. 2,12 Millionen Übernachtungen haben die zuständigen Stellen gezählt, 2018 waren es noch 2,08 Millionen.

Wie schaut die Entwicklung im einzelnen aus? Bad Kissingen als größter der drei Kurorte gewinnt im Vergleich zum Vorjahr sowohl bei den Gästeankünften, als auch bei den Übernachtungszahlen leicht dazu. 258 325 Gäste hat die Staatsbad GmbH gezählt, was einem Plus von 0,6 Prozent entspricht. 2018 hatten zum ersten Mal seit fünf Jahren weniger als 1,6 Millionen Gäste in der Stadt genächtigt. Dieser leichte Knick wurde ausgeglichen, die Übernachtungszahlen stiegen wieder über die 1,6 Millionen-Marke. "Seit einigen Jahren bewegen sich die Übernachtungszahlen stabil auf einem hohen Niveau", sagt Kurdirektorin Sylvie Thormann zusammenfassend. Das sei eine sehr erfreuliche Entwicklung.

Rehapatienten sorgen für Anstieg

Das gute Ergebnis wird vor allem davon getragen, dass 1047 Versicherungsgäste mehr in die Stadt gekommen sind. Das kompensiert, dass 883 Privatgäste weniger anreisten. Weil die Rehapatienten in den Kliniken im Durchschnitt sieben Mal so lange bleiben wie die Urlauber oder die Tagungsgäste in den Hotels, steht am Ende ein Plus von 8754 Übernachtungen.

Den moderaten Rückgang bei den Privatgästen erklärt Thormann unter anderem damit, dass das Hotel Kaiserhof Victoria seit November wegen Renovierungsarbeiten geschlossen hat. Auch fallen seit April Wohnmobilstellplätze an der Kisssalis-Therme weg wegen der Erweiterungsarbeiten am Sauna- und Wellnessbereich. Es hätten ohnehin mehr Gäste in der Stadt übernachtet, als in der Statistik offiziell ausgewiesen. Wie die Kurdirektorin berichtet, hat es Abweichungen bei den Meldungen bei einzelner Gastbetrieben gegeben. Die wurden zwar nachträglich korrigiert, sind aber nicht in der Bilanz enthalten. Anhand der erzielten Kurtaxe geht Thormann davon aus, dass rund 10 000 Übernachtungen in der Statistik fehlen.

Nach Angaben der Staatsbad haben 2019 zwölf kleinere Beherbergungsbetriebe neu geöffnet, vier mussten schließen. Rund 100 Gästebetten sind neu dazugekommen.

Im kleinsten der drei Staatsbäder gingen die Zahlen leicht zurück: 21585 Gästeankünfte wurden in Bad Bocklet erfasst. Das sind 709 weniger als 2018. Die Zahl der Übernachtungen sank um ein Prozent auf 186 863. Für Kurdirektor Thomas Beck ist das aber kein Anlass zur Sorge. Mit dem Reha- und Präventionszentrum, dem Kurhaus und dem Hotel Kunzmanns hatten die drei größten Häuser im Ort im ersten Quartal ihre Gästezimmer saniert. Dadurch standen in diesen Monaten 20 Prozent weniger Betten zur Verfügung. "Ein Rückgang war eingeplant. Mit diesem leichten Minus sind wir zufrieden", sagt er. Die Investitionen in die Häuser würden dazu beitragen, dass in den nächsten Jahre dafür wieder Zuwächse zu erwarten sind.

Die gute Entwicklung bei den Versicherungsgästen in den Kliniken mildert das Minus bei Urlaubern und Selbstzahlern ab. In den vergangnen Jahren haben sich die Übernachtungszahlen bei den Rehapatienten kontinuierlich gesteigert von knapp 92 000 im Jahr 2015 auf aktuell mehr als 105 000. Beck: "Da liegen wir in der Entwicklung wie alle Kurorte. Rehagäste sind wichtig für unsere Wirtschaft. Sie sichern Arbeitsplätze und bringen Kaufkraft in den Ort."

Gutes Gästejahr in Bad Brückenau

Dass landkreisweit die Zahlen steigen, liegt insbesondere an dem dicken Plus, welches die Touristiker aus Bad Brückenau für Stadt und Staatsbad melden. 28 Prozent mehr Gästeankünfte und über neun Prozent mehr Übernachtungen lautet die Bilanz. "Wir freuen uns", sagt die Leiterin der Tourist-Info, Kathrin Romeis-Merten. Das Plus erkläre sich daraus, dass viele Renovierungsarbeiten, die 2018 zu mehrmonatigen Schließungen geführt haben, inzwischen beendet sind. Die betroffenen Häuser hätten in der Folge wieder "sehr gut zugelegt und ihre Auslastung erhöht". Auch die Wohnmobilstellplätze im Staatsbad, am Bahnhof und an der Therme Sinnflut waren im Sommer auffallend gut besucht. "Da hat der neue Rhön-Express-Radweg seinen Teil zu beigetragen", erklärt sie. Auch die Bettenkapazität in der Stadt sei gestiegen, weil einige kleinere Beherbergungsbetriebe neu eröffnet hatten.

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