Ebelsbach
Veranstaltung

Kirchweih in Rudendorf

Die unterfränkische Gemeinde feiert vom 13. bis 14. Oktober ihre "Michaelis-Kirchweih".
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In Rudendorf, idyllisch im Lautergrund gelegen, wird am Wochenende das Patronatsfest der Michaeliskirche gefeiert.  Foto: Günther Geiling
In Rudendorf, idyllisch im Lautergrund gelegen, wird am Wochenende das Patronatsfest der Michaeliskirche gefeiert. Foto: Günther Geiling

Am Wochenende feiert einer der östlichsten Orte des Landkreises Haßberge, gelegen an der Grenze zum Landkreis Bamberg und zum Regierungsbezirk Oberfranken, seine Kirchweih. Es ist Rudendorf, ein Gemeindeteil von Ebelsbach, das idyllisch im Lautergrund liegt. Rudendorf hat eine sehr bewegte Geschichte wie sonst selten ein Ort und wurde im Laufe der Jahrhunderte wie ein Spielball zwischen verschiedenen Lehensherrschaften und Besitztürmern, kirchlichen Hochstiften und Pfarreien hin- und hergerissen. Das kann man vielleicht nur verstehen, wenn man liest, dass Rudendorf eine Zeitlang eines der reichsten Rotenhanschen Besitztümer gewesen ist. Noch erstaunlicher ist, dass Rudendorf zunächst der Burg Stufenberg (Stiefenberg) zugeordnet war, die sogar dem Herzog von Meran gehörte.

Im Bauernkrieg des Jahres 1525 soll eine Schlacht zwischen Bauern und Rittern bei Rudendorf stattgefunden haben und der 30-jährige Krieg (1618 bis 1648) spielte dem Dorf noch mehr mit, sodass das Dorf 1644 von allen Bewohnern verlassen wurde. Auch im französischen Krieg (1796) kam Rudendorf nicht ungeschoren davon. "In Schönbrunn und auch in Rudendorf haben sich die Franzosen schrecklich verhalten. In der Nacht mussten neun Simmer Kornmehl gebacken werden, weil die große Armee durchkam. In Schönbrunn ist alles ausgeplündert worden, zwei Wagen mit Kleidern und dürrem Fleisch haben sie weggefahren. In Rudendorf ging es ebenfalls nicht besser. So ließen sie das Bier, was sie nicht tranken, in den Keller laufen", ist von dem Gleisenauer Pfarrer Friedrich Schaumberg aufgezeichnet.

Wie reich Rudendorf anscheinend war, kann man auch daraus erkennen, dass Rudendorf ein Schloss besaß und schon 1691 die Familie von Rotenhan eine Schule begründete. Seit dem Jahre 1616 war eine Kirche vorhanden, die drei Fensterreihen übereinander gehabt haben soll. Diese musste aber 1764 wegen "gänzlichen Zerfalls" wieder abgebrochen werden. Eine neue Kirche wurde dann erst wieder im Jahre 1954 eingeweiht, die heute auf einer Anhöhe über den Dorf thront. In den vergangenen Jahren haben die Rudendorfer mit viel Eigenleistung die ehemalige Schule saniert, die heute ein Gemeinschaftshaus für Feuerwehr und Dorfgemeinschaft darstellt. Mitten in der Planung ist nun der restliche Ausbau der Ortsdurchfahrt der Staatsstraße 2281 von der Einmündung des Kreisstraße aus Richtung Schönbrunn bis zum Ortsausgang in Richtung Lußberg.

Kirchweihgottesdienst in der Michaeliskirche

Zur Kirchweih gibt es zum Glück mit der Gastwirtschaft Käb noch eine Einkehrmöglichkeit im Ort. Zum Auftakt wird am Donnerstag der Kirchweihbaum aufgestellt und am Freitag gibt es dort den traditionellen Bocksbraten. Die übrigen Tage werden die Besucher mit Kirchweihspezialitäten und Braten sowie dem Besten aus Küche und Keller verwöhnt. In der Michaeliskirche wird am Sonntag, 14. Oktober, um 10 Uhr, der Kirchweihgottesdienst mit Hl. Abendmahl gefeiert. gg

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