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Klassikbereich ist zurückgegangen
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Kurdirektorin Sylvie Thormann und Veranstaltungsleiter Bruno Heynen machen sich keine Sorgen um die Zukunft des Kissinger Winterzaubers im 20. Jahr seines Bestehens.  Foto: Thomas Ahnert
Kurdirektorin Sylvie Thormann und Veranstaltungsleiter Bruno Heynen machen sich keine Sorgen um die Zukunft des Kissinger Winterzaubers im 20. Jahr seines Bestehens. Foto: Thomas Ahnert

Die Zahl der Veranstaltungen hat sich gegenüber dem Anfang mehr als halbiert. Rekordhalter war der 2. Winterzauber mit 54 Veranstaltungen. Jetzt sind es noch 21.

Heynen: Es ist nicht jeden Tag etwas. In der ersten vollständigen Woche, von Montag bis Donnerstag, haben wir einfach noch nichts gemacht. Es gibt an diesen Tagen auch Programme, aber nicht im Rahmen des Winterzaubers, weil das auch eine wirtschaftliche Entscheidung ist. Man macht das Festival ja vor allem für den Tourismus, für den Hotelgast, für den Besucher, und der reist halt kurz vor Weihnachten an, je nachdem, wie das Wochenende fällt.

Das heißt: Die Veranstaltungen vor dem 21. Dezember sind eher die Besucher aus der Region?

Heynen: Das hat sich so herauskristallisiert. Man muss aber auch sagen, wenn ich die Programme anschaue, sind da auch einige Veranstaltungen wie die "Fränkische Weihnacht" im Rahmen des Kissinger Winterzaubers gelaufen. Die wird es auch weiterhin geben, aber sie fällt halt nicht mehr unter den Kissinger Winterzauber.

Wie hat sich das Konzept des Winterzaubers verändert? Immerhin ist ein starker Rückzug der Klassik zu beobachten.

Heynen: Bis 2006 war das Festival eine wirkliche Gemeinschaftsveranstaltung, bei der Kari Kahl-Wolfsjäger sehr stark den klassischen Bereich mit vielen Künstlern, die auch aus dem Kissinger Sommer bekannt waren, bediente und der damalige Kulturmanager Andreas Dobmeier für Theater zuständig war. Frau Dr. Wolfsjäger hat es mal so ausgedrückt: Sie war für die Hochklassik da, und wir waren für das Rahmenprogramm da - ich will jetzt nicht sagen: für das seichte Programm, sondern für die Vielfalt. Damals waren auch einige Vereine und die Kirchen dabei. Ab 2006, als Jutta Dieing als Nachfolgerin von Dobmeier kam, kam dann auch der Winterzauber komplett in die Verantwortung der Veranstaltungsabteilung der Staatsbad GmbH. Die inhaltliche Gestaltung lag dann bei Frau Dieing.

Was hat dazu geführt, dass die Klassik stark reduziert wurde?

Heynen: Es war sicherlich eine Budgetfrage, die sich gestellt hat, die aber zweitrangig war. Wir waren sehr stark im klassischen Bereich, was zu Befürchtungen führte - die uns zugetragen wurden -, dass der Winterzauber als zweiter Kissinger Sommer wahrgenommen werden würde. Das wollte man nicht, das war aber auch nie die Intention. Als 2012 Jutta Dieing wegging, haben Kurdirektor Gunter Sauer und ich das Kulturprogramm, das sie angefangen hatte, fertiggestellt, und wir haben begonnen, Crossover-Veranstaltungen mit reinzunehmen. Das hat im ersten Jahr gezeigt, dass das auch gewünscht wurde. Wir hatten einen guten Kartenverkauf. Und dann hat man im Stadtrat entschieden, dass wir das in dieser Vielfalt weitermachen. Man hat dann keine neue Intendanz geholt.



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