Fürth
Legenden und Märchen

Geisterwelt: 6 sagenumwobene Orte in Franken

Was hat der Teufel mit dem Bau der Würzburger Mainbrücke zu tun? Und wo jagen germanische Geister-Priester umher? Die 6 gruseligsten Sagen aus Franken:
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Was hat der Teufel mit dem Bau der Würzburger Mainbrücke zu tun? 6 sagenumwobene Orte in Franken. Symbolbild: Rainer Maiores/pixabay.com
Was hat der Teufel mit dem Bau der Würzburger Mainbrücke zu tun? 6 sagenumwobene Orte in Franken. Symbolbild: Rainer Maiores/pixabay.com
In Franken gibt es viele mystische Orte, um die sich schauderhafte Geschichten ranken. Wie hat sich der Teufel beim Bau der Würzburger Mainbrücke eingemischt? Und welcher schauerliche Liebeskummer gab dem Liefbrauensee in Bad Kissingen seinen Namen?

Meist handelt es sich bei Sagen um Erzählungen von fantastischen Ereignissen oder von rätselhaften Wesen, die die Wirklichkeit übersteigen. Da die Geschichten aber mit realen Orten, Begebenheiten und Personen verknüpft werden, lässt sich oft schwer zwischen "wahr" und "unwahr" unterscheiden. Wir haben 6 der gruseligsten Orte in Franken für euch zusammengestellt.


Sagen aus Oberfranken

Das "Hasenloch" in Pottenstein
Diese Sage ist in Franken durchaus bekannt und zieht nach wie vor Touristen und Schulklassen zu der kleinen Höhle in die Fränkische Schweiz. Aber Vorsicht, dort herrscht ein grausiger Höhlenpöpel.

Die Legende erzählt von einigen jungen Buben, die Sonntags den Gottesdienst schwänzten und stattdessen lieber heimlich durch den Wald tobten. Sie fanden einen schneeweißen Hasen, welcher nicht richtig laufen konnte, sondern immer ein Bein hinter sich her zog. Die Buben hetzten den armen Hasen aus Spaß durch den Wald, bis er sich in einer Höhle versteckte. Nur einer der Knaben traute sich in die Höhle hinein, die anderen blieben aus Furcht vor dem dunklen Eingang stehen.

Nach einiger Zeit hörte man einen jämmerlichen Schrei, die Buben rannten in das Dorf und alarmierten ihre Eltern. Die Väter der Buben eilten zu der Höhle, wo sie den Jungen zerfleischt am Boden auffanden. Der Hase war der Höhlenpöpel und hatte sich zum Spott in einen lahmen Hasen verwandelt. Seit diesem Tag wird die Höhle "Hasenloch" genannt.

Sagenumwobene Orte in Bayreuth und Umgebung

Die "Zombiepriester" auf dem Oschenberg
Untote Priester, die das Christentum verfluchen? Kaum zu glauben. Diese Legende berichtet jedoch genau das:

Im Nordosten Bayreuths, auf dem Oschenberg, soll seit langer Zeit ein Fluch lasten. Vor der Zeit des Christentums soll hier eine heidnische Kultstätte gestanden haben, den germanischen Göttern Wotan und Odin geweiht. Mit dem Einzug Karls des Großen wurde die Stätte zerstört und alle Tempelpriester durch das Heer getötet.

Der älteste Priester soll den Ort, im Sterben liegend, verflucht haben. Seither wurden immer wieder Kapellen auf dem Berg errichtet. Doch keine blieb bestehen. Sie stürzten ein, brannten nieder oder wurden verlassen. Eine Legende sagt, dass die Priester als Untote zurückkehren. Das Läuten von Glocken auf dem Oschenberg bringe Unheil über jeden Christen in der Umgebung.


Sagen aus Mittelfranken

Der Marktsteinversetzer aus Wilhelmsdorf
Wilhelmsdorf im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim ist eigentlich für seine offene Landschaft und Wasserläufe bekannt, an denen es viele Teiche gibt, sodass man problemlos und entspannt ein bisschen in der Region wandern kann. Viel gewandert ist dort vor etlichen Jahren angeblich auch ein seltsamer Geselle. Genauer gesagt handelt es sich hierbei um den Geist eines Bauern, der keinen Frieden finden konnte.

Zu Lebzeiten hatte dieser heimlich, um seinen Landbesitz zu vergrößern, immer wieder die Marktsteine der Grundstücke seiner Nachbarn zu seinen Gunsten verschoben. Nach seinem Tod belastete ihn deswegen ein Fluch, der ihn Nacht für Nacht einen Marktstein durch die Gegend schleppen ließ. Erlöst werden konnte er nur durch eine andere Person, die ihm sagte, wo er den Stein ablegen könne. Da die Geistgestalt allerdings bei vielen Menschen für Angst und Schrecken sorgte, wurde er lange Zeit nicht von dem Fluch befreit und wanderte Nacht für Nacht mit dem Marktstein auf den Schultern durch die Gegend.

Eines Nachts allerdings begegnete ihm ein Bauernbursche, der sich nicht vor Angst in die Flucht schlagen ließ. Der Geist fragte ihn: "Wo soll ich meinen Marktstein hinlegen?”. "Setz ihn gefälligst dorthin, wo du ihn genommen hast.”, antwortete der Bauernbursche. Der Geist des Bauern tat, wie ihm geheißen und so konnte er endlich in Frieden ruhen.

Der schwarze Hund auf der Gehäuhöhe
Die Frankenhöhe besticht durch leicht hügelige, bewaldete Landschaft. Bei gutem Wetter kann man sich hier eine Auszeit vom Alltag gönnen. Vor vielen Jahren bedeckte dort zwischen Markt Erlbach und Nezienrück dichter Wald die Hochfläche. Als man irgendwann damit begann, diesen Wald zu roden, nannte man das Gebiet am südlichen Ortsrand von Markt Erlbach die Gehäuhöhe.

Als der Herbst kam, wurde es in dieser Gegend immer unheimlicher. Knarzende Äste, lange Schatten - man trieb sich zu später Stunde nur ungern in dieser Region herum. Wer sich dort in der Adventszeit auf Wanderschaft begab, bekam einen großen Schrecken eingejagt, in Form eines schwarzen, bedrohlichen Hundes. Er tauchte meist aus dem Nichts aus, begleitete die verängstigten Wanderer und verschwand dann genau so schnell, wie er gekommen war. Eines Tages legte sich ein furchtloser Jäger auf die Lauer, mit dem Ziel, dem Hunde-Schrecken ein Ende zu bereiten.

Als dieser endlich aufkreuzte, zielte er und schoss auf den Hund - Treffer. Als er zu der Stelle lief, wo er den nun toten Hund vermutete, war von diesem aber nichts zu sehen. Nicht einmal Blutspuren im Schnee.


Sagen aus Unterfranken

Die Teufelsmühle
Der Name der Teufelsmühle rührt von einer Sage, nach der einst der Satan selbst im Teufelsgrund anwesend war. Die Überlieferung weiß zu berichten, dass der Müller, der in der dortigen Mühle einst seinem Handwerk nachging, unehrlich geworden war und daher aus der Gunst der Leute gefallen war.
Daraufhin verarmte er zusehends und so verfiel auch das Bauwerk: Durch einen Riss in der Mühlenwand floss laut der Sage Wasser in das Gebäude. Angeblich soll nun der Müller ausgerufen haben, den Riss möge der Teufel holen, was sich dieser nicht zweimal sagen ließ.

Der Höllenfürst erschien und versprach dem Müller, den Riss zuzumauern, wenn er nur die Seele des Mannes im Tausch dafür bekäme. Der Müller stimmte zu und der Teufel versprach, den Riss bis zum Morgengrauen zuzumauern. Sollte er es nicht bis zum ersten Hahnenschrei schaffen, müsse der Müller seine Seele nicht abgeben. Der Müller erzählte seiner Frau reumütig von dem Handel. Sie versprach, ihm aus der Misere zu helfen. Als der Teufel beinahe fertig war mit dem Mauerwerk, ahmte die Frau des Müllers, die sich unterdessen heimlich in den Hühnerstall gesetzt hatte, den Ruf des Hahnes nach - der Teufel suchte das Weite. Ein Teil des Risses blieb und die Mühle heißt bis auf den heutigen Tag "Teufelsmühle".

Wie der Teufel höchstpersönlich den Bau der Würzburger Mainbrücke sabotierte
Würzburg: Eine Stadt, die bekannt für ihre Gebäude im Barock- und Rokokostil ist. Außerdem laden zahlreiche Weinstuben und -keller dazu ein, die Seele baumeln zu lassen. Aber natürlich eignen sich die Weinberge auch ideal zum erkunden der Landschaft und bieten einen weiten Blick über die Stadt. Die Mainbrücke ist die älteste Brücke in Würzburg, die über den Main geht und ein Wahrzeichen der Stadt. Aber bei ihrem Bau soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein...

Man sagt, dass der Teufel dem Bauleiter bei Entstehung der Brücke seine Hilfe angeboten haben soll. Im Tausch sollte er dafür dann die Seele des Bauleiters erhalten. Der Bauleiter lehnte dieses Angebot wohl ab, was Luzifer sehr verärgerte. Zur Strafe begann er damit, zu versuchen, die Errichtung der Brücke mit allen Mitteln zu verhindern. Und selbst als die Brücke schon stand, soll er damit begonnen haben, ein großes Loch zwischen zwei der Brückenpfeiler zu graben.

Zwar wurde die Brücke vorsorglich der kirchlichen Weihe unterzogen, damit kein weiterer Schaden entstehen konnte, aber dennoch hüten sich Schiffe auch heute noch vor dem sogenannten ”Teufelsloch”. Denn angeblich soll sich genau dort ein gefährlicher Strudel befinden, der die Menschen ins Verderben zieht.

Wie der Liebfrauensee zu seinem Namen kam und was sich in seinen Abgründen abspielt
Der Liebfrauensee in Bad Kissingen ist ein beliebtes Ausflugsziel für viele Touristen. Er liegt vor der Marienkapelle und dem zugehörigen Kapellenfriedhof. Der Name Liebfrauensee rührt daher, dass sich dort der Sage nach ein junger Mann vor lauter Liebeskummer ertränken wollte. Die Mutter seiner Geliebten wollte ihm ihre Tochter nicht zur Ehefrau geben. Kurz bevor sich der Jüngling vom Ufer ins Wasser stürzen konnte, sei ihm die Mutter Gottes begegnet, die ihn von seinem Vorhaben abbringen konnte. Daraufhin bekam der Mann das Mädchen doch noch zur Frau und seitdem trägt der See den Namen ”Liebfrauensee”.

Außerdem berichtet man von dem See, dass sich in dessen tiefsten Abgründen ein Riese befinde, der dort schläft. Sobald er sich einmal erheben würde, wird die Stadt, Bad Kissingen, überschwemmt und geht unter. Eine weitere Sage erzählt, der See sei so unglaublich tief, dass er sogar mit dem Weltmeer unterirdisch verbunden sei.
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