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Naschen im Supermarkt: Erlaubt oder ein No-Go?

Diesbezüglich sind sich viele uneinig: Ist das Probieren von Trauben oder das Öffnen von Flaschen vor dem Kauf der Ware zulässig? inFranken.de zeigt, was Sie beim Einkaufen beachten müssen.
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Das Öffnen der Ware im Supermarkt ist nur mit Zustimmung des Händlers erlaubt - oder etwa nicht? Symbolfoto: Boxed Water Is Better/Unsplash.com
Das Öffnen der Ware im Supermarkt ist nur mit Zustimmung des Händlers erlaubt - oder etwa nicht? Symbolfoto: Boxed Water Is Better/Unsplash.com

Als Kunde auf einem Wochenmarkt hat man oft die Möglichkeit, etwas zu probieren - schon bevor man die Ware nimmt und bezahlt. Doch wie schaut es im Supermarkt aus? Ist das Probieren einer Traube oder das Öffnen einer Flasche tatsächlich verboten, auch wenn ich diese im Nachhinein bezahle? Hier zeigt Ihnen inFranken.de viele Dos and Don'ts, die in Supermärkten zu beachten sind.

Produkte öffnen nur mit Zustimmung des Verkäufers

Früher wurde das Naschen, vor dem Kauf als Mundraub betitelt. Mittlerweile gilt es als "Diebstahl geringer wertiger Sache". Ganz klar: "Ja es ist verboten", so Heidrun Schubert von der Verbraucherzentrale Bayern zu der Augsburger Allgemeinen. Die Ware gehört vor dem Bezahlen dem Supermarkt und darf nur mit Zustimmung des Händlers geöffnet oder probiert werden. Doch hier gilt auch eine Grundsatzregel: Der Supermarkt muss das Produkt nach dem Öffnen problemlos weiterverkaufen können.

Wenn der ausführlich zu lesende Hinweis ,,das Öffnen der Ware verpflichtet zum Kauf" zu finden ist, so ist diese Faustregel unwirksam. Sie dürfen zum Beispiel die Verpackung der Eier öffnen, um zu prüfen, ob diese unversehrt sind. Ebenfalls erlaubt ist eine Duftprobe am Duschgel. Ware, die versiegelt oder mit Folie verschlossen ist, darf gleichwohl nicht geöffnet werden. Folglich sind auch beispielsweise das Öffnen eines Marmeladenglases oder das Aufreißen eines Obstnetzes verboten.

 

Dennoch gibt es viele Möglichkeiten, wie Sie ihre Ware oder Produkte testen können. Beim Bäcker, an der Käsetheke oder beim Metzger sind oft Schalen aufgestellt und fordern einen zum Probieren auf. Hier dürfen Sie gerne zugreifen. Bei Kosmetika sind meist sogenannte Tester zu Verfügung gestellt. Das sind Produkte, die verwendet, aber nicht entwendet werden dürfen.

 

 

Zeitung probelesen auch verboten

Auch das Lesen in der nicht bezahlten Zeitung und Zeitschrift ist rein rechtlich verboten. Da die Aneignung der Substanz der Ware auch als Diebstahl gilt. In der Praxis sind Händler hierbei oft toleranter. Da darf man ruhig auch mal das Inhaltsverzeichnis oder die Schlagzeilen lesen. Nur das stundenlange Lesen oder das Beschädigen der Ware können zum endgültigen Kauf der Ware verpflichten.

Besonders entgegenkommend sind Verkäufer gemeinhin bei Kindern. Das hängt allerdings von jedem einzelnen Supermarkt ab. Hier wird häufig auch mal ein Auge zugedrückt, falls etwas länger gelesen oder eine Flasche geöffnet wird.

 

Ungern gesehen: die eigene Einkaufstasche

Die Ware sollte immerzu offen sichtbar in einen Einkaufswagen oder Korb gelegt werden. Das gilt besonders dann, wenn Sie doch einmal etwas geöffnet haben. Denn das Einpacken der Ware in die eigene Tasche ist rein rechtlich gesehen auch schon Diebstahl. Schließlich ist nicht klar ersichtlich, ob Sie die Ware bezahlen möchten oder nicht. Doch auch hier sind viele Händler kulant. Sie sollten jedoch an der Kasse die eigene leere Tasche zeigen, sodass keine Missverständnisse entstehen.

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