Staudach-Egerndach

GfK-Studie: Supermärkte überholen die Discounter - Gründe überraschen

Immer mehr Verbraucher bevorzugen hochwertigere Produkte der Supermärkte. Discounter verzeichneten im Jahr 2019 dagegen ein geringeres Umsatzwachstum als Rewe, Edeka und Co. Welche Gründe das hat, lesen Sie auf inFranken.de.
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Wo frühere der Preis an erster Stelle stand, steht heute die Qualität: Beim Einkaufen achten gerade die jüngeren Verbraucher auf Frischerund Qualität. Symbolfoto: Roland Weihrauch/dpa
Wo frühere der Preis an erster Stelle stand, steht heute die Qualität: Beim Einkaufen achten gerade die jüngeren Verbraucher auf Frischerund Qualität. Symbolfoto: Roland Weihrauch/dpa

Supermärkte beliebter als Discounter - woher kommt der Trend? Laut einer Marktstudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) haben Discounter im vergangenen Jahr ein geringeres Umsatzwachstum erzielt als die großen Supermarktketten. Edeka, Rewe und Co. konnten ihre Umsätze 2019 um 3 Prozent steigern, Lidl und Aldi dagegen erreichten nur ein Plus von 0,1 Prozent.

Den Verbrauchern ginge es mittlerweile nicht mehr nur um akzeptable Preise, sondern auch um ein angenehmes Einkaufsklima sowie ein umfangreiches Angebot an nachhaltigen Produkten. Diese Anforderungen erfüllen die Supermärkte derzeit besser als die Discounter.

Das liege laut dem GfK-Handelsexperte Robert Kecskes an der aktuell niedrigen Arbeitslosigkeit und den steigenden Reallöhnen. Stand vor 10 Jahren bei der Mehrheit der Verbraucher noch der Preis an erster Stelle, achten heute 55 Prozent der Verbraucher auf die Qualität und nur noch 45 Prozent auf den Preis. Gerade die jüngere Generation lege auf Wert auf Regionalität, Frische und handwerkliche Herstellung, so die Marktforscher. Der Trend des Fleischverzichts oder zumindest der Fleischreduzierung führt außerdem dazu, dass bei seltenem Konsum verstärkt auf Qualität geachtet würde und der Preis nur noch an zweiter Stelle stehe.

Sonderangebote vor allem für Fleisch sind nach wie vor lukrativ

Sonderangebote für Fleisch locken trotzdem noch immer die Käufer in die Läden. Das ist aufgrund sinkender Kundenfrequenzen in vielen Geschäften auch wichtig für die Händler. Zudem müsse auch auf Kunden mit kleinerem Budget geachtet werden.

Bauern müssen sich über Wasser halten können

Auch wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kürzlich Mindestpreise abgelehnt hatte, betonte sie auf einem Spitzengespräch, dass Supermärkte und Discountketten fair mit den Bauern umgehen müssen. Denn auch diese müssten mit der Landwirtschaft ihr Geld verdienen können.

Lesen Sie zu dem Thema auch einen Kommentar von Redakteur Robert Wagner: Klassenkampf am Mittagstisch - Warum die Diskussion um unser Essen absurd und zynisch ist

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) warnte allerdings nach dem Spitzengespräch, dass man die Handelsunternehmen nicht für die Probleme vieler Bauern verantwortlich machen könnte. Denn die Landwirte verkauften die meisten Waren an die Lebensmittelindustrie oder in den Export.

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