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Kulmbach
Urlaubsregion

Warum in die Ferne schweifen? Urlauber schätzen im Frankenwald die Ruhe

Der Frankenwald wird als Urlaubsregion immer beliebter.
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Der Kreuzstein, heute ein markanter Treffpunkt für Wanderer auf dem Frankenweg, war einst eine mystische Begegnungs- und Orakelstätte hoch über der Wilden Rodach.  Foto: Archiv/Alexander Grahl
Der Kreuzstein, heute ein markanter Treffpunkt für Wanderer auf dem Frankenweg, war einst eine mystische Begegnungs- und Orakelstätte hoch über der Wilden Rodach. Foto: Archiv/Alexander Grahl

Viele zieht es im Urlaub in die Ferne. Manche aber auch in heimische Gefilde. Der Frankenwald boomt als Urlaubsregion. Wir haben bei Markus Franz, dem Geschäftsführer der Frankenwald Tourismus Service GmbH, nachgefragt, was das eigentlich für Leute sind, die hier Urlaub machen - und was sie in den Frankenwald zieht.

Markus Franz sagt, dass im Jahr 2018 in der Region 256 425 sogenannte Gästeankünfte verzeichnet wurden - so viel, wie in den 15 Jahren davor nicht. Im letzten Jahr gab es dann noch einmal eine deutliche Steigerung um immerhin 8,9 Prozent auf 279 258 Ankünfte. Das sei ein Wert weit über dem bayerischen Durchschnitt, sagt Franz. "Es geht bergauf!"

Frankenwald ist "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland"

Wen zieht es in den Frankenwald? Es sei ein breitgefächertes Publikum, sagt Markus Franz. Der traditionelle Gast ist der "Best Ager", der Ruhe und Erholung in der Natur sucht. Aber seitdem das Wandern eine Renaissance erlebt kommen auch vermehrt jüngere Leute - immerhin ist der Frankenwald als "Qualitätsregion Wanderbares Deutschland" zertifiziert.

Der Frankenwald-Wandermarathon zieht viele Langstrecken-Wanderer an. Viele Fans haben die Frankenwald-Steigla. "Viele Menschen wandern die systematisch eines nach dem anderen ab."

Entschleunigung

Ein weiteres Mega-Thema ist Franz zufolge die "Entschleunigung", oft auch in Verbindung mit der Natur: Waldbaden, QiGong im Wald oder Kräuterspaziergänge - und ab diesem Jahr auch geführte Touren mit den Naturpark-Rangern. Nicht zuletzt sei der Frankenwald dank der Therme in Bad Steben auch eine Wellness-Region.

Was zeichnet den Frankenwald als Urlaubsregion noch aus? Das ist für Markus Franz eindeutig: Keine Bettenbunker, sondern meist familiär geführte Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen, die Natur direkt vor der Haustür und kulturelle Angebote in erreichbarer Nähe. Und viel Ruhe.

Vom Frankenwald-Boom profitiert auch die Stadt Kulmbach. So berichtet Helmut Völkl, Leiter des Tourismus und Veranstaltungsservice Kulmbach, ebenfalls von steigenden Besucherzahlen. Zwischen 2015 und 2019 sei die Zahl der Übernachtungen von knapp 77 000 auf über 87 000 gestiegen. Positiv bemerkbar gemacht habe sich dabei die Erweiterung des Wohnmobil-Stellplatzes, auf dem mittlerweile 42 Fahrzeuge Platz finden.

Den Besuchern wird einiges geboten. So hat der Tourismus und Veranstaltungsservice allein im Jahr 2019 rund 500 Stadtführungen organisiert, von der Nachtwächter-Führung über die "Kulmbacher Gschichtla" bis hin zur Kellerführung.

Positiv sei auch die Entwicklung in den städtischen Museen auf der Plassenburg, so Völkl. So sei die Besucherzahl im Zinnfiguren-Museum und im Landschaftsmuseum Obermain von 13 600 im Jahr 2015 auf 15 250 im vergangenen Jahr gestiegen. Bei den Museen der Bayerischen Schlösserverwaltung auf der Burg registriere man allerdings einen Rückgang.

Die Gründe, warum Menschen einen kürzeren oder längeren Urlaub in Kulmbach machen, sind unterschiedlicher Natur, sagt Völkl. Da gebe es die Kulturinteressierten, die sich die Plassenburg und die Museen im Mönchshof anschauen. Da gebe es aber auch die Besucher der Großveranstaltungen: Die Motorrad-Sternfahrt, die Bierwoche, das Altstadtfest, die Plassenburg-Open-Airs.

Und in diesem Jahr ist auch das Spartan Race im Juni ein Besuchermagnet. Mehr als 3300 Teilnehmer hätten sich bereits angemeldet."Das wirkt sich deutlich auf die Übernachtungszahlen aus."

Zielgruppe Radwanderer

Eine wichtige Zielgruppe sind Völkl zufolge die Radwanderer. "Die direkte Lage am Mainradweg spüren wir deutlich. Viele Radwanderer legen einen Zwischenstopp in Kulmbach ein."

Letztlich registriert man auch in Kulmbach die Wanderer, die auf dem Frankenwald-Steig, den Steigla oder auf dem Frankenweg unterwegs sind.

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