Steinenhausen
Wandern im Kulmbacher Land

Von Steinenhausen nach Sanspareil: Eine der schönsten Wanderrouten im Kreis Kulmbach

Der Zultenberger Otto Arnold hat einen Tourenvorschlag im Kulmbacher Land ausgesucht, der viele Höhepunkte aufzuweisen hat. Es geht über Peesten, den Görauer Anger und das Schwalbachtal nach Sanspareil.
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Am Mainzusammenfluss bei Steinenhausen beginnt die rund 20 Kilometer lange Wanderung, die Otto Arnold ausgearbeitet hat.  Foto: Archiv/ Katrin Geyer
Am Mainzusammenfluss bei Steinenhausen beginnt die rund 20 Kilometer lange Wanderung, die Otto Arnold ausgearbeitet hat. Foto: Archiv/ Katrin Geyer
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  • Tour durch das Kulmbacher Land: Von Steinenhausen über Peesten, den Görauer Anger und das Schwalbachtal nach Sanspareil
  • Streckenlänge: ca. 20 Kilometer
  • Dauer: Tagestour
Eine Tageswanderung vom Main über die Jurahöhen nach Sanspareil ist ein echter Tipp für Wanderfreunde, die die Schönheiten des Kulmbacher Lands in Oberfranken erkunden wollen. Ausgearbeitet hat die Tour Otto Arnold aus Zultenberg, ein großer Heimatfreund und Heimatkenner. Dass der Weg auch zu "seinem" Görauer Anger führt, versteht sich von selbst. Die Stiftung Warentest hat Wanderschuhe genauer unter die Lupe genommen und verglichen. Das Ergebnis überrascht: Eine beliebte Marke aus Deutschland fällt beim Test 2019 durch.

"Die Strecke vom Mainzusammenfluss über Peesten, den Görauer Anger und das Schwalbachtal nach Sanspareil dürfte wohl für jeden Heimatfreund zu einer der schönsten Wanderrouten unserer näheren Heimat zählen", so Arnold. "Gut ausgerüstet mit Proviant und Getränke bewältigt man eine Strecke von gut 20 Kilometern, die in ihrer abwechslungsreichen Vielfalt fast alle landschaftlichen Reize bietet."

Herrliche Ausblicke

So verläuft die Wanderstrecke in vielen Abschnitten durch die freie Natur. Bei schönen Wetter bietet der Weg hoch zum Jura bereits nach dem ersten kleinen Anstieg bei Frankenberg einen herrlichen Ausblick auf den noch jungen Main mit der Stadt Kulmbach und den Dörfern des Umlandes.

Aber von Anfang an: Start der Wanderung ist am Mainzusammenfluss unterhalb von Schloss Steinenhausen. Auf den ersten 11 Kilometern folgt der Weg der Markierung "Frankenweg". Nach dem Aufstieg auf die Höhe bei Frankenberg geht es über Gundersreuth nach Peesten, dem ersten kulturellen Höhepunkt der Wanderung, mit dem markgräflichen Schloss von 1728 und der bekannten Tanzlinde.

Die erste Tanzlinde ist dort wohl schon zwischen 1550 und 1600 gepflanzt worden. Man sollte sich Zeit nehmen, einmal auf den Tanzboden hinaufzusteigen und die besondere Atmosphäre zu genießen.

Auf Forstwegen geht es nun weiter nach Lindenberg. Noch vor dem Ort erreicht man die Obstgärten. Wegen der Vielzahl an Obstbäumen wird die Gegend manchmal auch als "das kleine Südtirol" des Landkreises Kulmbach bezeichnet.

Grundrisse des einstigen Schlosses

Hier lohnt sich ein kleiner Schwenk ins Dorf hinein. Hinter dem Zaun, der ein Privatgrundstück umschließt, sind noch Grundrisse des einstigen Schlosses zu sehen. Eine Hinweistafel erinnert an die Anlage, die 1820 abgerissen worden war, nachdem die Gebäude verfallen waren. Die nächsten 20 Minuten werden schweißtreibend: Es geht, anfangs sehr steil, hinauf auf die Jurahochfläche.

Am Waldrand oberhalb von Lindenberg ist ein alter, aufgelassener Bierkeller zu sehen, der aus den Schlosszeiten der letzten Jahrhunderte stammt. Gegenüber dem Hohlweg ist noch der dazu gehörende Festplatz zu erkennen, wo es früher sicher lustig zuging. Schließlich erreicht man die Jurahochfläche mit ihren auffallend steinigen Äckern. Eine Verschnaufpause am kleinen Feucht-Biotop darf man sich jetzt gönnen.

Dann sind es nur noch wenige Hundert Meter bis nach Zultenberg. Hier sollte Zeit sein für einen kurzen Abstecher an den Beginn des Görauer Angers. Unmittelbar nach dem großen Wanderparkplatz bietet sich eine herrliche Aussicht über das Maintal. Am Horizont der südliche Thüringer Wald, der Frankenwald, das Fichtelgebirge, der Raue Kulmbach und im Süden die Fränkische Schweiz zu erkennen.

Auf dem Seniorenweg

So schön es hier auch ist: Der Görauer Anger ist nicht das eigentliche Ziel unserer Wanderung. Wir gehen nun, dem Wanderzeichen des Seniorenwegs folgend, von der Ortsmitte von Zultenberg aus Richtung Azendorf. Auf neuen Flurbereinigungswegen führt die Route nach dem Aufstieg erholsam durch die abwechslungsreiche Jura-Landschaft.

Der Weg führt direkt an der Landkreisgrenze zu Lichtenfels vorbei an den Windrädern, die sage und schreibe 198 Meter hoch sind. Ob man sie nun mag oder ablehnt - man sollte kurz auf auf einer nahen Ruhebank verweilen um das imposante Strommonster, das Werk deutschen Ingenieurskunst, zu bestaunen.

Von hier ist auch schon Azendorf mit seinem Kalkwerk zu sehen, das einschließlich seiner Zweigniederlassungen mehr als 750 Menschen Arbeit und Brot gibt. Doch auch Azendorf besitzt neben Peesten mit seiner seltenen, einmaligen "Grubenkirche" ein bedeutsames Kulturgut unserer fränkischen Heimat. Unterhalb davon befindet sich ein schattiger Dorfplatz, gegenüber mit einem bekannten Wirtshaus.

Auf zwei Wegen ins Schwalbachtal

Am Feuerwehrhaus beim Ortsausgang haben Wanderer nun zwei Möglichkeiten: Entweder sie halten sich links und durchwandern auf überwiegend unbefestigten Pfaden das Schwalbachtal mit dem Napoleonfelsen und dem Klingelloch (eine kleine Höhle). Oder sie folgen geradeaus dem geteerten Sträßlein, das nach zwei Kilometern ebenfalls in das Tal mit den romantischen Felsen mündet.

Nun ist es nur noch ein Kilometer nach Schirradorf. Von dort geht es auf der Hauptstraße und dann nach etwa 150 Metern auf dem Waldweg (Nr. 4) Richtung Zedersitz.

Wer noch gut bei Kräften ist, sollte den Umweg über Zedersitz machen und sich die kleine Kneipp-Anlage anschauen. Das würde die Wanderung um etwa zwei Kilometer verlängern. Wer das nicht mag, biegt auf den markierten Wanderweg ab, der direkt nach Sanspareil führt.

Burg und Brotzeit

Das Ziel der Wanderung bedarf eigentlich keiner näheren Beschreibung. Schließlich handelt es sich beim Felsengarten Sanspareil bei Wonsees um einen Garten voller Sehenswürdigkeiten in der Fränkischen Schweiz. Die Burg Zwernitz und der Felsengarten mit dem Morgenländischen Bau (1744) sind weit über die Region hinaus bekannte Sehenswürdigkeiten und dürfen sicher als "Perlen der Heimat" bezeichnet werden.

Wer jetzt noch Energie hat, erkundet vielleicht die Burg im Rahmen einer Führung. Auf jeden Fall sollte man sich im Schloss-Café oder in einer der umliegenden Wirtschaften eine gemütliche Abschluss-Brotzeit gönnen.

Hier geht es zu weiteren Infos rund um das Thema Wandern in Franken.

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