Klosterkreuzberg
Wandern in der Rhön

Die Kreuzberg-Extratour: In der Rhön gemächlich hinauf und steil bergab wandern

Der Kreuzberg ist ein Muss für Rhön-Ausflügler. Viele wählende dabei den schweißtreiben zu den drei Kreuzen. Dabei gibt es auch eine andere Strecke, die sogar zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands zählt: Die "Extratour Kreuzberg" zeigt den heiligen Berg von einer wenig bekannten Seite.
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Bei Gewitter kann es an den Golgatha-Kreuzen unheimlich werden. Dann sollte man vom Gipfel weg nach unten. Foto: Joachim Rübel
Bei Gewitter kann es an den Golgatha-Kreuzen unheimlich werden. Dann sollte man vom Gipfel weg nach unten. Foto: Joachim Rübel
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  • Extratour zum Kreuzberg in der Rhön
  • Start am Parkplatz in Sandberg
  • Streckenlänge der Rundtour: ca. 13 Kilometer, 490 Höhenmeter
  • Dauer: Rund 5 Stunden
Den Kreuzberg kennt jeder, er ist das meistbesuchte Ausflugsziel im fränkischen Teil der Rhön. Und jeder meint auch, dass er auf allen Wegen dorthin schon unterwegs war. Die meisten wählen ab Waldberg oder Sandberg den steilen, schweißtreibenden Weg nach oben. Es geht aber auch anders, eher gemächlich: entlang den K-Markierungen des Kreuzberg-Rundweges.Die Stiftung Warentest hat Wanderschuhe genauer unter die Lupe genommen und verglichen. Überraschendes Ergebnis überrascht: Eine beliebte Marke aus Deutschland fällt durch.

Diese "Extratour" des Hochrhöners ist eine Rundtour und hat eine Länge von knapp 13 Kilometern. Ein guter Einstieg ist der Parkplatz am oberen Ortsende von Sandberg. Viele Tourengeher eilen nun gleich den direkten, steilen - Weg den Berg hinauf. Das sollte man sich aber überlegen: denn es ist viel schöner, erst einmal hinab- bzw. hinüberzulaufen in Richtung Kilianshof.

Extratour in der Rhön: durch Wälder und Wiesen zum Kreuzberg

Der Weg führt über einen Wald- und Wiesenweg etwa zwei Kilometer durch ein Tal hinauf in den ein wenig abgelegenen 77-Einwohner-Ort. An einer markanten Heiligen-Figur und dem Küppelchen (602 Meter) vorbei geht es einige hundert Meter auf Asphalt bis zur Straßenabzweigung nach Sandberg bzw. Bischofsheim.

Jenseits der Straße verlässt der K-Weg den festen Belag. Gleich spürt man: Die weichen Waldböden sind komfortabler für Füße und Gelenke. Auch wenn man sich natürlich auf Wurzeln, Steine und - nach Regen - kleinere Pfützen konzentrieren muss, erhält das Auge doch Gelegenheit, sich an vermoosten Flächen, wirrem Totholz, Fichten und alten Buchen zu erfreuen. Zunächst kaum spürbar geht es allmählich in die Höhe.

Ab dem Irenkreuz (auch hier ein Wanderparkplatz) wendet sich die Route nach links in Richtung Neustädter Haus. Der Weg verläuft über etwa zweieinhalb Kilometer parallel zur kleinen Stichstraße zu der "Hütte", die erst vor ein paar Jahren ausgebaut worden ist. Wanderer, die nicht so gut zu Fuß sind, können so vom Irenkreuz aus auch auf der Asphaltdecke bis zum Neustädter Haus gelangen.

Rasten an den Rhönklubhütte

Die Rhönklubhütte bietet Gelegenheit zur Rast, ist aber vor allem - da per Pkw erreichbar - ein zentraler Ausgangs- und Schnittpunkt für jede Menge Wandertouren in der Rhön. Bei Mountainbikern beliebt ist die nahe gelegene Flow-Trail-Strecke mit jeder Menge Schikanen.

Der K-Weg lässt das Neustädter Haus links liegen. Man muss tiefer atmen. Denn schon bald zieht er sich über Graspfade und Wurzelpisten durch den Wald immer steiler nach oben. Dann öffnet sich die Szenerie und im Tal präsentiert sich die Ortsansicht Bischofsheim. Eine breite nach unten führende baumlose Wiese wird bei Schnee im Winter als Skipiste genutzt ("Familienabfahrt"). Hoch über Bischofsheim zeigt sich der ferne Sendemast des Heidelsteins.

Nächstes Etappenziel ist die Gemündener Hütte an der Haflinger Alm, bei herrlicher Fernsicht lässt sich hier ebenfalls gut rasten. Allerdings ist nun auch der Kreuzberg schon in "greifbarer" Nähe, ein letzter Anstieg über weich federnde Böden an Skilift-Anlagen sowie der neuen Bergwacht-Hütte vorbei, und es geht überwiegend horizontal weiter. Verkrüppelte Baume säumen den Weg hin zum großen Sendemast.

Unweit des Gipfels an den Golgotha-Kreuzen

Der mag zwar Technik-Freunde faszinieren, Pause macht man aber besser unweit des Gipfels (928 Meter) an den berühmten drei Golgatha-Kreuzen, die am Ende des Stufen-Kreuzwegs stehen. Hier oben ist man vor allem um die Mittagszeit fast nie allein, jede Menge Kreuzberg-Besucher, die die Aussicht genießen wollen, kommen herauf.

Der Kreuzberg hat regelmäßig Wetter-Überraschungen parat. Gewitter können schnell aufziehen und sich heftig entladen. Dann sind Aufenthalte auf Berggipfeln keine gute Idee. Rettung und Obdach verheißen da die heiligen Stätten am Kloster, bzw. das Kloster selbst mit Brauerei und Gaststuben. Ab nun geht es nur noch abwärts: Wer den Rummel rund um das Kloster (erbaut 1681 bis 1692) hinter sich gelassen hat, ist nun schon auf dem Rückweg.

Flott, aber steil und strapaziös für die Knie geht es hinab in Richtung Sandberg. Je nach Wetterlage kann es auf diesem letzten Abschnitt schon mal matschig und rutschig sein. Ordentliche Wanderschuhe sind auch in der Rhön Pflicht. Insgesamt sind die K-Wege sehr gut in Schuss, was man von einem Premiumweg auch erwarten darf.

Wer die Einsamkeit liebt, geht nicht am Wochenende auf die Extratour

Auf der Extratour Kreuzberg, für die man etwa fünf Stunden einplanen sollte, hat der Wanderer 490 Höhenmeter überwunden. Sie ist ein vielbesuchter Klassiker, der bei der Publikumswahl des Wandermagazins auf Platz 5 von "Deutschlands schönsten Wanderwegen 2019" gewählt wurde. Das Kloster Kreuzberg ist das beliebteste Ausflugsziel in der ganzen Rhön, das auch per Pkw oder mit ÖPNV gut zu erreichen ist. Wer die Einsamkeit liebt, geht an einem Wochentag auf diese Extratour.

Die Einkehrmöglichkeiten sind vielfältig, aber ein selbstgeschmiertes Brotzeit oben an den Kreuzen schmeckt natürlich auch. Eine Tour, die zu jeder Jahreszeit ihre Reize hat. Oben scheint oft die Sonne, wenn es im Tal neblig ist, hilfreich ist da die Webcam Kreuzberg im Internet.

Hier geht es zu weiteren Infos rund ums Wandern in Franken.

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