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Steine stapeln in der Wildnis: Warum das Touristen-Ritual keine gute Idee ist

Die kleinen Türme aus Steinen hat fast jeder schon einmal beim Wandern oder Spazierengehen gesehen. Oft animieren sie einen dazu, einen weiteren Turm daneben zu errichten. Doch das kann negative Auswirkungen haben - sowohl für die Umwelt als auch für andere Wanderer.
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Steinturm, Steintürmchen
Als Türme aufeinandergestapelt, haben Steine keinen Nutzen mehr für die Umwelt. Und auch für Wanderer erweisen sie sich in dieser Form als Nachteil. Foto: Herm/Pixabay

Sie stehen an Flüssen, Seen oder am Wegesrand: Steintürmchen. Für die meisten Wanderer ist es mittlerweile zu einem schönen Zeitvertreib geworden, mehrere Steine zu Türmen zu stapeln.

Aber nicht nur in Deutschland werden Steintürme erbaut. In Skandinavien gibt es den Volksglauben, dass die Türme Wanderer vor bösen Trollen schützen. In Tibet werden sie sogar noch mit Fahnen oder bunten Farben verziert; dort dienen sie dazu, gute Geister zu würdigen und böse zu verscheuchen.

Bauen von Steintürmchen zerstört Lebensräume

Doch das Stapeln von Steinen ist in vielerlei Hinsicht nicht zu empfehlen. Ursprünglich hatten die Türme laut geo.de einen überlebenswichtigen Sinn. Sie dienten als Orientierung und Wegmarkierung. Möchten sich Wanderer nun an den Steintürmen orientieren, lässt sich nicht mehr unterscheiden, welcher Turm Wegweiser und welcher nur das Ergebnis eines Trends ist.

Auch auf die Umwelt wirkt sich das Steinstapeln negativ aus. Denn Steinstrände und -haufen stellen natürliche Lebensräume für Insekten, Reptilien und Spinnentiere dar. Auch die Wurzeln von Pflanzen werden durch Steine vor Erosion geschützt.

An einem Strand auf Teneriffa nahm das Stapeln von Steinen überhand. 150 Freiwillige mussten die Steintürmchen letztlich auflösen, um wieder Lebensräume für die dort lebenden Tiere zu schaffen.

Fazit: Hinterlassen Sie in der Natur keine Spuren. Nicht nur Verschmutzung durch Müll schadet der Umwelt. Auch scheinbar ungefährliche Trends wie dieser können der Umwelt schaden.