Wer die Fränkische Schweiz einmal von einer anderen Seite erleben möchte, hat im Frühling die Gelegenheit dazu. Viele Kirschbäume stehen derzeit in voller Blüte - und können auf einem eigenen "Kirschenlehrpfad" oder während einer Kirschblütenwanderung bestaunt werden.  

Was für Ausflügler ein Augenschmaus ist, bedeutet für die Obstbauern vor Ort den ständigen Blick auf die Wettervorhersage. Außerdem ist für Wanderer inmitten der Blütenpracht nicht alles erlaubt. 

Lehrpfad und Wanderung: Jetzt die Kirschblüte in der Fränkischen Schweiz bewundern

Frühlingshaftes Naturschauspiel im Kombination bietet der Pretzfelder Kirschenlehrpfad begeben. Wie der Verein "Naturpark Fränkische Schweiz-Veldensteiner Forst" beschreibt, vermittelt dort auf rund 9 Kilometern entlang unzähliger Kirschbäume insgesamt 15 Schautafeln Wissenswertes zu den Themen Kirschenanbau, Natur und Geschichte. Hättest du zum Beispiel gewusst, dass viele Streuobstwiesen-Besitzer die Früchte gleich nach der Ernte nicht nur zu leckeren Marmeladen und Süßspeisen, sondern in den eigenen kleinen Brennereien auch zu edlen Destillaten verarbeiten? Schnaps, Geist und Brand werden dann oft direkt am Hof an Besucher und Händler verkauft.

Startpunkt des Lehrpfads ist in der Hauptstraße in Pretzfeld, von wo aus der Spaziergang zunächst in östliche Richtung und dann nach Süden verläuft. Über Wannbach und Hagenbach sowie an Kolmreuth vorbei gelangt man wieder zum Ausgangspunkt.

Die Wanderexperten von ich-geh-wandern.de empfehlen eine Kirschblütenwanderung ganz in der Nähe des Lehrpfades, der mit etwas über 15 Kilometern Länge aber etwas anspruchsvoller ist. Er beginnt in Egloffstein im Trubachtal beginnt. Im Uhrzeigersinn führt sie durch Egloffsteinerhüll, Seidmar und Hundshaupten. Start ist unterhalb der Burg Egloffstein. Über Egloffsteinerhüll und Seidmar führt die Strecke zur St.-Moritz-Kapelle, die im Volksmund "Moritzla" heißt. In Hundshaupten bietet sich ein Besuch des Wildparks an. Der Kirschblütenweg schlägt allerdings einen weiträumigen Bogen um das Wildgehege, bevor er durch Wald und Feld wieder am Start östlich von Egloffstein ankommt.

250.000 Kirschbäume auf 25 Quadratkilometern: Obstbauern hoffen auf stabiles Frühlingswetter

Unterdessen hoffen die Obstbauern auf «stabiles Wetter», wie Elias Schmitt vom Obstinformationszentrum des Landkreises Forchheim sagte. Für die Bestäubung der Blüten brauche es Sonne und milde Temperaturen. Dann müsste Regen folgen, um das Wachstum zu unterstützen.

Bis etwa Mitte Mai bestehe zudem die Gefahr von Spätfrost, erläuterte Schmitt weiter: «Vor den Eisheiligen kann man nichts über ein mögliches Ernteergebnis sagen.» Die Eisheiligen sind im Volksmund die Tage vom 11. bis zum 15. Mai, an denen es häufig in der Nacht noch Frost gibt. Bei Minustemperaturen zu diesem späten Zeitpunkt leiden die Obstbäume.

Die Fränkische Schweiz gilt als eines der größten zusammenhängenden Kirschanbaugebiete in Europa mit mehr als 250.000 Kirschbäumen auf 25 Quadratkilometern. Anfang bis Mitte Juni könne man mit den ersten Kirschen rechnen, sagte Schmitt. Weil der Obstanbau als witterungsanfällig gilt, schwanken die Erntemengen von Jahr zu Jahr. Schmitt betonte jedoch: «Wir können Ware garantieren.» Das liege daran, dass es im Anbaugebiet Höhenunterschiede gebe und die Kirschen somit zu unterschiedlichen Zeiten reif würden.

Verhaltensregeln für Ausflügler

Beim Besuch der Fränkischen Schweiz während der traumhaften Kirschblüte gilt es laut der Informationsseite bayern-online.de einige wichtige Regeln zu beachten:

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  • Die Wiesen der Kirschplantagen befinden sich in Privatbesitz. Sie dürfen auch aus Naturschutzgründen ab dem 1. April nicht betreten werden.
  • Picknick für Selbstversorger ist möglich
  • Besucher werden gebeten, Verpackungen und Müll unbedingt wieder mitzunehmen und zu entsorgen

Nach dem Naturschauschauspiel können Wanderer die Spezialitäten der zahlreichen Wirtshäuser der Regionen genießen - und so die Gastronomen der Fränkischen Schweiz unterstützen.

red/mit dpa

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