• Urheberrechte am Eiffelturm bei Nacht
  • Was ist die Panoramafreiheit?
  • Hausrecht in Schlössern und Burgen
  • Schutz der Pharaonengräber
  • Heilige Orte: Westminster Abbey, sixtinische Kapelle, Taj Mahal
  • Vorsicht bei Militärischem und Regierungsgebäuden

Im Urlaub möchte man nicht nur Erinnerungen schaffen, sondern sie meist auch in Form von Bildern mit nach Hause nehmen. Doch an manchen Urlaubsorten oder Sehenswürdigkeiten ist es verboten, Fotos zu machen.

Darf ich den Eiffelturm fotografieren?

Immer mal wieder liest du im Netz, das Wahrzeichen von Paris zu fotografieren, sei verboten. Architektur und Kunstwerke darfst du ohne Genehmigung genauso wenig kopieren, wie Musik, Filme oder Bücher. Es gilt das Urheberrecht. Doch Herr Eiffel ist bereits seit über 70 Jahren tot und damit erlischt sein Urheberrecht auch in Frankreich.

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Aber, und jetzt wird's seltsam: Es ist verboten, nachts vom beleuchteten Eiffelturm Fotos zu machen. Urheberrechtlich geschützt ist hier nicht das Bauwerk, sondern die verschiedenen Beleuchtungen, geschaffen von Pierre Bideau.

Dies gilt, laut der Betreibergesellschaft SETE aber nicht für private Fotos, die du auch in sozialen Netzwerken teilen darfst.

Urheberrechte und die Panoramafreiheit

Damit Fotografieren auf der Straße trotz Urheberrechten überhaupt noch möglich ist, haben sich die Gesetzgeber die sogenannte Panoramafreiheit einfallen lassen: Das Fotografieren im Freien auf öffentlich zugänglichem Grund ist damit erlaubt. Das gilt bei uns in Deutschland, in Österreich, der Schweiz, Tschechien, Polen, Ungarn, Kroatien, Großbritannien und anderen Ländern. Du darfst dabei nur ablichten, was du ohne Hilfsmittel von öffentlichem Gelände aus sehen kannst. Also keine Drohne verwenden, auf keinen Baum klettern oder dich von einer Hauswand abseilen. Auch durch Fenster in Innenräume zu fotografieren, ist nicht erlaubt.

In Ländern ohne Panoramafreiheit, wie beispielsweise Frankreich, Italien, Griechenland, Belgien, ist es verboten, Aufnahmen von Gebäuden zu veröffentlichen.

Hierbei geht es immer um die Veröffentlichung der Bilder. Solange du Fotos für dich privat machst und daheim an die Pinnwand hängst, kein Problem. Aber das Posten bei Facebook, Instagram und Co gilt als Veröffentlichung. Bei privaten Bildern verfolgt das meist niemand. Die Urheber*innen könnten dich aber theoretisch abmahnen und sogar Schadensersatz fordern. Kritisch wird es jedenfalls immer dann, wenn du Fotos kommerziell nutzt. Dann benötigst du Lizenzen, sonst drohen Kosten und Rechtsfolgen.

Schloss Schönbrunn hat das Hausrecht

Eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Wiens ist die wunderschöne einstige Sommerresidenz der Habsburger. In Schloss Schönbrunn gilt in den kaiserlichen Prunk- und Wohnräumen ein strenges Fotografierverbot. Hier darfst du selbst private Erinnerungsfotos nur im Park und nicht im Schlossinneren machen.

In Schlössern und Burgen, ebenso wie in Museen, zählt das Innere als Privatgrund. Die Betreiber*innen haben damit ein Hausrecht und dürfen Fotografierverbote aussprechen. Mindestens ein Rausschmiss kann dir hier drohen, wenn du dich nicht daran hältst.

Möglicherweise kannst du eine Genehmigung für Fotoprojekte, Hochzeitsfotos oder Ähnliches bekommen. Die musst du im Voraus beantragen und sie kann etwas kosten. Viele Schlösser bieten in ihren Museumsshops eigene Bilder und Filmaufnahmen zum Verkauf an. Manchmal gibt es auch Bilder zum Downloaden auf der hauseigenen Website.

Kein Blitzlicht bei den Pharaonen

Oft dienen Foto-Verbote von Sehenswürdigkeiten dem Schutz von Kunstwerken.

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Historische Wandvertäfelungen, Mosaikböden, Teppiche oder Gemälde sind sehr lichtempfindlich. Ständiges Foto-Blitzlicht wäre da nicht gut.

So ist es auch bei den ägyptischen Pyramiden von Gizeh. Fotografieren der imposanten Pharaonengräber und im gesamten Tal der Könige ist verboten. Laut Archäolog*innen schädigt das Fotografieren mit Blitz die wunderbaren Wandmalereien.

Heilige Orte

Die berühmte Westminster Abbey in London, in der die König*innen von England gekrönt und beerdigt wurden, kannst du von draußen fotografieren, so viel du willst. Innen sind nur private Fotos ohne Blitz, Stativ oder Selfiestick erlaubt. Am Schrein von St. Edward, in der St. Faith’s Chapel und in Queen’s Diamond Jubilee Galleries ist das Fotografieren ganz verboten. Dafür stellt die Website der Kirche sehr gute Fotos zum Download für privaten Gebrauch zur Verfügung. Die heilige Atmosphäre der Kirche soll nicht gestört werden. Darum sollst du auch während der Messe nicht fotografieren.

Rom sehen und fotografieren! Zu einem Rombesuch gehört einfach der Besuch des Vatikans. Erlaubt ist, für private Zwecke in den vatikanischen Museen zu fotografieren. Allerdings auch hier ohne Blitz, Stative und Selfie-Stangen. In der sixtinischen Kapelle mit der Deckenmalerei von Michelangelo ist fotografieren und filmen strengstens untersagt. Die offizielle Website warnt: "Das Aufsichtspersonal ist autorisiert, das sofortige Löschen von gegen diese Norm verstoßendem Video-/Fotomaterial zu verlangen und zu überprüfen". Auch hier wird auf die Heiligkeit des Ortes hingewiesen.

Das Taj Mahal in Agra gehört zum Weltkulturerbe. Sein kunstvoller, weißer Marmorbau mit Türmchen und Kuppeln gilt als Wahrzeichen Indiens. Von außen kannst du es bedenkenlos ablichten, auch die wunderschönen Gartenanlagen. Im Mausoleum ist Fotografieren aber streng verboten. Einerseits, um die kostbaren Wände und Oberflächen zu schonen, die übrigens auch nicht berührt werden dürfen. Andererseits soll die religiöse Stätte respektvoll behandelt werden. Du darfst hier auch nicht Essen, Rauchen, Lärm machen oder das Handy laut lassen.

Was du auf keinen Fall fotografieren darfst

Militärische Einrichtungen, Gebäude, Fahrzeuge und Personal dürfen nirgends auf der Welt fotografiert werden. Verstöße werden überall bestraft. In manchen Ländern bezieht sich dieses Verbot auch auf öffentliche Gebäude, die als "sicherheitsrelevant" eingestuft werden.

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In den Vereinigten Arabischen Emiraten schließt das Foto- und Filmverbot Häfen, Flughäfen, Botschaftsgebäude, Brücken und die Herrscherpaläste mit ein. Der märchenhafte Presidential Palace in Abu Dhabi wäre ein fantastisches Fotomotiv. Doch die Behörden sind strikt. Bei Verstößen droht nicht nur die Beschlagnahmung der Kamera oder Speicherkarte, sondern Geld- und Freiheitsstrafen, sowie die Ausweisung.

Verhalte dich beim Fotografieren im In- und Ausland respektvoll. Erkundige dich über die geltenden Regeln und überlege, bevor du deine Urlaubserinnerungen auf Social Media postest. Vor einer größeren Reise ins Ausland informiere dich - zum Beispiel auf der Website des Außenministeriums - über länderspezifische Fotoregeln.

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