Laden...
Franken
Covid-19-Pandemie

Freibäder in Corona-Krise: Wie geht es weiter?

Freibäder stehen in der Corona-Krise vor einer ungewissen Zukunft. Nun fordert eine Petition die schnelle Wiedereröffnung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Coronavirus - Freibad
Durch die Corona-Krise konnten die Freibäder nicht öffnen. Nun fordert eine Petition eine baldige Wiedereröffnung. Symbolfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

Trotz dessen, dass im April und Mai die Temperaturthermometer bereits frühlingshafte Höhen ereilt haben, bleiben die Freibäder in der Region bislang geschlossen. Grund dafür sind die Beschränkungen der Corona-Krise. Bislang gab es Hoffnung, dass es einen Sommer 2020 mit Freibad-Besuchen geben könnte. Laut einer derzeitigen Prognose fallen diese wohl aus. 

Um diese Entwicklung aufzuhalten, hat die "EWA (European Waterpark Association)" eine Petition veröffentlicht, um Stimmen für die Wiedereröffnung der Freizeitbäder zu sammeln. Aus Sicht der Organisation sind Bäder essenziell für ein gesundes Badeverhalten der Deutschen sowie für deren Gesundheit: Eine Meinung die bereits über 26.000 Personen teilen. 

Freibäder in Corona-Krise: Wie geht es weiter?

Klaus Batz, Geschäftsführer der "EWA",  spricht sich für die schnelle Öffnung aller Freizeitbäder aus.  

Batz betont gegenüber inFranken.de, dass die Menge an Badegästen in Bädern viel besser zu kontrollieren sei, als an Seen oder Flüssen. Denn dort würde man weder die Anzahl der Gäste, noch Sicherheitsabstände oder hygienische Richtlinien überschauen können. Schlussendlich gebe es nicht ausreichend Kapazitäten, um jeden Badesee und Fluss nach Corona-Maßstäben zu kontrollieren, betont er.

Den "EWA"-Geschäftsführer, selbst Mitglied der "DLRG (Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft)", beunruhigen nicht nur mögliche "Sars-CoV-2"-Infektionen, sondern auch die Gefahr des Ertrinkens. Er verweist dabei auf 320 Menschen die im Jahr 2019 an Badeseen verunglückten, während es in Bädern nur 11 waren. "Elf Ertrunkene sind immer noch elf zu viel, aber wenn man die 320 Ertrunkenen diesen gegenüber stellt, sprechen die Zahlen für sich", sagt Batz zu inFranken.de.

Die Gefahr sich im Schwimmbad mit dem Coronavirus anzustecken, sei zudem eher unwahrscheinlich, so Batz. Das Virus könne sich in gechlortem Wasser nicht halten. Das bestätigt die "Deutsche Gesellschaft für das Badewesen". "Alle vorliegenden Erkenntnisse deuten [...] darauf hin, dass Viren durch das Chlor sicher abgetötet werden", heißt es von Seiten des "DGfdB". 

An den Badeseen stellt sich die Lage anders dar: Oftmals existieren keine sanitären Einrichtungen. Hygienisch ist die Situation oftmals problematisch.

Bezüglich der Corona-Ansteckungsgefahr in Freizeitbäder resümiert das "DGfdB":" Damit besteht in Schwimmbädern kein größeres Ansteckungsrisiko als in anderen Einrichtungen auch." Um dieses Risiko weiter zu minimieren, schlägt "EWA"-Geschäftsführer Batz zusätzliche Maßnahmen vor: Vorschriften wie eine Zugangsregelung der Besucheranzahl, genügender Abstand zwischen den Liegen und Abstandregelungen nennt er beispielsweise.

Nichtsdestotrotz müssen diese Maßnahmen derart angepasst werden, dass sie für die Bäder auch wirtschaftlich vertretbar seien, unterstreicht er.

Denn die wirtschaftliche Lage der Bäder werde schwierig: "Viele Bäder nehmen derzeit einen Überbrückungskredit in Anspruch, denn sonst würden jetzt schon die meisten Insolvenz anmelden. Schwierig wird es erst nächstes Jahr, wenn die Kredite zurückgezahlt werden müssen. Denn nur, weil die Leute dieses Jahr nicht ins Schwimmbad gehen, werden sie nächstes Jahr nicht drei oder viermal so oft baden. Ich denke, vor allem vielen Kommunen ist dieses Problem noch gar nicht bewusst", erklärt er.

Von den 500 Bädern und Thermen sind außerdem 14 % privatem Besitz, von denen wiederum 70 %  keine kommunalen Zuschüsse erhalten. Ohnehin würden diese maximal 25 Prozent der jährlichen Kosten decken, sagt Batz. Vor einer ähnlich schwierigen Situation stehen Fitnessstudios in der Corona-Krise.

Lage für Schwimmbäder ist weiterhin unklar

Fakt ist, dass die diesjährige Badesaison anders ablaufen wird, als zuvor. Aktuell ist die Prognose für Freibäder & Co. düster.

Unabhängig davon, ob es grünes Licht für die Wiedereröffnung der Bäder geben wird oder nicht: Sollten die Covid-19-Pandemie nicht eingedämmt werden können, wird das Schwimmen in Gruppen dieses Jahr wohl ins Wasser fallen.