• Geschichte des Schlosses
  • Ein Museum im Museum
  • Eintritt, Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten
  • Fazit

Neben der Veste Coburg besitzt Coburg zahlreiche Schlösser und Prachtbauten, die das Stadtbild zum Teil seit Jahrhunderten prägen. Bereits aus weiter Ferne zu erkennen, liegt Schloss Callenberg im Coburger Osten. Lange Zeit war es Heimat von adeligen und herzoglichen Familien, heute können Besucher*innen über das Leben vergangener Zeiten und die herzogliche Familie rund um Königin Victoria erfahren. Im Laufe der Jahrhunderte veränderten einige Umbauten das Aussehen des Schlosses, jedoch besticht es heute noch durch ein märchenhaftes Aussehen mit Türmen, Maßwerk und getreppten Giebeln. Warum sich Schloss Callenberg für einen Ausflug lohnt, was man dort erwarten kann und wer hier gerne zu Gast war, stellen wir in folgendem Artikel vor.

Geschichte des Schlosses

Zu den bekanntesten Coburger Schlössern gehört das Schloss Callenberg, das sich heute noch in Familienbesitz der herzoglichen Familie von Sachsen-Coburg und Gotha befindet. Aber auch die ehemalige herzogliche Residenz in der Stadt, das Schloss Ehrenburg sowie das Lieblingsschloss der englischen Königin Viktoria in der Rosenau, nordöstlich von Coburg sind bedeutende Bauwerke. Auch das Bürglaß-Schlösschen aus dem 18. Jahrhundert, Schloss Hohenfels und das neugotische Schloss Ketschendorf, beide aus dem 19. Jahrhundert, zählen zu Coburgs Schlössern. Ebenso das Rosenauschlösschen am Rittersteich in Coburg, das heute den Sitz des Landbauamtes Coburg beheimatet und elf Jahre lang Heimat des berühmten Wilhelm von Grumbach im 16. Jahrhundert war. 

Das ehemalige Jagd- und Sommerschloss Callenberg der Herzöge von Sachsen-Coburg und Gotha befindet sich auf einer bewaldeten Anhöhe im Coburger Stadtteils Beiersdorf. Sein heutiges Aussehen bekam das Märchenschloss im 19. Jahrhundert von dem berühmten Veste-Architekten Carl Alexander von Heideloff und späteren neugotischen Zusätzen unter Herzog Ernst II. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das edelfreie Geschlecht der Callenberger im 12. Jahrhundert. Die Burg wechselte immer wieder den Besitzer, bis schließlich Ende des 16. Jahrhunderts Johann Casimir von Sachsen-Coburg das Anwesen erwarb und zu einem Jagdschloss im Stil der Renaissance umbauen ließ. Bedeutend ist aus dieser Zeit vor allem die Schlosskapelle, die 1618 eingeweiht wurde; die zugehörige Kirchenordnung wurde durch den Herzog selbst erlassen. Bis heute gilt die Schlosskapelle als eines der ersten Gotteshäuser im Coburger Gebiet, welches nach protestantischen Maßstäben errichtet wurde. Im Unterschied zu katholischen Kirchengebäuden lässt sich diese Besonderheit neben der Gottesdienstordnung an sich etwa im Wandaufbau durch Altar, Kanzel und Orgel erkennen. Außerdem befinden sich in protestantischen Gebäuden nicht selten sogar zwei Emporen übereinander. Auch Martin Luther kannte das Schloss, da er sich bei seinem Aufenthalt 1530 auf der Veste Coburg auch mit seinem Freund, Ritter Hans von Sternberg, traf, der einst Bewohner von Schloss Callenberg war. Die herzogliche Familie nutzte das Anwesen als Sommersitz und auch ging auch gerne im angrenzenden Callenberger Forst auf die Jagd.

Das Schloss wurde unter anderem als Alterssitz von der Witwe Ernst II., Herzogin Alexandrine, genutzt. 1905 bezog der letzte regierende Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha und Enkel der Queen Viktoria, Carl Eduard, das Schloss und bewohnte es mit seiner Familie bis 1945. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss von US-amerikanischen Streitkräften besetzt. Nach einer Zeit der Vermietung und anderweitiger Nutzung konnte die herzogliche Familie das Schloss Anfang der 1980er-Jahre zurück erwerben und umfangreich sanieren. Seit 2001 gibt es einen gemeinnützigen, eingetragenen Förderverein zur Sammlung des herzoglichen Kunstbesitzes auf Schloss Callenberg, der die Förderung der Kunst und Kultur sowie der Denkmalpflege bezweckt.

Ein Museum im Museum

Seit 1997/98 ist Schloss Callenberg zu besichtigen und beherbergt als Ausstattung der historischen Wohnräume den herzoglichen Kunstbesitz Sachsen-Coburg und Gotha. Möbel, Gemälde, Porzellan und Kunsthandwerk aus fünf Jahrhunderten werden den Besucher*innen ansprechend präsentiert. 2004 wurde das Deutsche Schützenmuseum im Nordwest-Flügel des Schlosses durch den Deutschen Schützenbund eingerichtet. Seit 2006 verfügt das Schloss Callenberg über einen Sonderausstellungsbereich, der sich historischen und aktuellen Themen der Familiengeschichte und europäischen Adelshäusern widmet und die Bedeutung der Heiratspolitik des Coburger Fürstenhauses zeigt. Seit April 2019 widmet sich eine Dauerausstellung der fruchtbaren und liebevollen Ehe zwischen Queen Victoria und Prinz Albert sowie ihren neun Kindern und deren Nachkommen.

Das kleine Schloss entführt die Besuchenden auf eine Zeitreise. Verwinkelte Gänge, gewundene Treppen, ein malerischer Innenhof und der romantische Rosengarten lassen die Herzen höherschlagen. Die ausgestellten Stücke erzählen von einer wechselhaften Geschichte. Ein Besuch der ehemaligen herzoglichen Kirche versetzt Besucher*innen in die Zeit der Reformation, als protestantische Gotteshäuser noch nicht die Norm waren. Die Ahnherren beobachten die Besucher an zahlreichen Stellen und lassen erahnen, welche Wirkung Portraits schon damals entfalten konnten. Auch die Gemälde berühmter Tänzerinnen zeugen von einer spannenden Geschichte. Diese sind im Roten Salon ausgestellt - dem eleganteste Raum auf Schloss Callenberg, der direkt zum Rosengarten führt.

Von der Terrasse auf der Anhöhe im Callenberger Forst bietet das Schloss eine unvergleichliche Sicht auf die Veste Coburg und das umliegende Coburger Land. Das Schloss eignet sich für einen Ausflug mit der ganzen Familie. Der Anstieg ist ein wenig steil, jedoch auch mit einem Kinderwagen zu bewältigen. Mit kleineren Kindern sollte hierfür ausreichend Zeit eingeplant werden. Bereits Queen Victoria berichtete von dem mühevollen Zugang; auf sie wartete im Anschluss jedoch eine Tasse Tee auf der Terrasse des Schlosses.

Eintritt, Öffnungszeiten und Parkmöglichkeiten

Der Zugang zu den einzelnen Sammlungen ist durch einen Aufzug weitgehend barrierefrei möglich. Für einen reibungslosen behindertengerechten Besuch sollte im Schloss Bescheid gegeben werden. Auf dem Schlossgelände selbst sind zwar keine Parkmöglichkeiten vorhanden, am Rande der Anhöhe befindet sich aber ein Parkplatz, auf dem Reisebusse und PKWs direkt unterhalb des Schlosshügels geparkt werden können.

Die Öffnungszeiten sind von:

  • April bis Oktober von Donnerstag – Sonntag von 11.00 Uhr bis 17.00 Uhr
  • und von November bis März von 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr
  • Eintrittskarten können an der Empfangstheke im Schloss Callenberg erworben werden, der Eintritt ins Deutsche Schützenmuseum ist im Eintrittspreis enthalten
  • Kinder unter 6 Jahren haben freien Eintritt, danach beträgt der Preis 7 €. Gruppen haben ab 5 € pro Person Zutritt, Schulklassen zahlen 2 € pro Person und ermäßigte Karten gibt es ab 3,50 €
  • Mit der Thüringer Wald Card bekommen Erwachsene eine Ermäßigung von 20 % auf den Eintritt

Aktuell finden diverse Veranstaltungen zu verschiedenen Themen statt. Auch eine Mietung einzelner Räume sowie des gesamten Schlosses ist möglich. Hierfür gibt es extra ein Formular auf der Homepage. Das Schloss kann außerdem für Firmenevents, private Festlichkeiten und Hochzeitsfeiern genutzt werden. Es ist sogar möglich, direkt in der Schlosskapelle zu heiraten. Weiter werden verschiedene Führungen angeboten, die den Kunstbesitz und die Geschichte der herzoglichen Familie im Fokus haben.

  • Führungen finden ganzjährig an Sonn- und Feiertagen um 14.00 und 15.00 Uhr (Sommersaison) und um 14.00 Uhr (Wintersaison) statt
  • Die Teilnahme an einer Führung kostet zusätzlich zum Eintrittspreis 2 € pro Person. Für Gruppen ab zehn Personen können Führungen zu anderen Zeiten und in verschiedenen Sprachen gebucht werden, hierfür betragen die Kosten 3 € pro Person, zusätzlich zum Eintrittspreis
  • Führungen im Deutschen Schützenmuseum können direkt mit den Ansprechpartner*innen des Deutschen Schützenbundes vereinbart werden. Der Preis für die Teilnahme an einer Führung beträgt 2 € pro Person zusätzlich zum Eintrittspreis
  • Anfragen können unter der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Familie (mail@schloss-callenberg.de, 09561/55150) gestellt werden.

Fazit: Ein Besuch lohnt sich

Die Ausstellung der Stiftung der Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha’schen Familie beinhaltet neben Kunstschätzen wertvolle historische Möbel, Gemälde, Porzellan, eine Auswahl an Waffen aus vier Jahrhunderten und technologisches Kunsthandwerk. Nicht nur die Ausstellung der herzoglichen Sammlung ist einen Besuch wert, auch das Schützenmuseum zeugt von einer abwechslungsreichen Historie und ist auch für einen Besuch mit Kindern geeignet. Außerhalb von pandemiebedingten Regelungen gibt es keine vorgeschriebenen Richtlinien in den Räumen, Besuchende können nach Belieben das Schloss Callenberg erkunden.

Das Schützenmuseum zeigt eine Kombination von einer medialen Präsentation und modernen Technologien. Unter anderem gibt es einen Schießstandsimulator, seltene Pistolen sowie eine Sammlung von Original-Fackeln der Olympischen Spiele aus den Jahren 1936 und 1972. Die Schützengesellschaft wurde im Jahr 1354 gegründet, das handgeschriebene Mitgliederverzeichnis geht bis zum Jahr 1710 zurück und reicht bis in die Gegenwart.

Aufgrund der malerischen Schlosskulisse war Callenberg bereits Ort für Filmdreharbeiten. Die neuzeitliche Schlosskapelle wurde unter anderem für eine bekannte Filmtrilogie genutzt: Hier fanden im Frühjahr 2012 die Dreharbeiten für die Verfilmung der "Edelsteintrilogie" von Kerstin Gier, bekannter unter dem Titel „Rubinrot“, statt. Der Besuch des Schlosses lohnt sich auf jeden Fall. Es sollten ungefähr 1,5 bis 2,5 Stunden für den Besuch samt Aufstieg eingeplant werden. Getränke und Verpflegung müssen selbst mitgebracht werden und können außerhalb des Schlosses verzehrt werden.

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