Öffentliche botanische Gärten sind nicht nur für Erholungs- und Anschauungszwecke errichtet, sondern haben sich vor allem dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben. Daneben sind sie Bestandteil der Lehranstalten für das Botanik-Studium. Verfügt ein Botanische Garten nur über Bäume und Sträucher, aber keine Gewächshäuser wie Tropenhäuser, wird er auch als Arboretum bezeichnet.

Botanische Gärten können staatlich, städtisch, privat oder aber den botanischen Instituten von Universitäten angeschlossen sein. Weltweit existieren fast 1800 botanische Gärten. 400 davon befinden sich in Europa und circa 90 in Deutschland.

Botanische Gärten in Franken: Hier kommen Naturfreunde auf ihre Kosten

Auch in Franken gibt es eine Vielzahl an botanischen Gärten.  Sie dienen dem Besucher in erster Linie als Erholungsraum.

Gleichzeitig vermitteln die Gärten auch sehr viel Wissen rund um die bunte Vielfalt der Pflanzen unseres Planeten.

InFranken.de hat die Besonderheiten verschiedener Parkanlagen zusammengefasst. Eine Auswahl der schönsten botanischen Gärten in Franken gibt es hier: 

Botanischer Garten und Aromagarten Erlangen

  • Eintritt frei
  • circa 3 Hektar Gartenfläche 
  • Parkplätze direkt vor Ort
  • Gastronomische Einrichtungen

Von der arktischen Tundra bis in die tropischen Regenwälder reichen die Pflanzengesellschaften, die das ganze Jahr über immer wieder neue botanische Attraktionen bieten.

Im Freiland erwarten Sie seltene Bäume und Sträucher. Das Alpinum zeigt die Pflanzenvielfalt der Bergwelt, die subtropische Vegetation hat im Sommer ihren großen Auftritt und auch die fränkischen Extreme sind mit Silbergrasfluren auf trockenen Flugsanddünen und Wasserpflanzen der Teichlandschaften eine echte Besonderheit. Wer mit wem verwandt ist, das ist anschaulich in der Systemanlage der Blütenpflanzen dargestellt. In den Gewächshäusern können Sie dann in die feucht-warme Atmosphäre der Tropen eintauchen oder Baumfarne und Kakteen bewundern.

Der Aromagarten gehört zum Botanischen Garten Erlangen. Er ist eingebettet im Tal des Flüsschens Schwabach und ist ein beliebter Ort der Erholung für groß- und klein. Verschiedene Arten von Aromapflanzen haben auf dem geschickt modellierten Gelände ihren passenden Standort bekommen. Alte Bekannte aus den fränkischen Bauerngärten und neu entdeckte Gewächse zeigen dort, was in ihnen steckt. Sie liefern Material für die Untersuchung wichtiger Inhaltsstoffe – besonders ätherischer Öle – die für Arzneien, Gewürze, Aromen und Kosmetik verwendet werden können. Als einer der ersten in Deutschland wurde der Aromagarten 1981 eröffnet und zeigt seither die Vielfalt der Düfte in anschaulicher Weise. Weil die Stauden und Gehölze großflächig angepflanzt sind, ist die sinnliche Wahrnehmung besonders intensiv. Von Mai bis Oktober verwandelt sich die Anlage in ein blühendes und duftendes Pflanzenmeer, in das Sie Ihre Nase tief eintauchen können.

Adresse: Palmsanlage 6, 91054 Erlangen

Öffnungszeiten: Botanischer Garten täglich von 8 bis 17.30 Uhr (Gewächshäuser geschlossen); Aromagarten von April bis Oktober täglich von 8 bis 18 Uhr (November bis März geschlossen).

 

Botanischer Garten der Universität Würzburg

  • Eintritt frei
  • 9 Hektar Freiland, 2.500 Quadratmeter Gewächshausfläche
  • Parkplätze direkt vor Ort

Wenn Sie die Vegetationszonen der Erde entdecken möchten, müssen Sie nicht allzu weit reisen. Im Botanischen Garten Würzburg finden Sie 10.000 Pflanzenarten aus allen Kontinenten, die in Gewächshäusern und Freianlagen so gezeigt werden, wie es ihrem natürlichen Lebensraum entspricht. Auf einem ehemaligen Lehmgrubenhang im Süden Würzburgs entstand 1960 der Botanische Garten der Universität, der durch seine abwechslungsreiche Gliederung die unterschiedlichen Themenbereiche reizvoll präsentiert.

Feucht-warme Glashäuser laden in tropische und subtropische Gefilde ein. In speziellen Abteilungen können Sie sich unter anderem über Nutz-, Zier- und Arzneipflanzen informieren. Der Botanische Garten erfüllt vielfältige Aufgaben in Forschung und Lehre und bietet außerdem ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm.

Adresse: Julius-von-Sachs-Platz 4, 97082 Würzburg

Öffnungszeiten: an Wochenenden und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr (werktags geschlossen, Gewächshäuser geschlossen)

 

Botanischer Garten der Stadt Hof

  • Eintritt frei
  • 2 Hektar Gartenfläche
  • Parkplätze direkt vor Ort
  • Gastronomische Einrichtungen
  • für Rollstuhlfahrer geeignet

Rosenfest und Nacht der Sinne – der Botanische Garten in Hof bietet nicht nur wissenschaftlich fundierte Informationen, sondern bezaubert auch mit einer reizvollen Anlage und attraktiven Veranstaltungen. Der Garten entstand 1929 auf ehemals landwirtschaftlichen Grundstücken mit dem Bau des Seerosenteiches, des Alpinums, eines Schul- und Arzneikräutergartens und des Rosariums. Heute gliedert sich das Gelände in zwei große Bereiche. Das Rosarium ist geometrisch geformt und zeigt über einhundert Rosensorten, die sich im Hofer Klima behaupten und im Sommer üppige Blüten zeigen. Die umgebende Anlage ist dagegen ganz landschaftlich gestaltet und birgt eine Fülle von Pflanzengesellschaften vom weitläufigen Prachtstaudenbeet, über das Schattenquartier, dem Kaleidoskopgarten und Heilpflanzenbereich bis zu den Steingarten-Pflanzen auf Hofer Marmor. Der Botanische Garten ist ein Schmuckstück im Hofer Bürgerpark Theresienstein, der 2003 zum schönsten deutschen Park gekürt wurde.

Adresse: Alte Plauener Straße 16, 95028 Hof

Öffnungszeiten: 1. April bis  31. August von 8 bis 20 Uhr, 1. September bis 31. Oktober von 8 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, 1. November bis 31. März geschlossen.

 

Dendrologischer Garten „Rotherspark“ in Bad Berneck

  • Eintritt frei
  • 1,5 Hektar Parkfläche
  • Parkplätze direkt vor Ort
  • Gastronomische Einrichtungen 

Im dendrologischen Garten Bad Bernecks stehen die Bäume und Sträucher im Mittelpunkt. Hintergrund ist eine spannende Geschichte: Denn in den Tiefen des heutigen Gartens liegt ein historisches Bergwerk. Kein Geringerer als Alexander von Humboldt führte dort einst Experimente zum Bergbau durch. Auf dieser geschichtsträchtigen, aber brachliegenden Fläche begann der Naturliebhaber und Weltreisende Wilhelm Rother Mitte des neunzehnten Jahrhunderts damit, eine Sammlung von Gehölzen aus aller Welt anzulegen. Mit Bäumen und Sträuchern, die er von seinen Reisen mitbrachte, schuf er dort ein exotisch anmutendes Paradies. Verschiedene Arten fremdländischer Bäume sind dort zu bewundern, darunter beispielsweise Rot- und Zerreichen, Douglasien, Esskastanie, Pyramideneiche sowie orientalische Fichten. Das Besondere ist auch das hohe Alter der Bäume. Die meisten davon wurden bereits vor mehr als 150 Jahren gepflanzt. Heute können Sie die Geschichte des Gartens auf einem Lehrpfad erkunden oder bei einer Führung genauer kennenlernen.

Adresse: Maintalstraße 129, 95460 Bad Berneck

Öffnungszeiten: ganzjährig geöffnet und frei zugänglich

 

Leyk’s Lotos-Garten in Rothenburg ob der Tauber  - der asiatische Wassergarten

  • 5000 Quadratmeter Gartenfläche
  • Parkplätze direkt vor Ort
  • Cafeteria und sanitäre Anlagen 
  • für Rollstuhlfahrer geeignet

Der Leyk’s Lotos-Garten entführt Sie in ein asiatisch anmutendes Gartenreich, das seine Besonderheiten auf sanft geneigtem Gelände präsentiert. Rauschende Wasserfälle, murmelnde Bäche und stille Teiche bilden eine faszinierende Wasserlandschaft, die Sie auf Ihrem Rundgang mit immer neuen Ausblicken genießen können. Über sieben Brücken und romantisch verschlungene Kieswege gelangen Sie zu versteckten Sitzplätzen, die zum Entspannen einladen. Bambus, Zierkirschen, Rhododendren und viele andere Pflanzen aus Fernost sorgen dabei zu jeder Jahreszeit für ein besonderes Erlebnis. Unter den schattigen Dächern der Pagoden und auf den Aussichtsterrassen können Sie sich dann ganz in die Betrachtung der ungewöhnlichen Gartenbilder versenken und dabei Kaffee und Kuchen aus der hauseigenen Cafeteria genießen.

Adresse:  Erlbacher Straße 108, 91541 Rothenburg ob der Tauber

Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise: Vom 1. Mai bis 30. September kostet der Erstbesuch in den Garten für Erwachsene 2 Euro, Kinder bis 12 Jahren haben frei Eintritt. Beim Erstbesuch erhalten Besucher eine Dankeschön-Saisonkarte mit der sie für die ganze Saison freien Eintritt in den Lotos-Garten haben und noch 3 Personen gratis mitbringen dürfen. Gruppen ab 20 Personen zahlen 1 Euro pro Person. 

 

Ökologisch-Botanischer Garten Bayreuth

  • Eintritt frei
  • 16 Hektar Gartenfläche und 6000 Quadratmeter Gewächshäuser
  • Parkplätze vor Ort
  • Gastronomische Einrichtungen

Zentralasiatische Steppen und nordamerikanische Prärien sind naturnah in das Gelände eingebettet und verwandeln sich im Sommer in eine blühende Pracht. Sie werden im Herbst von Laubwäldern mit feurig gefärbten Ahorn- und Amberbäumen abgelöst, die für Indian-Summer-Stimmung sorgen. Im ökologisch-botanischen Garten Bayreuths sind die Gewächshäuser, die über 5000 Pflanzenarten der Tropen und Subtropen beheimaten, ein weiterer Blickfang. Als Besonderheit gilt hier der Bereich der tropischen Hochgebirgspflanzen. Vor den Glashäusern können Sie im Sommer eine einzigartig große Vielfalt an Kübelpflanzen aus allen fünf Kontinenten bewundern oder sich im Nutzgartenbereich über 700 verschiedene Nutzpflanzen informieren. Außerdem bietet der Ökologisch-Botanische Garten das ganze Jahr über ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm für alle Altersgruppen.

Adresse: Universitätsstraße 30, 95440 Bayreuth

Öffnungszeiten: Freigelände - Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 19 Uhr; Gewächshäuser - Montag bis Freitag von 10 bis 15 Uhr, Sonntag und Feiertage von 10 bis 16 Uhr, samstags geschlossen.

In Zeiten von Corona gibt es für die beschriebenen botanischen Gärten spezielle Verhaltensregeln und Öffnungszeiten. Infomieren Sie sich vor einem Besuch am besten vorher über die Gegebenheiten auf den Internetseiten der Verwaltungen. Die Verlinkung zu den einzelnen Gärten finden Sie am Anfang der Beschreibung. 

Der Herbst ist die Jahreszeit, die manche Gärtner gar nicht mögen, denn die Natur zeigt deutlich, dass nun alle Weichen auf den nahen Winter gestellt sind. Stauden sterben ab und hinterlassen hässliche braune Blüten, die Blätter fallen, besonders in trockenen Jahren, vorzeitig ab und das Gemüse im Beet bietet nur noch einen traurigen Anblick. Der naturnahe, insektenfreundliche Garten bietet aber auch im Spätsommer und Herbst noch viele blühende Stauden.