Die Extremsituation, die durch die Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Lockdown entstanden ist, habe die Urlaubslandschaften und Urlaubsorte sowie die touristischen Dienstleister mit am härtesten getroffen. Das erklärte Joachim Herrmann vor kurzem während einer Videobotschaft an die Verbandsmitglieder in Nürnberg.

Der Verbandsvorsitzende blickte auf die Tourismusbilanz des vergangenen Jahres zurück, die erneut sehr positiv ausfiel. Bereits zum siebten Mal in Folge habe der fränkische Tourismus 2019 sein Rekordergebnis aus dem Vorjahr getoppt. Durch diese Zuwächse bewege er sich mittlerweile bei über 10 Millionen Gästeankünften und über 25 Millionen Übernachtungen. "Das ist ein Ergebnis, auf das wir sehr stolz sein können",  so Herrmann. 

Tourismusbilanz: Frankenwald und Fichtelgebirge legen zu

Dieser Erfolg spiegele sich auch in den fränkischen Feriengebieten wider. Vor allem der Frankenwald und das Fichtelgebirge hätten das Jahr 2019 sehr erfolgreich abgeschlossen. So erreichten die Gästeankünfte im Fichtelgebirge im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 4,7 Prozent und die Übernachtungen ein Plus von 3,9 Prozent. Der Frankenwald verzeichnete bei den Gästeankünften sogar ein Plus von 8,9 Prozent und bei den Übernachtungen ein Plus von 6,2 Prozent. 

Als Zugpferd im fränkischen Tourismus habe sich 2019 erneut der Städtetourismus erwiesen, was sich auch in der Bilanz der fränkischen Städte zeigt. Erfreulich war 2019 auch die Gesamtentwicklung in den Heilbädern und Kurorten des „Gesundheitsparks Franken“. 

Mit den Worten "Dieses Jahr ist alles anders" leitete der Innenminister seinen Blick auf das 2020 ein. Der Start in die Saison sei durchaus gut gewesen: Im Januar und Februar sei noch ein Plus von 3,5 Prozent bei den Übernachtungen und 2,1 Prozent bei den Gästeankünften erzielt worden. "Doch dann kam Corona und mit dem Virus der große Einbruch." Natürlich sei dem Verband immer bewusst gewesen, dass der Tourismus auch von Faktoren abhänge, die nicht beeinflussbar sind – vom Wetter an gefangen über die Weltwirtschaft bis hin zur Terrorgefahr. "Eine vergleichbare Situation wie in diesem Frühjahr aber hat es noch nie gegeben."

Von der Normalität noch weit entfernt

"Uns als Tourismusverband Franken ist bewusst, wie schwierig, ja existenzbedrohend die Lage ist, in die die gesamte Tourismusbranche von heute auf morgen geraten ist", erklärte der Vorsitzende. Endlich könne der Tourismus durch die schrittweise beschlossenen Lockerungen nun wieder an Fahrt aufnehmen. Doch noch seien wir von der Normalität, wie wir sie vor Corona gekannt haben, weit entfernt.

Schon während des Lockdowns hab der Tourismusverband Franken auf der Kommunikationsebene den touristischen Neustart vorbereitet.  Die "Recovery-Strategie" unterteile sich in drei Phasen:

  • Phase 1, die unmittelbar mit Beginn des Lockdowns startete, stand unter dem Motto „Franken für zu Hause“:  In den Fokus rückten hierbei die virtuellen Angebote in Franken, die auf der Webseite gebündelt wurden. Als zwei Beispiele unter vielen nannte Herrmann den virtuellen Rundgang durch das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth und die „Wohnzimmerbühne“ des Theaters Hof.  Verstärkt bespielt wurden in Phase 1 zudem die Facebook-Seiten des Tourismusverbandes Franken. Unter dem Namen „Auf einen Schoppen im Weinland Franken“ wurden Live-Videos gezeigt, die auch auf der Webseite des Deutschen Weininstituts gelistet wurden. 
  • In Phase 2 spielen Videoclips unter dem Motto „Freu‘ Dich auf Franken“ eine große Rolle. Sie sollen in kurzen Szenen vor allem die Lust auf Urlaub transportieren. Im Blick habe man Joachim Herrmann zufolge in dieser Phase vor allem den Inlandstourismus mit Tagesreisen und Kurztrips. Im Rahmen einer Instagram-Kampagne lege man den Schwerpunkt unter anderem auf „versteckte Plätze“ in den fränkischen Städten und den 16 Reiselandschaften, um so bewusst Besucherströme zu lenken. Nachdem nun auch die Thermen wieder öffnen dürfen, würden auf dieser Plattform außerdem Kurorte und Heilbäder in den Fokus gerückt. 
  • Phase 3, die sich über die kommenden Monate erstreckt, nehme das Motto „Willkommen in Franken!“ in den Blick und begleite mit zahlreichen Tipps die nun wieder möglichen Reise-Optionen.

Wie Herrmann bekräftigte, komme dem fränkischen Tourismus allgemein zugute, dass das Bedürfnis der Menschen nach Freiraum und Weite sehr groß sei. Durch die fränkischen Aktiv-Angebote sowie die Tatsache, dass in Franken zehn Naturparks liegen, habe man hier einen Vorteil. Vor Kurzem sei die neue Webseite für die Arbeitsgemeinschaft die „Fränkischen Städte“ online gegangen. Sie biete den 15 Städten – mit Forchheim als neuestem Mitglied – eine moderne und sehr ansprechende Präsentationsmöglichkeit. Die Webseite stehe unter dem Motto „Snackable Content“ – frei übersetzt „Inhalt in kleinen Häppchen“. Damit setzten die fränkischen Städte den Schwerpunkt auf Impulse und Inspiration.