Bouldern in der Fränkischen Schweiz - die Möglichkeiten sind vielfältig: Wir haben empfehlenswerte Boulderhallen in der Fränkischen Schweiz und dem Umland für Sie zusammengestellt. Natürlich gibt es im Frankenjura auch tolle Bouldergebiete. An den Boulderfelsen gilt der Boulder-Appell von 1998 (2010 überarbeitet und mit den Naturschutzbehörden abgestimmt). Mehr dazu lesen Sie am Ende dieses Artikels.

Die Besonderheit beim Bouldern besteht darin, dass der Sportler weder von einer zweiten Person, noch durch ein Seil gesichert wird. Stattdessen klettert man ohne Sicherung, aber dafür in Absprunghöhe. Um Verletzungen vorzubeugen, ist der Untergrund in einer Boulderhalle meistens mit weichen Matten ausgelegt. Auch vor Boulderfelsen legen viele Kletterer sogenannte Crashpads, Bouldermatten und andere Polster*aus.

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Der Sportler sucht sich an einer Boulderwand verschiedene Pfade oder Routen aus, die meistens je nach Schwierigkeitsgrad farblich markiert sind. Diese Pfade bestehen aus sogenannten Klettergriffen oder Klettersteinen*, die in die Wand eingelassen sind und den Händen und Füßen Halt geben.

Hauptsache bequem: Ausrüstung und Schuhwerk beim Bouldern

Beim alpinen Klettern oder dem Sportklettern ist man immer durch einen Gurt gesichert. Deshalb ist bei diesen Kletterformen eine geeignete Ausstattung durch Seile, Gurte, Karabiner und anderes Zubehör unverzichtbar. Beim Bouldern reicht erst mal bequeme Kleidung.

An einer Boulder-Wand kann auch ohne professionelle Ausrüstung geklettert werden. Empfehlenswert ist bei Bedarf lediglich ein kleiner Beutel mit Magnesium-Pulver*. Durch das Verreiben des Pulvers auf den Handflächen hat man beim Greifen einen besseren Halt.

Auch das perfekte Schuhwerk zum Bouldern ist nicht sehr ausgefallen. Wer keine Kletterschuhe* besitzt, kann entweder barfuß klettern oder sich in den meisten Hallen für wenig Geld geeignete Schuhe leihen.

Boulderhallen in der Fränkischen Schweiz und der näheren Umgebung

Natürlich gibt es in der Fränkischen Schweiz und der näheren Umgebung zahlreiche Boulderhallen. Hier sind Adressen, die Sie kennen sollten, wenn Sie Bouldern gehen möchten.

1. Blockhelden in Bamberg und Erlangen

Seit 2015 können kleine und große Sportler in der Blockhelden-Halle Bamberg. Wie die Bamberger Halle besitzt auch die Erlanger Blockhelden-Halle einen extra Kletterberreich für Kinder. Zusätzlich bietet die Erlanger Boulderhalle im Sommer einen Außenbereich mit Slackline. Außerdem werden an beiden Standorten in einer Boulderboutique Kletterschuhe, Kleidung, Sportgeräte und anderes Zubehör verkauft. Für alle Fortgeschrittenen und Profis veranstalten die Blockhelden regelmäßig Boulder-Wettbewerbe.

Blockhelden in Bamberg

  • Adresse: Memmelsdorfer Straße 211, 96052 Bamberg
  • Öffnungszeiten: täglich 9 - 23 Uhr, Dienstag und Donnerstag 11 - 23 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 7,90€ bis 9,90€

Blockhelden in Erlangen

  • Adresse: Weisendorfer Straße 18, 91056 Erlangen
  • Öffnungszeiten: täglich 9 bis 23 Uhr, Montag und Mittwoch 11 - 23 Uhr
  • Preise: 7,90€ bis 9,90€

2. Magnesia in Forchheim

Alle Forchheimer Boulder-Fans können sich in der Magnesia-Halle Forchheim treffen. Neben verschiedenen kletterbaren Routen bietet das Team von Magnesia auch Boulder-Kurse an. Der Boulderraum verfügt über 110 m² Kletterfläche und insgesamt sechs Schwierigkeitsgrade. Zusätzlich gibt es in der Magnesia-Kletterhalle auch einen Hochseilgarten, einen Bereich für gesichertes Klettern, ein Bistro, einen Klettershop und verschiedenen Schulungsräume.

  • Adresse: Trettlachstraße 1, 91301 Forchheim
  • Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag und Freitag 10 - 23 Uhr, Dienstag und Mittwoch 14 - 23 Uhr, Samstag und Sonntag 10 - 22 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 6€ werktags, 7€ am Wochenende

3. DAV-Kletterzentrum in Bayreuth, Würzburg und Erlangen

Der Deutsche Alpenverein (DAV) sorgt in Bayreuth, Würzburg und Erlangen für Indoor-Boulderspaß. Im Kletterzentrum Bayreuth werden unter anderem Boulder-Grundkurse für Einsteiger und Kinder angeboten. Das Kletterzentrum in Bayreuth ist täglich zwischen sieben und zwölf Stunden geöffnet.

Im Kletterzentrum Würzburg gibt es verschiedene Wände und Routen zu beklettern. Außerdem werden auch dort vom Alpen Verein aus Boulder-Kurse angeboten. Wen es eher an die frische Luft zieht, der wird im Kletterzentrum Erlangenfündig. Dort gibt es einen Kletterturm mit Außenboulderanlage, der von DAV-Mitgliedern genutzt werden kann.

Kletterzentrum Bayreuth

  • Adresse: Schabenstraße 27, 95448 Bayreuth
  • Öffnungszeiten: Montag und Dienstag 15 bis 22 Uhr, Mittwoch 10 bis 22 Uhr, Donnerstag 15 bis 22 Uhr, Freitag 15 bis 23 Uhr, Samstag 11 bis 23 Uhr, Sonntag 11 bis 22 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 7€ bis 8,50€ für DAV-Mitglieder, 9,50€ für Nicht-Mitglieder

Kletterzentrum Würzburg

  • Adresse: Weissenburgstraße 55, 97082 Würzburg
  • Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 bis 23 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 21 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 7€ bis 8€ für DAV-Mitglieder, 9,50 € für Nicht-Mitglieder

Kletterzentrum Erlangen

  • Adresse: Helene-Richter-Straße 5, 91052 Erlangen
  • Öffnungszeiten: nach Vereinbarung
  • Einzelpreis Erwachsener: 7€ bis 9€ für DAV-Mitglieder

4. E4 Boulderhalle in Nürnberg

Wer das Bouldern gerne einmal ausprobieren würde, ist in der Nürnberger E4 Boulderhallegut aufgehoben. Der reguläre Eintrittspreis enthält hier eine kostenlose Einführung mit Praxistipps rund um den Boulder-Sport. Die E4-Boulderhalle gilt als größte Boulderhalle Europas und wurde 2013 eröffnet. Für die kulinarische Verpflegung während des Kletterns ist durch ein Bistro mit Loungebereich gesorgt. Außerdem können Anfänger und Fortgeschrittene an verschiedenen Boulder-Kursen teilnehmen.

  • Adresse: Allersberger Straße 185E, 90461 Nürnberg
  • Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10 - 23 Uhr, Sonntag 9 - 23 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 8€ werktags bis 14 Uhr, 9,50€ am Wochenende und werktags ab 14 Uhr

5. Boulderia in Neunkirchen

Vor allem für kleine Boulderer ist die Kletterhalle Boulderia in Neunkirchen am Brand gut geeignet. Auf zahlreichen kinderfreundlichen Routen kann sich täglich ausgetobt werden. Außerdem können dort neben Kursen und Trainings-Angeboten auf Wunsch auch Kindergeburtstage veranstaltet werden. An ausgewählten Sonntagen können Kinder und Erwachsene in der Boulderia-Halle während des Boulderns gleichzeitig ein Frühstücksangebot wahrnehmen.

  • Adresse: Gräfenberger Straße 36, 91077 Neunkirchen am Brand
  • Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 9 - 22 Uhr
  • Einzelpreis Erwachsener: 9€ in der Hauptsaison, 8€ in der Nebensaison

Outdoor-Ausstattung beim Bouldern

Während sich das Bouldern in den kühleren Jahreszeiten meistens auf die Halle beschränkt, kann im Sommer oder bei gutem Wetter auch unter freiem Himmel gebouldert werden. Beim Outdoor-Bouldern gibt es im Gegenteil zur Indoor-Variante keine fixierten Klettergriffe und Pfade. Vielmehr sucht sich der Sportler gut greifbare Stellen im Felsen und baut sich so seine Route selbst.

Für das Bouldern am Felsen benötigt man in der Regel eine professionellere Ausstattung, als in der Halle. Empfehlenswert sind faltbare Matten, die unter den Felsen gelegt werden, um das Verletzungsrisiko zu verringern. Auch Kletterschuhe und Magnesium-Pulver sorgen, wie auch beim Bouldern in der Halle, für einen sicheren Griff.

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6. Boulderfelsen im Naturpark Fränkische Schweiz - Frankenjura

Boulder, vor allem in der freien Natur am echten Fels, ist für viele "die Essenz" des Kletterns. Boulderfelsen gibt es in der Fränkischen Schweiz etliche. Die Szene blüht, und noch immer werden stetig neue Routen erschlossen. Dabei gilt es einige Spielregeln zu beachten, damit auch für alle anderen die Freude am Bouldern erhalten bleibt. Viele dieser Regeln sollten eigentlich selbstverständlich sein, zum Beispiel, dass man seinen Müll, Zigarettenkippen und Tape-Fetzen wieder mitnimmt. Tick-Marks (Kreide-Markierung für Griffe am Fels) sollten unbedingt nach dem Bouldern wieder entfernt werden. Diese Regeln finden sich auch im Boulder-Appell wieder.

Wir werden an dieser Stelle keine Tipps für besonders schöne oder herausfordernde Bouldergebiete veröffentlichen, denn der Boulder-Appell aus dem Jahr 1998, im Jahr 2010 überarbeitet und mit den Naturschutzbehörden abgestimmt, hat auch heute noch seine Berechtigung. Bouldern wurde in den 90er Jahren zum "Breitensport", immer mehr Bouldergebiete wurden in Kletterführern veröffentlicht. Es kam zu Problemen mit Anliegern, die Behörden wurden auf den neuen Sport aufmerksam. Erste Bemühungen zu Regulierung und Kanalisierung wurden unternommen - daran konnte die Kletterszene natürlich kein Interesse haben. Deshalb verabschiedeten die Boulderer und die IG Klettern den ersten Boulder-Appell als freiwillige Steuerungsmaßnahme.

"Freiwillig" stimmt nur teilweise, denn selbstverständlich wollte man damit Maßnahmen und Sperrungen durch die Naturschutzbehörden zuvorkommen. Der Appell wurde von den Behörden akzeptiert - und die im Appell festgelegten Regeln funktionieren, bis auf wenige Ausnahmen, für alle Seiten recht gut.

Der Boulder-Appell

für den nördlichen Frankenjura und das Fichtelgebirge von der IG Klettern Frankenjura, Fichtelgebirge & Bayerischer Wald e.V. und dem Deutschen Alpenverein in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden

1. Keine Veröffentlichung von Bouldergebieten in Boulderführern und im Internet.

2. Gesetzlich verbindliche Vorgaben wie Schutzverordnungen, Sperrungen wegen Vogelschutz und die Kletterkonzeptionen sind zu beachten.

3. Kein Bouldern in Höhlen (Fledermausschutz).

4. Keine Boulderkurse in der Natur.

5. Magnesia sparsam einsetzen und je nach Gebiet ganz darauf verzichten. So wenig Spuren wie möglich zurücklassen. Tickmarks und Tapereste entfernen. Boulder vor Verlassen von Magnesia reinigen.

6. Nach Einbruch der Dämmerung nicht bouldern (Wildschutz).

7. Keine gesperrten Wege mit PKW befahren, rücksichtsvoll parken. Wenn möglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

8. Mit den Gegebenheiten und der Natur vor Ort rücksichtsvoll umgehen. Lebensräume von Pflanzen und Tieren respektieren. Kein Feuer schüren. Keinen Müll zurücklassen und Lärm vermeiden. Ausrüstung nicht vor Ort lagern.

9. Neue Bouldergebiete sind mit den Eigentümern, der Forstverwaltung und der Kreisverwaltungsbehörde abzuklären.

10. Bewachsene Felsen nicht erschließen. Kein Entfernen von Vegetation (kein Putzen!). Gehölze nicht ohne Einwilligung des Eigentümers entfernen.

11. Keine Griffe oder Tritte manipulieren oder hinzufügen. Keinerlei künstliche Griffe anbringen.

12. Keine Markierung von Startgriffen. Boulder nicht mit Namen, Pfeilen oder ähnlichem beschriften. Keine Zugangswege oder künstliche Bauten errichten.

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